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Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 09.04.2014 11:44
von Doorwomen
Hallo,
ich bin demnächst zur Einweisung an einem Objekt vorgesehen, an dem ich die gängigen Empfangsarbeiten ausführen soll, aber auch (und das ist mein Hauptproblem!) so was wie Lageristin sein soll, sprich Kisten schleppen, Inventur machen, Kaffeemaschinen reinigen und so ein Zeug. Kann ich die Einweisung an diesem Objekt ablehnen? Und wenn ja, kann mir das irgendwie Ärger einbringen, also arbeitsrechtliche Konsequenzen in irgendeiner Art? Ich bin schon seit längerem in meiner Firma, bisher gab es nie Probleme, aber nun kommt mir das wie Schikane vor...wie soll ich da weiter vorgehen? Vielen Dank für hilfreiche Antworten!

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 09.04.2014 20:13
von saw1977
Was steht in Deinem Arbeitsvertrag?

Empfangsdienste gehören mit in den Bereich Sicherheitsdienst, Nebentätigkeiten wie Postdienste, Besprechungsraum Service etc. gehören mit dazu.

Wichtig meine Frage oben.


Wieso muss man immer erst im Inet Fragen?
Wieso spricht man nicht offen und ehrlich mit dem Vorgesetzten?

Re: Einweisung ablehnen....ja

BeitragVerfasst: 09.04.2014 20:45
von Frank
Hallo,

ja das kann man ablehnen,weil es eindeutig Lohndumping ist......

Lager-und Servicearbeiten werden im Stundenlohn wesentlich höher bezahlt als der Grundlohn eines SMA.

Außerdem kollidieren solche "Nebentätigkeiten" generell mit der Hauptpflicht als Empfang.

Was ist,wenn in der Zeit der Nebentätigkeit jemand (weil er sich halt dort auskennt) als Besucher ohne Anmeldung zum B. irgendwo in einem Büro erscheint ???

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 10.04.2014 08:33
von Fump
zuwenig Informationen um zu sagen ja oder nein......

Kisten schleppen,
Inventur machen,
Kaffeemaschinen reinigen und so ein Zeug

Kleine Saftkisten die gestapelt werden wegen auffüllen, Postkisten die entgegen genommen werden
Anzahl Briefmarken und Verpackungsmaterial erfassen zwecks Nachbestellung
Im Rahmen der Bewirtschaftung der Besprechungsräume für Funktionalität und Sauberkeit der Kaffeemaschine sorgen...

Da sehe ich grundsätzlich kein Problem..... ist natürlich nicht nur am Empfang sitzen und mit dem Tablet spielen....

Klar kann ein Mitarbeiter die Einweisung ablehnen... nehme ich zur Kenntnis und dokumentiere es und ergreife dann arbeitsrechtliche Schritte, immer aus dem Gesamtzusammenhang heraus.... Der Arbeitsmarkt ist groß und vielfältig....

Eine Pforte
3 mal am Tag Postverteilung, Pakete, Bewirtschaftung der Besprechungsräume (Kaffee, Tee, Kaltgetränke, Kontrolle von Medienschränken, Zugangskontrolle.... und und und

mit einem Mitarbeiter? Klar.... wenn klar ist das was anderes unter Umständen leidet....
mit zwei Mitarbeitern? Gar kein Problem...

Immer eine Frage ob ich es mit nem "sauberen" AG zu tun habe oder nicht....

Re: Einweisung ablehnen....ja

BeitragVerfasst: 10.04.2014 09:00
von guardian_bw
Frank hat geschrieben:Was ist,wenn in der Zeit der Nebentätigkeit jemand (weil er sich halt dort auskennt) als Besucher ohne Anmeldung zum B. irgendwo in einem Büro erscheint ???


Da diese "Nebentätigkeiten" in der Regel vertraglich zwischen Auftraggeber und -nehmer geregelt sind, in welcher Form auch immer, stellt das überhaupt kein Problem dar.
Der Auftraggeber wird um diesen Umstand wissen, und möglicherweise sind solche Dinge auch in Zeiten gelegt, in denen normalerweise kein Besucherverkehr stattfindet.

Ein mir bekanntes Objekt z.B. hat ähnliche "Nebentätigkeiten", dort werden die im Erdgeschoss befindlichen Besprechungsräume durch den vom SDL gestellten Empfangsmitarbeiter morgens wieder "aufbereitet", d.h. die Getränke wieder aufgefüllt resp. die leeren Flaschen eingesammelt, Kaffeeautomat kontrolliert und ggf. Materialen nachgefüllt, etc.
Das geschieht zu Dienstbeginn um 06:30 Uhr. Da kann noch kein Besucher ohne Firmenausweis ins Gebäude, weil die Tür ganz einfach zu ist... nur mit Firmenausweis zu öffnen. Erst um 07:30 Uhr wird die Tür entriegelt und ist auch für Besucher offen. Und wenn vorher ein Fremder mit einem Mitarbeiter ins Gebäude kommen sollte, dann ist das auch nicht das Problem des Empfangsmitarbeiters, denn seine Aufgaben sind klar im Dienstleistungsvertrag geregelt... dafür zahlt der Kunde auch.

Ach so: Lohndumping? Bei unserem "Premium-Kunden" erledigt solche Aufgaben ein anderer Dienstleister (Gebäudeservice), nicht die Sicherheitsmitarbeiter von uns.
Ich wurde schon mehrfach von Mitarbeitern jenes Dienstleisters gefragt, ob wir nicht Leute suchen. Bei uns verdienen sie mehr...

Re: ich habe es schon oft gesagt....weiterdenken.....

BeitragVerfasst: 12.04.2014 21:42
von Frank
Hallo,

ich habe es schon oft gesagt....weiterdenken......denn als Sicherheitsfirma vernichtet
man sich durch "vermeintliche" Gefälligkeiten gegenüber dem Kunden auf Dauer oft nicht unerhebliche Einnahmequellen und der Kunde lacht sich ins Fäustchen.


So wird zum B. hier in einer großen Firma der genannte Service von dem Catering-Service,der die Kantine betreibt,erbracht.
Dafür kassieren die im Monat 1.500,- € (Jahr also 18.000,- € im Jahr)

Da lacht sich der Kunde mit Sicherheit schlapp,wenn er eine doofe Security findet,die das umsonst macht.........

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 13.04.2014 05:32
von KampfKraut
Denke ich doch auch. Nichts gegen Gefälligkeiten gegenüber dem Kunden. Aber dann heist es 1 Hand wäscht die andere....

Man soll die Kaffeemaschine putzen? Kein Thema, aber dafür darf man dann einen TV unter dem Empfangstresen betreiben (für die Nachtschicht)

Man soll Kisten schleppen? Kein Problem, wenn sich dafür der Kunde erkenntlich zeigt in dem man z.B einen Rabat im Firmengeschäft bekommt ;)


So läuft das bei uns schon seit Jahren. Kraulst du mir den Rücken,kraule ich dir den deinen. :D

Re: ich habe es schon oft gesagt....weiterdenken.....

BeitragVerfasst: 14.04.2014 18:02
von guardian_bw
Frank hat geschrieben:Hallo,

ich habe es schon oft gesagt....weiterdenken......


Richtig, merk's Dir. Denn

Frank hat geschrieben:denn als Sicherheitsfirma vernichtet
man sich durch "vermeintliche" Gefälligkeiten gegenüber dem Kunden auf Dauer oft nicht unerhebliche Einnahmequellen und der Kunde lacht sich ins Fäustchen.


Wer redet von Gefälligkeiten? Als Sicherheitsfirma vernichtet man keine Einnahmequelle, vielmehr nutzt man die Möglichkeiten, zusätzlich vergütete Dienstleistungen durchzuführen.

Wenn Du meinen Beitrag richtig gelesen hättest, wäre Dir folgendes aufgefallen:
Richtig geregelt sind das keine Gefälligkeiten, sondern Bestandteil des Auftrags. Und damit werden diese Tätigkeiten bezahlt. Vom Auftraggeber an den Auftragnehmer.

"Gefälligkeiten" sind es dann, wenn der Auftraggeber - ausserhalb des Dienstwegs - zum Wachmann direkt geht und um dies oder das bittet, und der Wachmann dann - entgegen jeglichen Regelungen - dies dann aus falsch verstandenem Wohlwollen dem Auftraggeber gegenüber erledigt. Meist auch ohne Wissen des eigenen Arbeitgebers. Diesem gehen dann tatsächlich Einnahmen flöten - es geht aber noch weiter:
Wenn dem Wachmann bei einer dieser Gefälligkeiten ein Arbeitsunfall passiert, kann es böse enden: "Nicht versicherte Tätigkeit" steht im Raum...

Daher: Kommt der Auftraggeber mit einer Bitte, noch dies oder das zu erledigen: Freundlicher Verweis zum Ansprechpartner des Dienstleisters, der dies dann entsprechend aufnimmt und verhandelt. Der kleine Wachmann vor Ort macht NICHTS ohne Weisung des eigenen Arbeitgebers.

Bei uns in der Firma stehen arbeitsrechtliche Massnahmen im Raum, wenn der Wachmann an der Pforte zusätzliche Aufgaben und Tätigkeiten vom Auftraggeber entgegennimmt und ausführt.
In JEDER Dienstanweisung steht, dass Tätigkeitserweiterungen ausschliesslich durch den Dienstleister zu erfolgen haben, etwaige Wünsche des Auftraggebers müssen zunächst an den zuständigen Menschen des eigenen Arbeitgebers (dem Dienstleister als Auftragnehmer) weitergeleitet werden. Erst muss von dort das OK kommen (was eben grundsätzlich erst nach Rücksprache zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber passiert) - und das dann auch in schriftlicher Form, als Zusatz zur DA.

Wir hatten schon einmal einen netten Wachmann, der auf Zuruf des Auftraggebers immer mehr zusätzliche Tätigkeiten annahm, und das sich dann für alle irgendwie einschlich.
Nachdem das dann mal vom Siko bemerkt wurde, was alles ohne Anweisung des Arbeitgebers getan wurde, gab es zunächst ein Donnerwetter vom Siko, anschliessend die Kündigung vom Chef für den netten Wachmann.

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 15.04.2014 16:13
von KampfKraut
Dann Rollen als die Köpfe von den Menschen die eigentlich nur Gutes tun wollen? Grausame Welt :( :)

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 15.04.2014 19:04
von guardian_bw
Ein Verstoss gegen die DA zieht halt Konsequenzen nach sich. Logisch, oder?

Nur Gutes wollen?
In diesem Fall gehen tatsächlich Einnahmen flöten und der Auftraggeber freut sich, Leistungen für lau zu erhalten...

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 16.04.2014 03:16
von KampfKraut
Ja klar verstehe ich ja. Es gibt halt Menschen die sind so erzogen worden (gerade bei den so um die 50/60) Da ist man eben immer für "die Firma da". Nur das es in dem Fall halt der Kunde ist.

Mein Vater meinte auch immer zu mir man solle alles für die Firma tun dann bekommt man das auf andere Art zurück. Er hat aber auch 45 Jahre im gleichen Werk Arbeiten können.

Wenn ich denke wie das heute in unserem Gewerbe mit den Zeitverträgen läuft :roll:

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 17.10.2014 15:37
von Saschax
Wenns in der Objektspezifischen Dienstanweisung geregelt ist, muss du die Arbeiten erledigen, alles andere Widersprich der BGVc7 und wird bei einem Arbeitsunfall nicht versichert sein.

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 17.10.2014 19:12
von stinkefuchs
:roll:

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 24.10.2014 20:36
von Spielverderber
Mich wollte der Geschäftsführer eines Elektromarktes mal von der Tür abziehen, so dass ich im Lager mithelfe, wo Not am Mann war.
Habe ich selbstverständlich nicht getan. Das Thema kam dann nie wieder auf.

Re: Einweisung ablehnen?

BeitragVerfasst: 28.10.2014 12:49
von plastus
KampfKraut hat geschrieben:Dann Rollen als die Köpfe von den Menschen die eigentlich nur Gutes tun wollen? Grausame Welt :( :)

wenn es anders läuft als von guardian beschrieben reden wir halt zb auch schnell über eine (illegale) arbeitnehmerüberlassung, so daß im worst case halt auch alle köpfe der sicherheitsfirma rollen können bzw betroffen sind.. davon hat im ergebnis auch keiner was... wobei bei dem genannten beispiel sicherlich vorher schonmal ne entsprechende abmahnung kam, die dem mitarbeiter auch hätte ein signal sein können...

wobei ich dazusagen muß, ich hab auch nix gegen gefälligkeiten, mache ich auch permanent, aber es darf halt nicht erwartet werden, also ab und an mal nein sagen hilft auch beim eigenen job...