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Zurückdenken zu einer Schlägerei/Auseinandersetzung

Kampfsport und Selbstverteidigung

Also...

Beitragvon Jermaine » 10.02.2007 22:40

Ob ich über einen Vorfall nochmal nachdenke oder nicht, richtet sich bei mir nach der Schwere des Vorfalls.

Die reine Schubserei oder Beleidigerarien an der Tür überhöre ich und denke auch nicht darüber nach, warum der mich nun geschubst hat oder als A-Loch beschimpft hat...

Kommt es allerdings zu ernsthaften körperlichen Auseinandersetzungen oder dazu, dass wir Zwangsmittel einsetzen mussten (Pfefferspray, ASP etc.) oder dazu, dass der Gegner mit einem Messer o. ä. angegriffen hat, lasse ich mir den Vorfall sehr wohl nochmal durch den Kopf gehen.

Meist versuche ich auch, die anderen betroffenen Mitarbeiter nach Feierabend kurz zu einem Meeting wegen dem Vorfall zusammen zu bekommen, um besprechen zu können, was man das nächste Mal besser machen kann oder ob unser Vorgehen taktisch und wie auch immer einwandfrei gewesen ist. Meist mit mehr oder weniger Erfolg und Aufnahmebereitschaft bei den betroffenen Kollegen...

Da wir ohnehin jeden ernsthaften Vorfall an die Geschäftsführung berichten müssen, kommt es durchaus auch mal mit der GF zu dem einen oder anderen Nachgespräch, auch im positiven Sinne von: "Gut gemacht, Jungs (und natürlich Mädels)...".

Der letzte Vorfall, der mir erinnerlicherweise mehrere Tage durch den Kopf gegangen ist, war der Vorfall zu Silvester, den ich hier im Forum auch bereits geschildert hatte, als ich bei der Zugangskontrolle von einem Gegenüber mehr oder weniger absichtlich mit einer Schusswaffe "bedroht" wurde und ich, um Gefahr von mir abzuwenden, handeln musste, indem ich ihn mittels körperlicher Gewalt entwaffnete, ein Kollege ihn zu Boden brachte und wir ihn der Pol. übergaben.

Guckst Du hier:

http://www.securitytreff.de/viewtopic.p ... 19&start=0

Ich hatte mich hinterher schon gefragt, ob

- mein Verhalten taktisch richtig war,
- ob das Verhalten meines Kollegen taktisch richtig war,
- ob ich evtl. überreagiert habe (besonders, nachdem das Gegenüber angstzitternd auf dem Boden lag und er immer wieder sagte, dass er mir die Waffe nur zeigen wollte, weil er wissen wollte, ob er die mit aufs Veranstaltungsgelände nehmen kann und es sich dabei um eine Schreckschusswaffe handelte, die, wie sich hinterher herausstellte, nicht einmal geladen war),
- was alles hätte schief gehen können, wenn er doch böse Absichten gehabt hätte...

In diesem Sinne...
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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Beitragvon Thor » 13.04.2007 22:15

Früher hatte ich mich im Anschluss immer gefragt ob ich vielleicht "als leichtes Opfer" gelten
würde, nur weil sich jemand getraut hat die Konfrontation mit mir zu suchen. Mit dem Alter
und auch der Erfahrung kam dann die Erleuchtung, dass es einige Umstände geben kann,
welche den Aggressoren das aktuelle Sinnesbild nehmen.

Wenn die Situation problemslos ablief, mache ich mir auch nicht unbedingt Gedanken darüber,
sollte jedoch etwas falsch gelaufen sein, heißt es natürlich erstmal den Fehler in einer ruhigen
Minute zu analysieren. Und ich denke es gibt einige Fehler die man am Anfang machen kann,
welche jedoch keine schwerwiegenden Folgen mit sich bringen.

Was mir mehr zu schaffen macht, sind Situationen, bei welchen ich mein eigenes Ego nicht
verteidigen konnte bzw. aus irgendwelchen Gründen zurück stecken musste. Sowas kann mich
teilweise über Tage, gar Wochen, beschäftigen.
Drei Dinge zählen in einer Rede: Wer etwas sagt, wie er es sagt und was er sagt - und zwar genau in dieser Reihenfolge.
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Beitragvon flex » 06.04.2008 22:28

ich denke immer über die situation nach besonders wenn es etwas schrecklich schief gelaufen ist. ist zum glück noch nicht häufig vorgekommen
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Beitragvon nogain » 07.04.2008 09:35

Ich spreche nach Feierabend alle Situationen mit den Kollegen noch mal durch. Ob gut oder schlecht gelaufen, was man hätte besser machen können. Verhindert ein wenig, dass zu viel Routine einzieht und denke man kann sich so ständig verbessern.
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Verhaltensregeln in Selbstverteidigung

Beitragvon wassi33 » 27.04.2008 19:06

Jede Situation ist anders, jeder Ablauf, jede Art des Konfliktes.
Nach meinen Erfahrungen ist fast jede Konfliktsituation Tod zu labbern, nicht als Agressor sondern als Psychologe aggieren.
Habe fast 17 Jahre Security auf dem Buckel, davon 10 Jahre Tür und 90 Pozent der Steitigkeiten und verbalen Auseinandersetzungen waren sachlich Tod zu reden.
Aber zur Hilfe, gutes Training, gerade in SV, setzt Selbstsicherheit in der Situation vorraus und Du kommst ganz anders rüber.
Nichts gegen die Pumper, aber die bloße Anwesenheit von 1,90 und 130 kg weckt die Interessen von potentiellen Schlägern und Hools. Aber man sollte Sie im Team haben. Denn auch Sie sind gute Jungens zur Abschreckung von Trunkenbolden.
Ich finde fachlich ausgebildetes Personal jedoch besser, behördlich, SV mäßig sowie qualifizierte Zivilausbildungen.
Nicht so Joghurtlehrgänge der IHK.
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Beitragvon sweet-guard » 31.10.2008 10:24

Also wir hatten mal einen schlafenden Betrunkenen in nem Bus, den wir da rausholen sollten. Da er zwischen den Sitzen in der letzten Reihe lag wollten wir ihn rausziehen, da er auf Ansprechen, Rütteln etc nicht reagiert hat, als wir ihn dann halbwegs aus der Ecke gezogen hatten ist er mit einemmal komplett ausgeflippt und hat um sich getreten. Konnten nihn dann ohne Probleme schnell fixieren und der Polizei übergeben.

Das einzige was ich anders hätte machen sollen, war das ich zu nem anderen Arzt hätte gehen sollen am nächsten morgen. Der bei dem ich war, hat "vergessen" mir zu sagen das er auf dem Röntgenbild beim 2ten hinsehen doch noch gesehen hat das ich 3 Rippen gebrochen habe von nem Tritt von dem Betrunkenen..... :shock:
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Beitragvon nogain » 05.11.2008 16:57

Ein liegender Betrunkener hat Dir mit einem Tritt 3 Rippen gebrochen?

@Wassi

Klar kann man vieles Tod labbern aber es gibt auch genügend Situationen wo es eben mal im Laden knallt und Du dazwischen musst. Leider Gottes richtet sich da häufig dann die Aggression gegen einen selbst.
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Beitragvon sweet-guard » 05.11.2008 18:37

ja der lag in der ecke, und als wir ihn da rausziehen wollten hat er wie bekloppt um sich getreten, ich qweiß nicht ob ich ein oder mehrere Tritte in die Rippen gekriegt habe, und dabei hat es "knack" gemacht.
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Beitragvon wassi33 » 05.11.2008 19:07

Liebe Kollegen,

wer von euch ist den wirklich fachlich kompetent und ausgebildet?

Jeder muss mal anfangen und lernen, nur dazu sollte man einen erfahrenen versierten Mentor haben.

Liebe Grüße, wassi
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Beitragvon mich69 » 12.11.2008 00:37

Servus..........

kann nur aus eigener Erfahrung schreiben. Habe lange Zeit in einer sehr hektischen Diss an der Tür gearbeitet. Da waren einzelne und auch Massenschlägereien an der Tagesordnung.
Wir hatten einige Kollegen mit 34a usw. Die haben nicht sehr lange durchgehalten. Da fehlte der Instinkt für die Situation
vor und während einer Streßigen Situation. Auf der anderen Seite gab es da weder vorher noch nachher etwas zu analysieren.
Ich denke man muß da absolut auf der Hut sein und sollte sich nicht zu 100 % auf Absprachen verlassen, die man mal aus einer anderen Schlägerei gezogen hat.

Aber ein Betrunkener der auf dem Boden liegt, sollte in einem kontrollierten Abstand (nah oder fern) auf jedenfall im Auge behalten werden.

Yepp
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Beitragvon nogain » 13.11.2008 15:34

Also das will mir nicht runter...ein liegender bricht einem die Rippen mit mehreren Tritten. Nach dem ersten Tritt einen Schritt nach hinten? Tut mir leid aber das übersteigt mein Vorstellungsvermögen.

@ Wassi

Was bezeichnest Du als "fachlich und kompetent" ausgebildet. Gibt ja so viele Schulungen, Zertifikate und Wimpel:)
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Beitragvon guardian_bw » 13.11.2008 16:03

nogain hat geschrieben:Also das will mir nicht runter...ein liegender bricht einem die Rippen mit mehreren Tritten. Nach dem ersten Tritt einen Schritt nach hinten? Tut mir leid aber das übersteigt mein Vorstellungsvermögen.


Was ist daran so besonders?
Vom "Schritt nach hinten" ist der Störer weder fixiert noch nach draussen befördert.

Einem Kollegen wurde seinerzeit auch ein Zahn ausgeschlagen von einem bereits am Boden liegenden Widerständler. Trotz 2 Kollegen, die mit ihm zusammen versuchten den Typen zu fixieren.
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Beitragvon nogain » 13.11.2008 16:49

Das man einmal getroffen wird verstehe ich aber nicht mehrmals. Und das 3 Leute einen am Boden nicht gepinnt kriegen ist auch interessant. - muss der Liegende ja schon eine barbarische Kraft gehabt haben oder aufgrund irgendwelcher Substanzen entwickelt haben denn wie man einen am Boden festnagelt, usw. ist eine der ersten Lektionen die meine MMA-Schüler im Groundgame erhalten.
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Beitragvon guardian_bw » 13.11.2008 17:42

nogain hat geschrieben:eine barbarische Kraft gehabt haben oder aufgrund irgendwelcher Substanzen entwickelt haben


Eben. Und da sollte auch einem Nahkampf-Spezialisten wie dir klar sein, dass da nicht immer alles so schön einfach wie im Training abläuft.
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Beitragvon nogain » 14.11.2008 09:44

Aus diesem Grund läuft bei uns im Training gar nichts schön rund. Ist eigtl. das was das MMA ausmacht. Kannst Dir mal bei den Herren Stapel oder Angerer anschauen wie es aussieht wenn ein 70kg - Zwerg einen +100kg Mann am Boden pinnt.
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