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Fragen zur Ausbildung

Alles über die Ausbildungsberufe

Fragen zur Ausbildung

Beitragvon TrolligerTroll » 15.10.2013 13:06

Ich habe hier nun schon einige Beiträge gelesen, aber irgendwie noch nicht die richtigen Antworten gefunden.

Ich bin ein 35 jähriger arbeitssuchender Elektroinstallatuer. Leider gibt es zur Zeit bei uns im Norden der Republik kaum geeignete Arbeitsplätze, aus diesem Grund plane ich die Umschulung zur Sicherheits-Fachkraft. Wobei mich persönlich der Objektschutz am meisten interessiert.
Durch meine jahrelange Berufserfahrung als Elektromonteur auf diversen Grossbaustellen in ganz Europa, bin ich es gewohnt massive Überstunden (teilw. bis zu 80-Std-Wo.) zu leisten, und auch die Bezahlung ist mittlerweile auch nicht mehr sehr viel schlechter als in meinem gelerntem Beruf. Kurzum weder die Arbeitszeiten, noch die Bezahlung sehe ich als Grund mich mich für diesen Beruf nicht zu interessieren.

Für mich persönlich ist eine fundierte Ausbildung immer ein wichtiger Aspekt in meinem bisherigem Berufsleben gewesen.
Nun habe ich jedoch mehrfach gelesen, dass viele aussagen, das die Unterrichtung ausreichen würde, um in diesem Beruf Fuss zu fassen. Dies irritiert mich ein wenig.

Meine bisherige Planung sieht so aus, dass ich im nächsten Jahr die Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe nach § 34a GewO inkl. MES Zertifikat (Tonfaschein) bei der WAK machen möchte (früher gibt es keine Termine mehr). Zur Zeit bereite ich mich zusätzlich privat auf die Prüfung vor.

Was sagt ihr,
    wie wichtig ist die richtige Ausbildung, oder reicht die Unterrichtung?
    bringt das MES Zertifikat Vorteile oder ist davon abzuraten?
    ist der Vorbereitungskurs bei der WAK ratsam, oder gibt es bessere Anbieter?
    welche Grundlagen (Theorie) sind im Objekt-/Werkschutz die wichtigsten?

Danke für Eure Hilfe
TrolligerTroll
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Re: Fragen zur Ausbildung

Beitragvon guardian_bw » 15.10.2013 17:28

TrolligerTroll hat geschrieben:
    wie wichtig ist die richtige Ausbildung, oder reicht die Unterrichtung?
    bringt das MES Zertifikat Vorteile oder ist davon abzuraten?
    ist der Vorbereitungskurs bei der WAK ratsam, oder gibt es bessere Anbieter?
    welche Grundlagen (Theorie) sind im Objekt-/Werkschutz die wichtigsten?


Zum einen: Für den Werk-/Objektschutz benötigst Du rein formal keine Sachkundeprüfung nach §34a GewO, da genügt tatsächlich die einfache, 40h-Unterrichtung bei der IHK.

Zum anderen: Einige Auftraggeber verlangen aber mittlerweile sehr wohl mindestens die Sachkundeprüfung nach §34a GewO, egal ob nun gesetzlich für diese Tätigkeit vorgeschrieben oder nicht. In manchen Fällen wird auch bereits mindestens die "Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft" oder eben auch die "Fachkraft für Schutz und Sicherheit" gefordert.
Diese Stellen gibt es, je nach Region mehr oder weniger. Ohne diese Ausbildungen hast Du da dann keine Chance.


Das MES-Zertifikat ist grundsätzlich Quatsch. Gesetzlich vorgeschrieben ist so etwas nicht, um zu beruflichen Zwecken ein Schlagstock oder auch ein Tonfa/MES zu führen. Es bringt Dir daher auch keine signifikanten Vorteile wenn Du das hast.


Vorbereitungskurs zur SKP: Ich kenne diesen Anbieter nicht, halte aber generell solche Vorbereitungen zur SKP für... naja: Überflüssig? Ist aber nur meine Meinung...
Zumal Du ohnehin nicht wirklich die SKP brauchst, um im Werkschutz tätig zu werden. Die SKP ist nur für einige wenige, im Gesetz benannte Tätigkeiten erforderlich. Beispielsweise für den Türsteher einer Disco, den Kaufhausdetektiven oder den Wachmann in der Einkaufspassage.



Theoretische Kenntnisse im Werkschutz? Meiner Meinung nach sollte man mit BMA und EMA zurechtkommen, Telefone und PC bedienen können.
Die rechtlichen Grundlagen sollte man in allen Bereichen beherrschen.
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Re: Fragen zur Ausbildung

Beitragvon Zenturion » 15.10.2013 20:17

wenn dies dein neues Berufsbild sein soll für die Zukunft,
ist auf jeden Fall eine Fachkraft-Ausbildung anzustreben

34a-Unterrichtung und Sachkundeprüfung als Einstieg okay, aber da bleibst du überwiegend im MIndestlohn hängen, als keine Perspektive für die Zukunft

im Werkschutz (meine persönliche Meinung) brauchst du im Prinzip -----------erstmal nichts

jedes Objekt ist anders,
"learning-by-doing"
wenn du in einem Objekt der "Crack" warst, bist du im anderen Objekt der "Looser"
in einem Objekt sitzt du lediglich die Stühle platt, im anderen Objekt musst du fremdsprachenfit und Computerexperte sein,
im dritten brauchst du den Orientierungssinn einer Fledermaus, um hunderte versteckter Stechstellen zu finden,
im nächsten ist das Hauptaugenmerk auf Freundlichkeit, a la Hotel,
die einen sehen dich als Mädchen für alles inkl. Schneeräumen, Post verteilen etc.

da gibt es nichts, was es nichts gibt,
aber auch nichts, was man nicht "schaffen" könnte, auch ohne diese Ausbildungen, die teilweise gefordert werden

also Ausbildung bringt dir in erster Linie mehr Geld, wenn du eine entsprechend bezahlte Stelle annehmen kannst
den Rest kannst du im Werkschutz getrost vergessen..............
Fachleute wirken auf Laien aus verständlichen Gründen unverständlich.
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Re: Fragen zur Ausbildung

Beitragvon Anonymouz » 28.10.2013 23:41

Zenturion hat es ziehmlich gut auf den Punkt gebracht.
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Re: Fragen zur Ausbildung

Beitragvon Pandrion » 07.11.2013 15:44

Najoa ... Mit dem reinen Unterrichtungsverfahren nach §34a GeWo wirst du halt immer in der Tarifgruppe der Seperatwachleute bleiben. Bei uns in Niedersachsen sind das in etwa 7,67€ / Std.

Ich rate jedem, der mich fragt, zumindest die Prüfung zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (IHK) abzulegen und zumindest, selbst wenn man nicht sofort eine entsprechend bezahlte Stelle findet, sich konsequent auf solche Stellen zu bewerben. Die Qualifikation eröffnet halt zumindest die, wenn auch geringe, Aussicht auf eine Stelle wo man über 11€ / Std. verdient (in Niederachsen).

Oder halt direkt die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit (IHK).

Qualifikation lohnt sich auch in der Sicherheit. Die besten Jobs, also die im industriellen Werkschutz, bekommst du nur damit oder aber durch Vitamin B ^^

Lg
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Re: Fragen zur Ausbildung

Beitragvon Fump » 07.11.2013 16:31

Ich war etwa in Deinem Alter als ich in die Branche wechselte... mich selber auf die Sachkunde und Waffensachkunde vorbereitet und die Prüfung gemacht habe.

Setze Dir Ziele..... es sollte aber ganz am Anfang die Sachkunde stehen und dann mach Dir Gedanken wo die Reise hingehen soll... denn dann gibt es da sehr unterschiedliche Wege.
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Re: Fragen zur Ausbildung

Beitragvon Pandrion » 07.11.2013 17:01

Hm, naja ... so viele unterschiedlich Wege gibt es eigentlich gar nicht. Zumindest wenn man seriöse Wege geht. Unterschiedliche Wege ergeben sich eher aus der ganzen Schar an Bildungsträgern :D

Da hat man prinzipiell lediglich das Unterrichtungsverfahren, die Sachkundeprüfung, die geprüfte Schutz und Sicherheitskraft und die Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Servicekraft, Meister und Sicherheitsfachwirt lass ich mal außen vor.

Der ganze Rest ist Zusatzqualifikationsgedöns. Das soll nicht heißen, dass es unwichtig sei. Aber meiner Erfahrung nach zählt das bei Bewerbungen eher eine untergeordnete Rolle. Außer natürlich bestimmte Ausnahmen, wo eine Zusatzqualifikation zwingend notwendig ist, wie zB Waffensachkunde bei Bewachung kerntechnischer Anlagen.
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