Anzeige
Anzeige
Anzeige

Freiwilliger Polizeidienst

Forum für Polizei, BPol, Zoll - Erfahrungsaustausch

Moderatoren: stinkefuchs, guardian_bw

Beitragvon SecurForce » 19.11.2010 17:46

Wir müssen eben sparen - koste es, was es wolle!!!

Jetzt, wo es (mMn zwar gesteuerte) Terrorwarnungen hagelt und die Sicherheit "hochgefahren" wird (jaja - in Deutschland gibt es Probleme, die man durch größere "Probleme" überdecken muss) wird auch der Ruf nach mehr PVB´s laut.

Ach neee...

Erst abbauen - dann rumheulen

Jetzt kommt noch die Diskussion auf, türkische Polizisten in den Ghettos (anders kann man es doch wirklich nicht mehr nennen) einzusetzen. Ich meine jetzt keine Deutschen mit Migrationshintergrund sondern originale Importware aus Anatolien. *wachmann*

Was begegnet uns dann demnächst? Irgendwelche Wichtigtuer, die unter der Woche an der ALDI - Kasse sitzen, Kühe melken, Autos montieren etc. und sich in ihrer Freizeit eine Uniform anziehen und andere reglementieren wollen... am besten noch mit der Waffe am Mann.

Danke NEIN!

Gewaltmonopol beim Staat . OK... aber dann doch bitte in fachlich qualifizierter Hand - sprich: BEAMTE!

Genau für diese Präsenzaufgaben ist der mD doch wie geschaffen!

Ich bin mal sehr gespannt, wohin diese Entwicklung - gerade im Hinblick auf die Integrationsdebatte - noch geht. Es kann ja wohl nicht sein, dass die Polizei selbst ihren Bankrott erklärt, indem sie ihre Arbeit durch ausländische Polizisten machen lässt. Wie tief sollen wir noch sinken? Kriegen wir den Mob nicht selbst in den Griff?

Langsam reichts!

Nochmal zu den HiWi´s: Ich selbst bin recht voreingenommen, wenn so eine Nase mit Knarre vor mir steht (BaWü).
Dann lieber das hessische Modell, wo man die Damen und Herren schon an der Kleidung klar unterscheiden kann.

Trotzdem... das Thema öffentliche Sicherheit ist mir viel zu wichtig, als dass ich irgendwelche "Freiwilligen / Mutwilligen" damit beauftragt sehen möchte.

Sorry, wenns ein wenig hart formuliert ist, doch es kann nicht sein, dass der Sparwahn der Politiker dazu führt, dass unsere Exekutive irgendwann nicht mehr arbeitsfähig ist bzw. der Lächerlichkeit preisgegeben wird.
Einmal mit Profis arbeiten...
Benutzeravatar
SecurForce
Sicherheitsexperte
 
Beiträge: 654
Registriert: 01.11.2007 12:51

Share On

Share on Facebook Facebook Share on Twitter Twitter

Beitragvon guardian_bw » 19.11.2010 18:19

Ich denke, hier herrschen einige Unklarheiten und Vorurteile.

bssb hat geschrieben:Der "Kalte Krieg" ist ja nun vorbei- nun können wegen Einsparungen reguläre Polizeistellen nicht besetzt werden, die jetzt durch freiwillige Hobbypolizisten nach Feierabend aufgefüllt werden :?: :!:


Die sogenannten Hobbypolizisten besetzen keine Planstelle eines Beamten.

Für den Streifendienst, in dem die Polizeifreiwilligen (PFw) auch (nicht ausschliesslich, die vorwiegende Verwendung ist nicht der Streifendienst, zumindest nicht landesweit) eingesetzt werden, gibt es je nach Revier eine individuelle Mindeststärke, die anhand verschiedener Variablen berechnet wird.
Diese Mindeststärke wird im Regelfall ausschließlich von "richtigen" Beamten erfüllt. PFw kommen dann zusätzlich dazu.
Dadurch kann es im Einzelfall schon einmal vorkommen, dass man eben eine Streife mehr auf der Straße hat.
Beispiel für eine durchschnittliche Kleinstadt: Mindeststärke 1/5, also ein Beamter gehobener Dienst als Dienstgruppenführer, 5 Beamte mittlerer Dienst als SB/Streife.
In diesem Fall habe ich max. 2 Streifen gleichzeitig auf der Straße. Ist auf der Schicht dann ein Freiwilliger, können 3 Streifen gleichzeitig unterwegs sein.

Die PFw sind weiterhin niemals alleine unterwegs, sondern immer nur in Begleitung eines "richtigen" Polizeibeamten. Damit wäre dann auch die Kompetenz gesichert.

SecurForce hat geschrieben:Wir müssen eben sparen - koste es, was es wolle!!!
...
Erst abbauen - dann rumheulen

Der Freiwillige Polizeidienst ist seit Anfang der 1960er eine feste Institution als Teil der Polizei Baden-Württemberg und wurde auch in Zeiten, in denen nicht gespart werden musste sondern massiv die Stärke der "richtigen Polizei" aufgebaut wurde nicht abgeschafft.
Die Stärke des Freiwilligen Polizeidienstes schwankte in der Zeit des Bestehens und stand immer in Relation zur Stärke des Polizeivollzugsdienstes. Wurde dort Personal abgebaut, ging die Zahl der PFw zurück. Wurden wieder mehr Polizeivollzugsbeamte eingestellt und dadurch die Stärke wieder aufgebaut, stieg auch die Stärke des Freiwilligen Polizeidienstes.
Zu Spitzenzeiten lag die Stärke des Freiwilligen Polizeidienstes bei knapp 2000 PFw. Das war in den 1980ern, als die Bedrohung durch die RAF ihren Höhepunkt hatte und auch der Polizeivollzugsdienst eine sehr hohe Stärke hatte.


Was die Erkennbarkeit der PFw angeht: Das geschulte Auge erkennt sie sofort. Schulterstücke und Waffe.
Schulterstücke haben Streifen, keine Sterne. Waffe ist die P5, keine P2000.


Die Diskussion mit ausländischen Polizeikräften in Deutschland hat mit dem Thema hier nichts zu tun und sollte daher hier auch nicht schleichend den Weg hinein finden.
"Was ich anpacke, klappt immer..... ...manchmal
Mike Lowrey - Bad Boys
Benutzeravatar
guardian_bw
Moderator
 
Beiträge: 5489
Registriert: 05.06.2007 07:20
Wohnort: Dort, wo man alles kann ausser Hochdeutsch

Beitragvon SecurForce » 19.11.2010 18:22

Thanks für die Infos, guardian
Einmal mit Profis arbeiten...
Benutzeravatar
SecurForce
Sicherheitsexperte
 
Beiträge: 654
Registriert: 01.11.2007 12:51

Beitragvon guardian_bw » 19.11.2010 19:05

Keine Ursache.

Dem Freiwilligen Polizeidienst nach Art Baden-Württemberg an sich kann man durchaus kritisch gegenüber stehen.
Allerdings sollte man dazu auch objektiv die Fakten ansehen und sich dann eine Meinung bilden.

Falls weitere Fragen offen sind, her damit.
"Was ich anpacke, klappt immer..... ...manchmal
Mike Lowrey - Bad Boys
Benutzeravatar
guardian_bw
Moderator
 
Beiträge: 5489
Registriert: 05.06.2007 07:20
Wohnort: Dort, wo man alles kann ausser Hochdeutsch

Beitragvon Cool Curt » 19.11.2010 20:05

Tja, aber 90 Prozent der Leute, die so durch unsere Welt tappen, habe diesbezüglich kein geschultes Auge und wissen etwas mit den Schulterklappen und den unterschiedlichen Waffetypen anzufangen!
Ich bleib bei meiner Meinung, dass es gefährlich ist, kaum ausgebildeten Leute auf Streife zu schicken. Und wie im Film zu sehen war, ging es bei der Auflösung einer Studentenparty hoch her, da war der Hilfspolizist auf sich gestellt. Der "richtige" Polizist hatte gar nicht die Zeit, auf den "Kollegen" zu achten!
Cool Curt
Wachmann
 
Beiträge: 71
Registriert: 29.11.2009 20:16

Beitragvon guardian_bw » 19.11.2010 20:24

Cool Curt hat geschrieben:Tja, aber 90 Prozent der Leute, die so durch unsere Welt tappen, habe diesbezüglich kein geschultes Auge und wissen etwas mit den Schulterklappen und den unterschiedlichen Waffetypen anzufangen!!

Darfst gerne auch 95% draus machen, dürfte eher hinkommen 8)
Trotzdem ist die Unterscheidung möglich. Für jeden Interessierten sind zumindest die Bedeutungen der Schulterstücke recht einfach herauszufinden. Im Zweifel fragt man einen Polizeibeamten (die werden nebenbei häufiger gefragt, was das da auf der Schulter zu bedeuten hat)

Was die Ausbildung angeht ist hier wohl mit der beste Ansatz für Kritik. 80 Stunden erscheinen in der Tat etwas wenig für eine "umfassende Ausbildung", wie sie nach offiziellen Verlautbarungen der Polizei BW beschrieben wird.
Allerdings kann die Polizei Baden-Württemberg auf über 40 Jahre Freiwilliger Polizeidienst ohne größere Zwischenfälle mit oder durch PFw zurückblieben. So schlecht kann die Ausbildung folglich nicht sein.
Was auch nicht vergessen werden darf: Die 80 Stunden sind nicht alles, was an Ausbildung stattfindet. Im Anschluss an die Grundausbildung findet eine sogenannte Einführungsverwendung statt, vergleichbar mit dem Praktikum des Anwärters im mittleren bzw. gehobenen Dienst.
Es findet weiterhin regelmässig Training und Fortbildung statt, an denen der PFw teilnehmen muss. Und wer als PFw nichts taugt, wird nicht mehr aufgerufen und ausgesondert. Das stellt sich bereits nach wenigen Einsätzen heraus, oft schon während der Einführungsverwendung.

Aktuell wurde auch (wenn auch nicht beabsichtigt) ein PFw bei einer Amoklage in vorderster Front eingesetzt. Selbst in solch einer Ausnahmesitutation hat der PFw nicht versagt. Oder anders gesagt: Ein Polizeivollzugsbeamter hätte auch nicht anders gehandelt in jener Lage, in der der PFw da war.
Ob man das nun als Argument für oder gegen den Freiwilligen Polizeidienst nehmen will, überlasse ich dem geneigten Leser. Es gab jedenfalls ein Aufmerken in den Medien, Aufschrei wäre zuviel gesagt, als dieser Umstand bekannt wurde. Stimmen seitens der Gewerkschaften und auch anderen, z.B. einzelnen Politikern, wurden ebenfalls im Kielwasser dieser Berichterstattung wieder etwas lauter.
"Was ich anpacke, klappt immer..... ...manchmal
Mike Lowrey - Bad Boys
Benutzeravatar
guardian_bw
Moderator
 
Beiträge: 5489
Registriert: 05.06.2007 07:20
Wohnort: Dort, wo man alles kann ausser Hochdeutsch

Beitragvon bssb » 20.11.2010 16:36

-Wie sieht das denn eigentlich versicherungstechnisch aus ? (Hauptjob/freiwilliger Polizeidienst)
-und gibt es eine Art Bereitschaft, oder sind die Einsätze fest geplant ?
bssb
Newbie
 
Beiträge: 8
Registriert: 23.09.2008 14:32
Wohnort: Bremerhaven

Beitragvon guardian_bw » 20.11.2010 17:03

Inwiefern versicherungstechnisch?
Der PFw ist während der Dienstausübung über den Dienstherrn abgesichert.
Ansonsten läuft es ähnlich wie z.B. bei Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr. Das Prinzip ist das Gleiche.

Bereitschaft gibt es in dem Sinne keine. Wie der Aufruf in den einzelnen PDen erfolgt, ist unterschiedlich.
Meist wird jedoch frühzeitig bekannt gegeben, für welche Schichten im Streifendienst PFw aufgerufen werden.
Die PFw können sich dann mehr oder weniger aussuchen, wann sie übernehmen.
Im Laufe der Zeit entwickelt sich gerade im Streifendienst jedoch heraus, dass jede Dienstgruppe "ihre" Freiwilligen hat, die dann meist nur bei ihnen mit auf der Schicht sind.

Bei Veranstaltungen und Konzeptionen, bei denen PFw mit an Bord sind läuft es ähnlich. Jene sind ja auch längere Zeit vorher bekannt und es kann entsprechend geplant werden.
Die PFw werden ja wie gesagt nicht nur im Streifendienst eingesetzt, im Gegenteil. Es gibt PDen, da finden die PFw gar keine Verwendung im Streifendienst.
"Was ich anpacke, klappt immer..... ...manchmal
Mike Lowrey - Bad Boys
Benutzeravatar
guardian_bw
Moderator
 
Beiträge: 5489
Registriert: 05.06.2007 07:20
Wohnort: Dort, wo man alles kann ausser Hochdeutsch

Beitragvon icemann1903 » 18.11.2011 06:29

Hallo!!!

ich hoffe ich hab jetzt kein fehler gemacht. Aber mich würde mal interessieren ob es den Freiwilligen Polizeidienst auch in Sachsen Anhalt gibt. Denn ich hab im Netz nicht darüber gefunden.

Denn ich finde das eine sehr gute Gelegenheit ist um Beruferfahrung zu sammeln. Denn man kann das ja zusätzlich zu seinem Hauptberuf machen.

Würde gerne mal neue Infos und Meinungen hören.
icemann1903
Grünschnabel
 
Beiträge: 10
Registriert: 27.10.2011 22:44
Wohnort: Magdeburg

Beitragvon guardian_bw » 18.11.2011 15:35

Sachsen-Anhalt hat so was nicht.
"Was ich anpacke, klappt immer..... ...manchmal
Mike Lowrey - Bad Boys
Benutzeravatar
guardian_bw
Moderator
 
Beiträge: 5489
Registriert: 05.06.2007 07:20
Wohnort: Dort, wo man alles kann ausser Hochdeutsch

Vorherige

Zurück zu Polizei-Forum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Anzeige
Anzeige
Anzeige