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Jugendlicher Tödlich erschossen

Forum für Polizei, BPol, Zoll - Erfahrungsaustausch

Moderatoren: stinkefuchs, guardian_bw

Beitragvon Blue_Dragon » 05.02.2007 21:32

hmm in anderen Foren, lese ich dauernd das Polizisten viel zu sehr behindert werden, wenn es um die Dienstwaffe geht.

:evil:
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Schusswaffengebrauch durch Pol.-Beamten

Beitragvon sniper050 » 05.02.2007 21:52

Hallo !

@blue_dragon :

Wenn man den Begriff "Behindern" unter dem Aspekt sieht, wann die Waffe zumindest aus dem Holster genommen werden darf bzw. soll und wie man sich selbst oder den Kollegen sichert, mag das bestimmt zutreffen.
Viele Herren in manchen Etagen würden den Polizisten am liebesten Wasserpistolen zum Dienst mitgeben.

Rechtlich kann man auch dahin tendieren, die Waffe wird nur dann aus dem Holster genommen, wenn sie auch benutzt werden darf (Schußabgabe).
Ich halte das aus meiner Erfahrung heraus für Quatsch.

Manche Situationen, besonders nachts oder bei unklaren Lagen, erfordern das Ziehen der Waffe.
Auch wenn ich nicht schießen möchte.
Das Gegenüber, welches sich ganz klar aggressiv verhält, hat nach m.Erfahrung dann doch ganz schnell Ruhe einkehren lassen.

Gruß
sniper050
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Beitragvon Blue_Dragon » 05.02.2007 22:07

Weist du noch wo die Amerikanischen Polizisten 50 Schuss auf einen Wagen abgaben weil sie gedacht haben das dort Waffenhändler oder Drogendealer drin sitzen.

Ich sag es mal so. Zivilisten wurden beleidigt als sie mal angemerkt haben das 50! Schuss etwas viel sind. Wie man hätte keine Ahnung.

Meiner Ansicht nach ging es darum, das manche Polizisten viel mehr Schiess Freiheiten haben sollte. Also die Sachen danch ob es gerechtfertigt wäre oder nicht. Auch höre ich viele Polizisten jammern weil sie die Prüfung für die Schusswaffe führen zu hart finden.
Blue_Dragon
 

Beitragvon Landgraf » 05.02.2007 22:18

Ausbildung und Prüfung an der Schusswaffe kann gar nicht gut und hart genug sein.....

Ich habe mit der MP um den Hals z.B. auf dem Dach immer ein komisches Gefühl gehabt...was mach ich denn wenn wirklich einer über die Mauer will??

Schiessen = Arschkarte

Nicht Schiessen = Arschkarte

Daneben schiessen?? Und der Typ der abhaut bringt draussen jemanden um....!!??

Wenn das Ding wieder hinter Schloss und Riegel war hab ich mich immer wohler gefühlt.....

Nicht falsch verstehen: ich bin bestimmt kein Pazifist und habe mich auch so manches mal besser gefühlt das Eisen dabei zu haben!
Sed quis custodiet ipsos custodes?

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Schusswaffengebrauch durch Pol.-Beamten

Beitragvon sniper050 » 06.02.2007 01:55

Hallo !

An den speziellen Vorfall kann ich mich zwar nicht erinnern, aber man sollte amerikanische Gepflogenheiten nicht mit den deutschen vergleichen.
Dort drüben besteht ein anderes Verhältnis zu Schusswaffen und deren Gebrauch.
Auch die gesetzlichen Voraussetzungen sind ein "wenig" anders.

Aber ehrlich gesagt, finde ich 50 Schüsse auch ein "wenig" übertrieben.

In Deutschland würden Polizisten für eine solche Aktion mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Gericht ganz schön "auf den Deckel" bekommen.
Und ich denke mal, das wäre dann auch zu Recht !

Die Ausbildung an der Waffe und damit zusammenhängend auch die rechtliche Ausbildung war m.E. nicht zu hart.
Es ist nun mal so, dass man mit einer Schusswaffe die Gesundheit und das Leben eines anderen aufs Spiel setzt.
Damit ergibt sich ganz automatisch, dass die Ausbildung hart, umfangreich und konsequent sein muß.
Wer damit ein Problem hat, sollte sich einen anderen Beruf suchen.

Ist die Aus- und Weiterbildung in Praxis (Umgang mit der Waffe) und Theorie (Recht) gut durchgeführt, wird es in den meisten Fällen keinen Missbrauch des Schusswaffengebrauchs geben.
Das hängt aber auch vom einzelnen Menschen (Polizisten) und von dessen mentaler Einstellung und dem mentalen Training ab.

@Landgraf: Vielleicht erinnerst Du Dich noch an einer Aufkleber :
"Schieße oder Schieße nicht, Du wirst es immer bereuen !"

Viele Grüße
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Weil Psychologie immer eine Rolle spielt:

Beitragvon Eugene Vidoq » 06.02.2007 10:31

Focus Online

Das Eisenstangen-Martyrium von Berlin


| 05.02.07, 15:05 |

Nach einem brutalen Überfall türkischstämmiger Jugendlicher auf einen Polizeibeamten zeigt die Berliner Staatsanwaltschaft neue Härte.

Sie ermittelt jetzt wegen versuchten Totschlags. Zwei Wochen nach dem blindwütigen Angriff von gut einem Dutzend türkischer und arabischer Jugendlicher auf den 42-jährigen Kriminalhauptkommissar hat die Abteilung für Kapitalverbrechen (Mord und Totschlag) das Ermittlungsverfahren übernommen. Die vier Haupttäter, ein 16-Jähriger und drei 17-Jährige, hatten unmittelbar nach der Tat Haftbefehle wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung erhalten. Beim Haftprüfungstermin am Dienstag müssen mindestens zwei der Jugendlichen, je zwei Türken und Deutsche türkischer Abstammung, nach Informationen von FOCUS Online mit Haftbefehlen wegen versuchten Totschlags rechnen.

Brutale Attacken auf am Boden liegendes Opfer

Die Jugendlichen hatten am 19. Januar versucht, eine Party im Georg-Büchner-Gymnasium in Lichtenrade im Süden Berlins zu stürmen, die als schulinterne Veranstaltung deklariert war. Zum Schutz vor ungebetenen schulfremden Gästen hatte der Schulleiter einen 25-köpfigen Ordnerdienst aufgestellt. Als einer der Ordner einen Faustschlag ins Gesicht bekam, schritt der Beamte, der sich privat in der Schule aufhielt, ein. In dem Moment, als er sich als Polizist zu erkennen gab und den 17-Jährigen Yahya Y. festnehmen wollte, wurde er zum Ziel blindwütiger Attacken. Die Jugendlichen schlugen und traten den schon am Boden liegenden Beamten. Und sie droschen mit zwei etwa zwei Meter lange Eisenstangen auf ihr Opfer ein.

„Wer so zuschlägt, hat zumindest einen bedingten Tötungsvorsatz“, heißt es aus der Berliner Staatsanwaltschaft zu der späten Entscheidung, die Ermittlungen nun der Abteilung für Kapitalverbrechen zu übertragen. Ein weiterer Grund dürfte die politische Dimension dieses Vorfalls sein, der die dramatische Entwicklung der Gewaltkriminalität Jugendlicher mit Migrationshintergrund erneut in den Vordergrund rückt.
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Beitragvon Schattenmann » 06.02.2007 12:14

25 köpfiger ordnerdienst und keiner schafft es den polizeibeamten vor derartigen übergriffen zu schützen?

oh oh oh....

allerdings halte ich es persönlich auch für bedenklich, wenn sich polizeibeamte, die nicht im dienst sind, in solche vorfälle deart massiv einmischen. die "marke" ist leider kein schutz mehr.

das richtige vorgehen wäre gewesen:
1. lage einschätzen
2. verstärkung anfordern
3. ordnerdienst ggfs. unterstützen
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Beitragvon Eddie » 06.02.2007 12:15

Sticky hat geschrieben:Eddie, du wirst unaufmerksam auf deine alten Tage... :lol:

ich hatte schon in einem vorhergehenden Post geäußert, dass der Beamte aufgrund des Legalitätsprinzips, seiner Garantenpflicht zum Einschreiten verpflichtet war.

Aus einer, an sich harmlosen, Sachbeschädigung konnte die hinterher erfolgte Eskalation nicht zwingend erwartet werden....Eddie, wie reagierst du, wenn jemand dein Auto demoliert und ein Beamter diesen Umstand ignoriert und einfach weiterläuft????? Die Eskalation ist den drei Tätern zuzuschreiben - nicht dem Beamten.


Er hätte seine Dienststelle informieren müssen, egal wie lange dies dann dauert. Wäre für beide Seiten erfreulicher ausgegangen. Meine Meinung!


zu deiner Information...der Beamte stand bis kurz vor den Schüssen in ständigem Telefonkontakt zum nächsten Revier..es gibt Aufzeichnungen, auf denen zu hören ist, wie die drei Täter das "plattmachen" ankündigten...als er angegriffen wurde, konnte er nicht einmal so schnell auflegen, wie der Angriff erfolgte..

Alte Tage?? Und das von jemandem dem die GLock schon tiefer hängt als das Holster? :wink: So ne Frechheit!

Alles was ich " verlangt" habe war, dass der Polizist auch für sich selbst eine Art Güterabwägung angestellt hätte. Wenn es sich hierbei wirklich um einen 24 Jährigen Kommissar gehandelt hat, war es wohl kein altgedienter Polizist mit Erfahrung sondern eher ein "Praktikant" mit höherem Bildungsabschluss, zur späteren Verwendung z:B Lka o.ä. Wie gesagt nur meine Meinung und mal abwarten was die Ermittlungen so bringen. Fakt ist auf jeden Fall, er steckt knietief in der Scheiße.
Er war am Telefon bis zu den Schüssen sagst Du?? Erfordert nicht der Einsatz von Schußwaffen höchste Konzentration und Aufmerksamkeit?? :roll:
Übrigends, der letzte der mein Auto, zwar nicht demoliert, aber doch deutliche!!Kontaktspuren zugefügt hat, war der Fahrer eines Streifenwagens. :twisted: Deswegen schieße ich ihn aber nicht gleich über den Haufen, obwohl ich ein deutliches Ziehen im Unterarm verspürt habe. :lol:
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Beitragvon Eddie » 06.02.2007 12:18

Schattenmann hat geschrieben:das richtige vorgehen wäre gewesen:
1. lage einschätzen
2. verstärkung anfordern
3. ordnerdienst ggfs. unterstützen


Genauso und nicht anders!!!!!!!! und der Ordnerdienst gehört...........................!!
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Beitragvon Blue_Dragon » 06.02.2007 16:22

Schattenmann hat geschrieben:25 köpfiger ordnerdienst und keiner schafft es den polizeibeamten vor derartigen übergriffen zu schützen?

oh oh oh....

allerdings halte ich es persönlich auch für bedenklich, wenn sich polizeibeamte, die nicht im dienst sind, in solche vorfälle deart massiv einmischen. die "marke" ist leider kein schutz mehr.

das richtige vorgehen wäre gewesen:
1. lage einschätzen
2. verstärkung anfordern
3. ordnerdienst ggfs. unterstützen


Zivilcourage würde ich mir häufiger wünschen.
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Beitragvon Landgraf » 06.02.2007 17:39

@ Eddie: Wurde da ein Securityunternehmen angeheuert oder wurden 25 Schüler zum Ordnerdienst ernannt?? Ich tendiere zum 2ten...

@ Sniper050 : Bei dem Aufkleber rührt sich ganz dumpf was im Hinterkopf.....ist aber länger her!!??

@ Ursprungstopic: Quelle Stern.de

Ein Brandenburger Polizist erzählt: "Ich habe gerade vier Mal im Jahr Schießtraining. Wenn ich mal in einer kritischen Situation bin, weiß ich auch nicht, wie ich reagiere. Einfach weil die Routine fehlt, weil ich nicht oft genug geübt habe, mit so einem Stress umzugehen." GdP-Mann Schuster meint: "Von 2002 bis 2006 wurden bei der Brandenburger Polizei 725 Stellen abgebaut. Bis 2009 sollen 585 Kollegen gehen und bis 2012 nochmal 350. Es geht nur noch ums Geld. Einsparen um jeden Preis. Sparen bei der Ausbildung, sparen bei der Besetzung der Dienststellen, sparen bei der Prävention. Und dann?"

Das mag ich mal so stehen lassen.
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Beitragvon Eugene Vidoq » 06.02.2007 17:48

allerdings halte ich es persönlich auch für bedenklich, wenn sich polizeibeamte, die nicht im dienst sind, in solche vorfälle deart massiv einmischen.


Wie bereits richtig von Sticky mehrfach erwähnt ist es vollkommen irrelevant ob du es für bedenklich hältst. Der Polizist muss sich einmischen.

Rechtsvorschriften: § 258a StGB, §163 StPO.
--
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Beitragvon Schattenmann » 06.02.2007 18:00

@eugene:
ja ich weiß. kenne die vorschrift. habe ja nur von meiner persönlichen meinung gesprochen, weil ich der meinung bin, dass du als polizist einfach nicht mehr so ernst genommen wirst wie noch vor ein paar jahren. recht und praxis gehen nicht immer hand in hand!
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Beitragvon Blue_Dragon » 06.02.2007 18:00

Eugene Vidoq hat geschrieben:
allerdings halte ich es persönlich auch für bedenklich, wenn sich polizeibeamte, die nicht im dienst sind, in solche vorfälle deart massiv einmischen.


Wie bereits richtig von Sticky mehrfach erwähnt ist es vollkommen irrelevant ob du es für bedenklich hältst. Der Polizist muss sich einmischen.

Rechtsvorschriften: § 258a StGB, §163 StPO.


Ja und Nein!

Gesetzlich muss er Einschreiten aber er muss sich auch nicht in Gefahr begeben!
Ist eine typische Zwickmühle :evil:
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Beitragvon Eugene Vidoq » 06.02.2007 18:33

esetzlich muss er Einschreiten aber er muss sich auch nicht in Gefahr begeben!

Ob er das getan hat wissenwir nicht. Auf jeden Fall hat er - richtiger Weise - um Unterstützung telefoniert.

Btw.: hat schon mal jemand versucht aus 1 Meter Entfernung auf dem Boden liegend die Mann-Scheibe zu treffen?
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