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Sicherheitswacht / freiwilliger Polizeidienst

Forum für Polizei, BPol, Zoll - Erfahrungsaustausch

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Sicherheitswacht / freiwilliger Polizeidienst

Beitragvon Flummi » 17.06.2009 17:22

Hallo zusammen.

Aufgrund eines Beitrages (Polizei vs Sicherheitsdienst in Soest) bin ich auf die Sicherheitswacht gestoßen. Das es in Bayern eine Sicherheitswacht gibt, war mir bekannt. Jedoch habe ich nie einen von denen gesehen - soll nichts negatives bedeuten.
Aber was ich nicht wusste, ist, dass es in Baden-Württemberg und in Hessen einen freiwilligen Polizeidienst gibt.
Laut Internet werden die „Freiwilligen“ in Baden-Württemberg sogar voll ausgestattet (mit Dienstwaffe). In Sachsen, wie bei allen anderen, tragen die Sicherheitskräfte zum Eigenschutz ein Pfefferspray.
Die Bezahlung, besser gesagt die Entschädigung, soll zwischen 5 bis 7,5 € liegen. In Baden-Württemberg ist mir nichts bekannt.

Und jetzt die Frage.
Wer von euch hat mal Erfahrungen mit der Sicherheitswacht oder dem freiwilligen Polizeidienst gemacht?
Vielleicht war oder ist einer noch tätig?


Gruß,

Flo

PS: siehe Link: http://www.freiwilliger-polizeidienst.de/
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Beitragvon Berliner » 17.06.2009 18:16

Sicherheitswacht in Bayern sind private Bürger, die sich wichtig Machen, ohne Ausbildung, ohne Waffen.

Freiwilliger Polizeidienst in BaWü sind Aushilfen, die eine Ausbildung von 6 Wochen haben, beschränkt einsetzbar sind und zwar Waffen haben, aber fast nur Verkehrsregelung machen bei Grossveranstaltungen.

Ähnliche Ableger mit dem Namen Polizei findet man in Hessen. Dort ist es eigentlich nur ein schlecht ausgebildeter Angestellter des Ordnungsamtes, der den Verkehr lenkt, oder Müllsünder aufschreibt, aber auch Abschiebungen macht. Aber in OF können diese Beamte werden.
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Beitragvon Fump » 17.06.2009 18:29

Klaus, stellst Du gerade den freiwilligen Polizeidienst auf eine Ebene mit der hessischen Stadt- oder Wachpolizei oder wie meinst Du das?
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Beitragvon guardian_bw » 17.06.2009 21:13

Verschoben ins passende Forum.


klaus hat geschrieben:Freiwilliger Polizeidienst in BaWü sind Aushilfen, die eine Ausbildung von 6 Wochen haben, beschränkt einsetzbar sind und zwar Waffen haben, aber fast nur Verkehrsregelung machen bei Grossveranstaltungen.


Das stimmt so nicht.
Beschränkt einsetzbar kann man lassen, da sie nur zusammen mit richtig ausgebildeten Polizeibeamten einzusetzen sind. Ausnahme wäre die Verkehrsregelung...

Rein rechtlich haben sie jedoch im Dienst den Status des Polizeibeamten mit allen Rechten und Pflichten, mit Ausnahme der Eigenschaft als Ermittlungsperson der StA.
Und sie werden vielerorts nicht nur bei Grossveranstaltungen zur Verkehrsregelung eingesetzt, sondern fahren auch an den Wochenenden oder wenn sie eben gerade können regulär als 2. Mann neben dem "richtigen Polizeibeamten" mit im Streifendienst und machen dort auch alle Einsätze mit, die kommen.



Zu den Freiwilligen in Hessen,
da denke ich auch dass du da etwas sehr gut miteinander vermengst.
Der Freiwillige Polizeidienst in Hessen hat weder mit dem Ordnungsamt (Stadtpolizei) noch mit der Wachpolizei zu tun, sondern ist eine eigenständige Truppe unter Regie der Landespolizei, die jedoch nahezu keine polizeilichen Rechte besitzt (von wenigen Ausnahmen abgesehen).
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Beitragvon Flummi » 18.06.2009 17:37

Solange wir nicht abgeschoben werden, passt es :wink:

Das System in Baden-Württemberg hört sich ja gar nicht so schlecht an.
Na gut, 6 Wochen Ausbildung ist nicht gerade viel aber sie findet bei Spezialisten statt.
Ich finde es faszinierend und interessant: „Nebenjob bei der Polizei“! Ein schöne Abwechslung.
Schade das es sich hier um ein Länderprogramm handelt und ausläuft.
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Beitragvon Berliner » 18.06.2009 18:55

Fump hat geschrieben:Klaus, stellst Du gerade den freiwilligen Polizeidienst auf eine Ebene mit der hessischen Stadt- oder Wachpolizei oder wie meinst Du das?


Natürlich nicht.
Die einen sind Aushilfen, die anderen Vollzeitangestellte von verschiedenen Dienstherren, wie G-bw schon sagte.
Ein guter Freund ist beim Hessischen Modell tätig und er tut nichts anderes den ganzen Tag, wie mit den Armen zu Wedeln und damit den Verkehr zu lenken. Dieses zu einem weitaus geringerem Gehalt (Netto wurde zu Brutto) wie vorher in der privaten Sicherheit, aber dafür den Namen Polizei in der Jobbezeichnung.
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Beitragvon guardian_bw » 18.06.2009 19:57

Flummi hat geschrieben:Das System in Baden-Württemberg ...

Schade das es sich hier um ein Länderprogramm handelt und ausläuft.


wer behauptet denn, dass es ausläuft?
Der FPD in Baden-Württemberg existiert bereits seit ca. 40 Jahren... die Landespolitiker reden von einem Erfolgsmodell und würden es am liebsten in alle anderen Bundesländer exportieren.
Mir ist nichts bekannt, dass der FPD in Baden-Württemberg ein Auslaufmodell sein soll.

Man kann den FPD allerdings durchaus kritisch betrachten, und er ist auch nicht in allen Kreisen rund um die Polizei beliebt. Insbesondere bei den Polizisten des mittleren und gehobenen Dienstes gibt es einige, die ihn am liebsten abschaffen würden (insbesondere die Jüngeren sind in dieser Gruppe stark vertreten).
Die Gewerkschaften machen auch immer wieder gegen den FPD mobil.
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Beitragvon Legende » 19.06.2009 19:57

Aus meiner Zeit bei einer Sondereinheit in Karlsruhe, ist aber schon über 25 Jahre her, ist mir der freiwillige Polizeidienst in Baden-Württemberg bekannt.
Wie schon hier geschrieben, immer in Begleitung eines ausgebildeten Polizeibeamten. Einige Mitarbeiter aus dem freiwilligen Polizeidienst, die mir persönlich bekannt waren, waren im Hauptberuf bei dem Werkschutz im Kernforschungszentrum Leopoldshafen. Einmal sah ich auch einen der mir bekannt war, der fuhr einen Porsche 911 der Autobahnpolizei Karlsruhe (vermutlich war das eine Ausnahme oder er durfte gerade einmal Probefahren).

Die mir bekannt waren, die waren mit Herz dabei.
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Beitragvon guardian_bw » 19.06.2009 21:01

Legende hat geschrieben:Einmal sah ich auch einen der mir bekannt war, der fuhr einen Porsche 911 der Autobahnpolizei Karlsruhe (vermutlich war das eine Ausnahme oder er durfte gerade einmal Probefahren).


Der Porsche war bei der Autobahnpolizei ein ganz normales Dienstfahrzeug.
Da die Freiwilligen in Baden-Württemberg die dienstliche Fahrerlaubnis haben, dürfen diese im Grunde jegliche Dienstfahrzeuge führen, die auf der Dienststelle, auf der sie eingesetzt werden, verfügbar sind.
Sie fahren auch im Streifendienst alles, was verfügbar ist...




________________________________


Hier mal noch offizielle Aussagen:

Freiwilliger Polizeidienst
Hessen
Baden-Württemberg


Sicherheitswacht:
Bayern
Sachsen


Und was wikipedia zum Thema sagt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwilliger_Polizeidienst

Der Link zu freiwilliger-polizeidienst.de wurde ja bereits gepostet

Wer die zur Verfügung stehenden Informationsquellen auswertet und die jeweiligen Länder und ihre Modelle miteinander vergleicht wird schnell feststellen, dass Hessen und Sachsen ähnliche bzw. nahezu identische Modelle betreiben, lediglich andere Namen wurden den Kindern gegeben.
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Beitragvon Seekuhlock » 23.06.2009 16:20

Also ich halte ja vom Freiwilligen Polizeidienst in Hessen gar nix. Das sind ganz normale Bürger die mal Polizei spielen dürfen.
Früher haben die jeden Tag bei der Polizei angerufen und jetzt dürfen sie selbst einen auf Polizei machen...
was hier stand, wurde editiert*

Ist eigentlich ein toller Verein für jeden Hausmeister á la Haumeister Krause.
Schön mit dem Dackel und der schicken hellblauen Jacke auf Streife gehen. :-)



*Edit by guardian_bw:
Derartige Vergleiche sind hier nicht angebracht und auch wenn sie der persönlichen Meinung entsprechen, lasse ich sie hier schlichtweg nicht zu.
Der Stumpfsinnige, der nicht spricht, ist erträglicher als der Dumme, der redet.
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Beitragvon Fump » 23.06.2009 16:42

Man mag von dem FPD halten was man will, aber hier Begriffe wie xxxxxxxx oder xx in Verbindung mit deren ehrenamtlicher Tätigkeit einzubringen ist schon mehr als nur eine Beleidigung...

Edit by guardian_bw:
Begriffe editiert
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Beitragvon Berliner » 23.06.2009 18:56

So einfach ist es auch nicht, genommen zu werden. Die Sieben ganz schön heftig aus.
Grüße aus Berlin
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Beitragvon Seekuhlock » 15.08.2009 17:01

Da mein Beitrag sowieso editiert wurde, möchte ich meine Aussage noch einmal präsizieren ohne jemandem auf den Schlips zu treten.

Ich halte nichts von den Freiwilligen, weil ich unter anderem eine riesige Schwei...ei finde, dass jemand der in seiner Freizeit Polizist spielt und Leute auf ihre Fehler hinweist (gibt ja nicht schon genug Behörden die das tun) auch noch eine Aufwandsentschädigung bekommt, während jemand der seine Freizeit opfert um LEBEN ZU RETTEN (Feuerwehr, Rettungsdienst, Sanitätsdienst.........) einen "feuchten Furz" bekommt.
Das ist eine Ungerechtigkeit.

Es wäre von Herrn Bouffier besser gewesen seinen Fehler einzugestehen und den mittleren Dienst bei der Polizei wieder zu etablieren.

Der ganze Käse mit Freiwilligem Polizeidienst und angestellten Polizisten bei der Wachpolizei haben wir nur dem Versuch zu verdanken, dem Bürger so wenig wie möglich zu zeigen dass der "0815 Polizeibeamte" auf der Straße nicht mehr existiert.

Indirekt hat sogar die Umbenennung von so manchem Ordnungsamt in Stadtpolizei, Kommunalpolizei und Ordnungspolizei mit der Unfähigkeit der Landesregierung zu tun.......so ist immerhin mehr "Polizei" auf der Straße.

Sorry, das ist meine Meinung.......die sollten zugeben dass sie Mist gemacht haben, die Freiwilligen abschaffen und die WaPo in den mittleren Dienst verbeamten. Alles andere ist eine Seifenblase, die irgendwann platzt.
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