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Überfall Wolfsburg

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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon Locationscout » 05.01.2016 19:20

Money hat geschrieben:Du fragst: Was stehen denn in der Dienstanweisung für Handlungsanweisungen für den Fall eines Überfalles oder ernst zu nehmenden Bedrohung mit Messer oder Schusswaffe?
Dieser Satz sagt mir,dass du nicht aus diesem Bereich kommst,sonst könntest du selber die Dienstanweisung lesen.


Vielleicht liest du meinen Beitrag nochmals. Das war eine reine Suggestivfrage!

Ob ich auch so handeln würde? Ja,ist das Objekt der Begierde für die Täter nicht mehr zu erreichen, geben Sie ihren Plan auf.


Sagt wer? Und was ist mit der Geisel? Wenn doch alles so einfach wäre, so nach dem Motto: "da haue ich doch einfach als Fahrer mit der Kohle ab und die Geisel (Bote) soll schauen wo sie bleibt"!!!???
Was würdest du denn machen, wenn beide an Bord wären und die Täter draußen eine unbeteiligte Geisel hätten? Würdest du dann auch einfach davon fahren? Die Schlagzeile würde ich gerne lesen! Oder würdest du dann doch anhalten und die Wertsachen übergeben?

Wie D_R schon sagte, mit jemandem der so eine Einstellung hat, möchte ich nicht als Bote unterwegs sein.

Sollten die Täter dem Abwickler dann trotzdem körperlichen Schaden zufügen,glaubst du, den Fahrer hätte man dann verschont wenn er stehen geblieben wäre?


Die Täter stehen unter Hochspannung und wenden körperliche Gewalt im Normalfall nur an, wenn ihren Anweisungen nicht Folge geleistet wird oder unvorhergesehene Zwischenfälle passieren. Versucht niemand den Helden zu spielen und läuft alles ruhig ab, passiert normalerweise auch nichts.

Ich habe in den Jahrzehnten in dem ich in diesem Job arbeite wohl so ziemlich alles erlebt,um zu wissen, dass
ich genau so handeln würde.
Money


Aha, könntest du dann bitte mal deine Überfallerfahrungen mit Zahlen unterlegen die dein entsprechendes Handeln rechtfertigen würden.

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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon Money » 05.01.2016 20:00

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Aha, könntest du dann bitte mal deine Überfallerfahrungen mit Zahlen unterlegen die dein entsprechendes Handeln rechtfertigen würden.
Könnte ich,werde ich aber nicht.
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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon Locationscout » 05.01.2016 21:37

Money hat geschrieben:Könnte ich,werde ich aber nicht.
Money


...weil deine einzige Erfahrung darin besteht, viele Jahre lang im hochbezahlten GWT-Bereich unterwegs zu sein. Ich habe mir mal deine zurückliegenden Post´s angesehen und wage zu behaupten, dass du im Rahmen deiner Berufsausübung noch nie Opfer eines Überfalles wurdest - glücklicherweise für dich und für dein Umfeld. Daher beschränkt sich deine Erfahrung im Bereich Überfall/Geiselnahme auch nur auf die Theorie.

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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon guwvieh » 07.01.2016 18:05

Locationscout hat geschrieben:
Money hat geschrieben:Könnte ich,werde ich aber nicht.
Money


...weil deine einzige Erfahrung darin besteht, viele Jahre lang im hochbezahlten GWT-Bereich unterwegs zu sein. Ich habe mir mal deine zurückliegenden Post´s angesehen und wage zu behaupten, dass du im Rahmen deiner Berufsausübung noch nie Opfer eines Überfalles wurdest - glücklicherweise für dich und für dein Umfeld. Daher beschränkt sich deine Erfahrung im Bereich Überfall/Geiselnahme auch nur auf die Theorie.

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...dann lass uns mal an deinen immensen Erfahrungen mit solchen Situationen teilhaben...
Man kann auch darüber nachdenken, ob einer, der noch nie in einer solchen Situation war - vielleicht bisher
alles richtig gemacht hat.
:) :D
Unter den Blinden ist der Einäugige König...
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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon Locationscout » 08.01.2016 11:21

guwvieh hat geschrieben:
...dann lass uns mal an deinen immensen Erfahrungen mit solchen Situationen teilhaben...



Ich versuche ja mit meinen Post´s hier Verbesserungsvorschläge zu bringen und vor Nachahmungen der Vorgehensweise in Wolfsburg zu warnen. Ob diese jedoch angenommen werden, wage ich zu bezweifeln.

Es sollte sich einfach nur mal jeder die Frage stellen ob der "Wolfsburger" Fahrer auch als "Held" dagestanden wäre wenn die Situation eskaliert wäre und der Bote wäre in der Situation schwer verletzt oder getötet worden. Es wird immer wieder argumentiert, wenn die Ware weg ist, warum sollen die Täter der Geisel etwas antun? Die Täter handeln in dieser Situation nicht unbedingt rationell, sie stehen mehr unter Druck als die Opfer. Vielleicht fühlen sich die Täter nicht ernst genommen o.ä. und lassen die Wut an der Geisel aus! Diese Geschichte mit dem Wegfahren geht bestimmt in mehr als 50 % der Fälle gut. Aber ich möchte weder der Bote noch der Fahrer bei den anderen Fällen sein, bei denen die Geschichte eskaliert!

Meine Erfahrungen mit "solchen Situationen" (Raub, räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung etc.) stammen übrigens aus beruflich bedingter Zugehörigkeit zu behördlichen Verhandlungsgruppen, sowie diversen Krisenstäben auf nationaler und internationaler Basis im privatwirtschaftlichen Bereich.

Man kann auch darüber nachdenken, ob einer, der noch nie in einer solchen Situation war - vielleicht bisher
alles richtig gemacht hat.
:) :D


Durch entsprechende Aufmerksamkeit bei Anlieferung (wie bereits im vorherigen Post beschrieben) und dementsprechend umsichtiges Handeln kann ich natürlich verdächtige Situationen vorher aufklären und dadurch die Täter von ihrem Vorhaben abbringen. Dafür brauche ich aber auch eine aufmerksame Besatzung, Training und entsprechende Verhaltensweisen was in welchem Fall zu tun ist.

Ich spreche Money ja nicht ab, dass er durch seine Aufmerksamkeit möglicherweise schon diverse Überfälle verhindert hat, es geht aber in seiner Aussage darum, dass er bereits persönlichen Erfahrungen mit Überfällen hat.

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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon D_R » 08.01.2016 12:03

Locationscout hat geschrieben:Durch entsprechende Aufmerksamkeit bei Anlieferung (wie bereits im vorherigen Post beschrieben) und dementsprechend umsichtiges Handeln kann ich natürlich verdächtige Situationen vorher aufklären und dadurch die Täter von ihrem Vorhaben abbringen. Dafür brauche ich aber auch eine aufmerksame Besatzung, Training und entsprechende Verhaltensweisen was in welchem Fall zu tun ist.


Was ist denn für dich z.B. eine verdächtige Situation? Ein Auto, das irgendwo vielleicht auch falsch geparkt ist? Personen die herumstehen und sich anschauen, wie der GWTler gerade arbeitet?

Ich sag es gerne noch einmal. Auch beim Geld- und Werttransport sind wir nicht die einzigen auf der Welt. Wir haben ständig irgendwelche anderen Menschen oder Fahrzeuge um uns herum. Und manche dieser Mitmenschen benehmen sich auch noch scheiße. Zudem haben wir keine Sonderrechte im Straßenverkehr und wenn wir z.B. große Malls beliefern, dann haben wir dort oft nicht einmal das Hausrecht, uns etwas Platz zu verschaffen. In dem Moment laufen an uns hunderte Menschen vorbei. Und einige davon machen (zum 1.000 Mal) den Witz, dass die gerne auch so eine GAA-Kassette hätten.

In Deutschland funktioniert diese Unachtsamkeit bisher ganz gut, weil die deutschen sich von dem Spielzeug am Gürtel der Leute beeindrucken lassen und lieber ehrlicher Arbeit nachgehen oder ehrlich Harz IV beziehen. Unsere von der Frau Merkel eingeladenen Gäste oder die Herren aus den östlichen Nachbarländern lassen sich z.B. nicht beeindrucken. Schauen wir doch einfach mal nach Südafrika, da werden GWTs unter ganz anderen Bedingungen mit ganz anderen Rechten von ganz anderem Personal durchgeführt.
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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon Locationscout » 08.01.2016 13:15

D_R hat geschrieben:Was ist denn für dich z.B. eine verdächtige Situation? Ein Auto, das irgendwo vielleicht auch falsch geparkt ist? Personen die herumstehen und sich anschauen, wie der GWTler gerade arbeitet?

Ich sag es gerne noch einmal. Auch beim Geld- und Werttransport sind wir nicht die einzigen auf der Welt. Wir haben ständig irgendwelche anderen Menschen oder Fahrzeuge um uns herum. Und manche dieser Mitmenschen benehmen sich auch noch scheiße.


Mir ist schon klar, dass die Täter ihre Absichten nicht auf die Stirn geschrieben haben und es nicht einfach ist, Gut von Böse zu unterscheiden. Aber es muss ja nicht immer so sein, dass die GWT-Besatzung mögliche Täter sofort erkennt. Auch die Täter suchen sich die Opfer aus und, jetzt mal ohne zu viel in die Kriminalistik einzusteigen, welcher Bote wird wohl eher Opfer eines Überfalles, der der dynamisch und aufmerksam zum Kunden marschiert oder der, der langsam schlendert und vielleicht noch nebenbei eine SMS schreibt?

Man kann sich auch selbst zum Opfer hervortun, durch demotiviertes Auftreten, Unaufmerksamkeit etc. oder die Opferrolle durch entsprechende Ausbildung, professionelles Auftreten und Aufmerksamkeit nach hinten schieben. Täter, die vielleicht bei der Tatvorbereitung etc. schon mal Augenkontakt mit dem GWT-Team hatten, werden sich möglicherweise ein anderes Opfer aussuchen. Sie befürchten später erkannt zu werden und suchen sich ein risikoärmeres Opfer aus.

Daher bewusst die Umgebung scannen, insbesondere kurz vor dem Kunden. Bei einem großem Einkaufszentrum natürlich schwieriger als bei einem Kunden auf dem Land. Wer von den Anwesenden verhält sich auffällig, Augenkontakt suchen, evtl. über Zentrale mal ein Fahrzeug abklären lassen.

Leider sieht die Realität anders aus, ich habe mal in der Nähe von Köln vor einer Genossenschaftsbank auf dem Parkplatz gewartet. SIXT-Mietwagen mit Münchner Kennzeichen, Touran, dunkle Scheiben. Neben mir parkt ein GWT ein, der Bote steigt aus und geht in die Bank. Ich habe den Fahrer beobachtet und Augenkontakt gesucht. Er hat in seinem Fahrzeug herumgekramt, SMS geschrieben etc. Irgendwann ist der Bote wieder gekommen - kann sein dass er dann nochmals rein ist - letztendlich sind sie dann weggefahren. Ich denke, dass Ganze hat ca. 10 Minuten gedauert. In dieser ganzen Zeit hat sich der Fahrer nicht einmal umgesehen oder seine Umgebung beobachtet.

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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon D_R » 08.01.2016 16:49

Locationscout hat geschrieben:Man kann sich auch selbst zum Opfer hervortun, durch demotiviertes Auftreten, Unaufmerksamkeit etc. oder die Opferrolle durch entsprechende Ausbildung, professionelles Auftreten und Aufmerksamkeit nach hinten schieben. Täter, die vielleicht bei der Tatvorbereitung etc. schon mal Augenkontakt mit dem GWT-Team hatten, werden sich möglicherweise ein anderes Opfer aussuchen. Sie befürchten später erkannt zu werden und suchen sich ein risikoärmeres Opfer aus.


Da bin ich voll bei dir. Nur habe ich gerade ein Dejavu, weil wir das Thema hier im Forum auch schon mal hatten. Es gibt heute kaum noch gute Mitarbeiter denen man den Geldtransport und das Handling einer Waffe zutrauen kann. Die Regel sind irgendwelche Ex Harz IV Empfänger, denen die Arbeitsagentur mal eine Waffensachkunde spendiert hat. Wie ich schon sagte, neben eigenen Fahrten fahren wir auch für ein anderes Unternehmen. Und da ist die Regel, dass wir einen Mann bekommen, der keinen Waffenschein hat, keinen Führerschein hat und auch noch Rückenprobleme hat und demnach auch nicht beim Einladen helfen kann. Und nicht selten ist derjenige auch noch zu dumm um die Knöpfchen im Fahrzeug zu bedienen.

Locationscout hat geschrieben:Daher bewusst die Umgebung scannen, insbesondere kurz vor dem Kunden. Bei einem großem Einkaufszentrum natürlich schwieriger als bei einem Kunden auf dem Land. Wer von den Anwesenden verhält sich auffällig, Augenkontakt suchen, evtl. über Zentrale mal ein Fahrzeug abklären lassen.

Dazu möchte ich öffentlich nichts sagen. Aber jeder von den GWT-Leuten weiß, wie das mit der Zentrale / NSL / NRZ / SOC abläuft.

Locationscout hat geschrieben:Leider sieht die Realität anders aus, ich habe mal in der Nähe von Köln vor einer Genossenschaftsbank auf dem Parkplatz gewartet. SIXT-Mietwagen mit Münchner Kennzeichen, Touran, dunkle Scheiben. Neben mir parkt ein GWT ein, der Bote steigt aus und geht in die Bank. Ich habe den Fahrer beobachtet und Augenkontakt gesucht. Er hat in seinem Fahrzeug herumgekramt, SMS geschrieben etc. Irgendwann ist der Bote wieder gekommen - kann sein dass er dann nochmals rein ist - letztendlich sind sie dann weggefahren. Ich denke, dass Ganze hat ca. 10 Minuten gedauert. In dieser ganzen Zeit hat sich der Fahrer nicht einmal umgesehen oder seine Umgebung beobachtet.


Dass ein Transporter neben einem Mietwagen parkt, mit fremden Kennzeichen oder getönten Scheiben kommt bei einer Tour nicht nur einmal vor. Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Und hast du den Fahrer mit deiner Waffe bedroht? Wahrscheinlich nicht. Also hast du auch nicht dazu beigetragen, dass der Fahrer es lernt :mrgreen:

Ich weiß, du kennst in der Regel anderes Personal. Wenn man dem etwas sagt, dann wird es so ausgeführt => "ist so". Aber das ist leider nicht die Mentalität eines heutigen SMA.
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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon guardian_bw » 08.01.2016 16:55

D_R hat geschrieben:
Locationscout hat geschrieben:Daher bewusst die Umgebung scannen, insbesondere kurz vor dem Kunden. Bei einem großem Einkaufszentrum natürlich schwieriger als bei einem Kunden auf dem Land. Wer von den Anwesenden verhält sich auffällig, Augenkontakt suchen, evtl. über Zentrale mal ein Fahrzeug abklären lassen.

Dazu möchte ich öffentlich nichts sagen. Aber jeder von den GWT-Leuten weiß, wie das mit der Zentrale / NSL / NRZ / SOC abläuft.


Und jeder Zentralist einer GWT-Firma weiss, wie das mit den GWT-Leuten so abläuft.

Ich bin da ganz bei LS. In 5 Jahren als Zentralist einer GWT-Firma habe ich haargenau 1 derartige Anfrage von den Fahrern bekommen.
"Was ich anpacke, klappt immer..... ...manchmal
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Re: Überfall Wolfsburg

Beitragvon D_R » 18.01.2016 17:13

Aktuell bekommen wir allerdings noch ein anderes Problem. Nach der Geschichte in Köln sehe ich immer mehr Leute, die mit SSW herumlaufen. Und auf Dauer wird das zu einem Problem. Denn da weiß man tatsächlich nicht, ob der Typ mit der Knarre gerade Freund oder Feind ist.
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