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Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeiter?

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Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeiter?

Beitragvon Manu1979 » 28.11.2017 21:24

Hallo Zusammen!

Ein Kollege von mir, der arbeitet bei einer der großen GWT Firmen, hat erzählt, dass ab 2018 das Verteidigungsschießen für Geld- und Werttransport Mitarbeiter Pflicht werden soll!

Stimmt das? Und hat jemand darüber mehr Informationen?
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Peter S. » 28.11.2017 21:34

Zumindest in NRW wurde das schon von den ersten Waffenscheininhabern gefordert.
Ob das jetzt bundesweit kommt? Zu wünschen wäre es...
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Manu1979 » 28.11.2017 21:42

Es kann sein, dass das NRW spezifisch ist und "nur" eine Auflage der Waffenbehörde.

Aber ich fände es auch sinnvoll, wenn das bundesweit Pflicht werden würde und dann auch gleich die "Dienst"-Waffe die Übungswaffe sein müsste.
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon drago » 28.11.2017 22:14

Es ist Vorschrift das ein Waffenträger vier mal im Jahr, ca. alle 90 Tage zum Schiessen geht. Ich mache das seit 2003 und damals war das schon Vorschrift. Der Unternehmer muss jedes Jahr auf´s neue nachweisen das seine MA zum Führen einer Waffe die nötige Sachkunde haben. Dazu gehört halt auch das er schiessen kann.
Ich bin wie bin, die einen kennen mich, die anderen können mich....
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Manu1979 » 28.11.2017 22:22

drago hat geschrieben:Es ist Vorschrift das ein Waffenträger vier mal im Jahr, ca. alle 90 Tage zum Schiessen geht. Ich mache das seit 2003 und damals war das schon Vorschrift. Der Unternehmer muss jedes Jahr auf´s neue nachweisen das seine MA zum Führen einer Waffe die nötige Sachkunde haben. Dazu gehört halt auch das er schiessen kann.


Hallo drago, das was Du schreibst ist uns allen durchaus bekannt.

Meine Frage zielte aber auf etwas ganz anderes ab. Und zwar auf die Pflicht zum Verteidigungsschießen ab Januar 2018 für GWT Mitarbeiter. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ziemanns und Prosegurs dieser Welt etwas freiwillig tun, was einen Mehraufwand und damit höhere Kosten darstellt.
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Peter S. » 29.11.2017 09:22

Manu1979 hat geschrieben: ...und dann auch gleich die "Dienst"-Waffe die Übungswaffe sein müsste.


Welche denn sonst?

drago hat geschrieben:Es ist Vorschrift das ein Waffenträger vier mal im Jahr, ca. alle 90 Tage zum Schiessen geht. Ich mache das seit 2003 und damals war das schon Vorschrift. Der Unternehmer muss jedes Jahr auf´s neue nachweisen das seine MA zum Führen einer Waffe die nötige Sachkunde haben. Dazu gehört halt auch das er schiessen kann.


Du kennst aber schon den Unterschied zwischen "ca. alle 90 Tage zum Schiessen gehen" und Verteidigungsschiessen (zumindest, wenn es richtig durchgeführt wird)?
Welche Übungen werden denn bei diesen vier Terminen im Jahr geschossen, und wieviel Munition wird dafür angesetzt? Und wie sieht das im Schnitt in der Branche aus? Da lernt man höchstens den halbwegs unfallfreien Umgang mit Waffen, mehr aber auch nicht.

Als die ersten Waffenscheininhaber dieses Jahr in NRW diese Ansage bekommen haben, haben wir mal deutschlandweit geprüft, wer sowas angeblich anbietet (nach Webseite) und dann geschaut, wer das auch tatsächlich durchführt. Die Ausbeute war ziemlich mau. Und die Zahl der angemeldeten Lehrgänge zur Ausbildung in der Verteidigung mit Schusswaffen und entsprechenden Schiessübungen nach §22 AWaffV tendiert bei den meisten angefragten Waffenbehörden mit entsprechend zugelassener Schiessstätte im Zuständigkeitsbereich Richtung Null. Wenn jemand behauptet, soetwas durchzuführen, macht er es also sehr wahrscheinlich entweder illegal oder eben gar nicht. Die wenigen Ausnahmen, die es tatsächlich gibt, bestätigen die Regel. Und ich bin da bei Manu, ich glaube nicht, dass einer der Großen der Branche diesen Aufwand auf sich nimmt, wenn er nicht gesetzlich oder über die Behörde dazu verpflichtet ist bzw. wird.

Ich bin jedes Jahr beim SUW-Seminar der BG und bin jedes Mal wieder erstaunt, was man da zu hören bekommt.

Ich wage (so traurig wie es ist) die Behauptung, dass vielleicht 10 Prozent der beruflichen Waffenträger in Deutschland schiessen können. Und das ist schon hoch gegriffen und großzügig betrachtet.

Mit viermal im Jahr ein paar Schuss abgeben und ein Zettelchen ausfüllen lernt man das zumindest nicht.
Den Beweis kann man jederzeit antreten.
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Wolperdinger » 29.11.2017 11:34

Schiessen lernt man nur durch Schiessen.
Grußi

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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Peter S. » 29.11.2017 13:36

Hey, das hier is'n Diskussionsforum und nicht 'ne "Mit einem Satz ist eigentlich alles gesagt"-Webseite... :mrgreen:
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Wolperdinger » 29.11.2017 16:32

War ja nur der grobe Umriss. Mit den Details hab ich`s nicht so :mrgreen:
Grußi

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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon guardian_bw » 29.11.2017 21:31

Peter S. hat geschrieben:Mit viermal im Jahr ein paar Schuss abgeben und ein Zettelchen ausfüllen lernt man das zumindest nicht.
Den Beweis kann man jederzeit antreten.


Die überwiegend mangelhafte Ausbildung an der Waffe (damit meine ich jetzt noch nicht mal das Schiessen als solches) in Sicherheitsunternehmen und allgemein für Waffenträger im privaten Sicherheitsgewerbe ist für mich schon lange ein Streitthema.
Und solange da nicht mehr getan wird (bevor man die behördliche Erlaubnis erhält, Waffen zu besitzen oder gar zu führen!), solange bin ich ein strikter Gegner von mehr Bewaffnung in privater Hand. In meinen Augen stellen diese nicht wirklich ausgebildeten Waffenträger eine größere Gefahr dar als alle bösen Buben zusammen.

Wolperdinger hat geschrieben:Schiessen lernt man nur durch Schiessen.


Richtig.

Aber bevor es ans Schiessen geht, gehören zunächst andere Dinge gelehrt und gelernt. Und dazu muss ich nicht schiessen, dazu brauche ich noch nicht mal scharfe Munition: Der sichere Umgang mit der Waffe. Der muss ins Fleisch und Blut übergehen. Erst wenn das sitzt, kann man mal daran denken zu schiessen. Und das gehört dann geübt und trainiert. Bis man auch das kann. Und dann kann die Behörde die Erlaubnis erteilen, die Waffe zu führen.
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon drago » 29.11.2017 21:59

Da im GWT eh nur Revolver eingestezt werden, zumindest kenne ich keine Firma wo das nicht so ist, dürfte der Umgang mit der Waffe wohl nicht allzu schwer zu erlernen sein.
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Peter S. » 30.11.2017 00:18

Das Erlernen des (sicheren) Umgangs mit der Waffe hat aber noch lange nichts mit Verteidigungsschiessen zu tun. Und wer das macht, wird schnell erkennen, dass ein Revolver da weit entfernt von der richtigen Waffenwahl ist.

Dort wo das der Fall ist, kann (und sollte?) man auf die Bewaffnung vielleicht lieber verzichten und auf technische Sicherungssysteme wechseln...

guardian_bw hat geschrieben:
Aber bevor es ans Schiessen geht, gehören zunächst andere Dinge gelehrt und gelernt. Und dazu muss ich nicht schiessen, dazu brauche ich noch nicht mal scharfe Munition: Der sichere Umgang mit der Waffe. Der muss ins Fleisch und Blut übergehen. Erst wenn das sitzt, kann man mal daran denken zu schiessen.


Naja, ganz so ein Hexenwerk ist das auch nicht und - richtig gemacht - sogar recht zügig vermittelt.

Verinnerlichen kann man es - wie Du es ja auch schon angedeutet hast - natürlich nur durch regelmäßige, ausreichend bemessene und richtig gemachte Übung.

Und da kommt dann wieder in's Spiel, was Wolperdinger vorhin gesagt hat.
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon guardian_bw » 30.11.2017 12:35

drago hat geschrieben:Da im GWT eh nur Revolver eingestezt werden, zumindest kenne ich keine Firma wo das nicht so ist, dürfte der Umgang mit der Waffe wohl nicht allzu schwer zu erlernen sein.


Drago, diese Antwort zeigt mir, dass Du nicht ganz verstanden hast, was ich zum Ausdruck bringen wollte.

Auch mit einem Revolver muss man sicher umgehen können und bestimmte grundlegende Dinge im Umgang damit beachten. Und diese grundlegenden Dinge müssen einfach sitzen.
Meine Erfahrungen diesbezüglich sind leider, dass dem weitgehend nicht so ist. Einfach deshalb, weil man in das nicht unbedingt in ein paar Stunden tatsächlich verinnerlichen kann.
Wie Peter zutreffend geschrieben hat: Das geht nur durch viel Übung, viel richtige Übung.
Meiner Meinung nach sollte diese Übung aber vor der Erteilung der waffenrechtlichen Erlaubnis zum Besitz oder Führen von Schusswaffen erfolgen - nicht danach.

Davon abgesehen: Doch, ich kenne mindestens zwei GWT-Unternehmen, die auch Pistolen im Einsatz haben.
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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Wolperdinger » 30.11.2017 14:43

Ohne zu viel sagen zu wollen :wink: bin ich ganz bei euch @guardian und Peter.

Bevor man eine Waffe in die Hand nimmt, kommt die Theorie. Recht, Technik, Taktik ... idR kommt alles zu kurz. Gerade im Zeitraum der "operativen Hektik" ist es existenziell wichtig, ALLE Elemente zu beherrschen.

Drill wird heute leider häufig abgelehnt, geradezu belächelt und als Ausbildungsmethode für Dummies dargestellt. Meistens von Ausbildern, die es selbst nicht können. Eben dieser Drill ist es aber, der den Waffenbediener in die Lage versetzt, auch zum Zeitpunkt eines hohen Adrenalinspiegels die Waffe sicher zu handhaben.

Dazu gehören reglemäßige Trainings in Theorie und Praxis. Viermal im Jahr als Auffrischung könnten da schon reichen, wenn es mehrtägige Trainings wären.
Grußi

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Re: Verteidigungsschießen Pflicht ab 2018 für GWT Mitarbeite

Beitragvon Wolperdinger » 30.11.2017 14:51

... achso ... und der Einsatz von Revolvern ist deshalb geboten, weil die ihnen eigene Technik eine geringere Anzahl an Fehlbedienungen zulässt.
Grußi

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