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Ablehnung Waffensachkunde

Schusswaffen, Waffensachkunde, Schießstände, Waffenschein, ...

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Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Mergo » 25.11.2013 17:29

Hallo,

nur kurz soviel zu mir: ich bin seit 5 jahren in der Sicherheitsbranche tätig und habe seit einem halbem Jahr GSSK in der Tasche. Nun möchte mein Chef, dass ich eine Waffensachkunde als Ausbildung durchführe. Das möchte ich aber nicht.

Kann ich eine Weiterbildung einfach so ablehnen ? Wenn ja mit Begründung ?

Danke im vorraus für "nützliche" Antworten.
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Peter S. » 25.11.2013 19:46

Zwingen kann Dich dazu keiner.

Die Frage ist halt, was dann passiert. Akzeptiert Dein Arbeitgeber die von Dir angeführte Begründung und Du kannst folgenlos weiterarbeiten, nur eben nicht in bestimmten Tätigkeiten?

Oder nimmt Dich Dein Arbeitgeber aufgrund der Verweigerung auf den Kieker und stellt Dich unter "besondere Beobachtung", wobei er ansonsten ggf. tolerierte Fehltritte absichtlich hart abmahnt?

Die vermutliche Antwort auf diese Fragen kannst nur Du Dir selbst beantworten, weil Du die Situation in Deinem Betrieb kennst.

Faktisch kann sich daraus rein theoretisch eine betriebsbedingte Kündigung ergeben, wenn der Arbeitgeber sauber begründen kann, warum er Mitarbeiter ohne Waffensachkunde nicht weiter beschäftigen kann. Wenn Du die bisherigen 5 Jahre aber beim gleichen Arbeitgeber ohne WSK gearbeitet hast, könnte das für ihn aber recht schwer werden. Trotzdem ein Punkt, dem man sich bewusst sein sollte.
Peter S.
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Nemere » 25.11.2013 20:05

Es ist ja im Sicherheitsgewerbe nicht unbedingt alltäglich, dass eine Firma eine Weiterbildung anbietet, solche seltenen Möglichkeiten sollten genutzt werden. Mich würde daher interessieren, warum Mergo diese Weiterbildung ablehnt.
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Mergo » 25.11.2013 20:39

Ok , ich werde mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen... Ich denke auch, ganz folgenlos wird das nicht bleiben.

Warum ich das ablehne kann ich erklären: Ich bin kein Freund von Waffen. Habe damals auch Zivildienst gemacht weil ich den Dienst an der Waffe ablehne. Außerdem empfinde ich das tragen eher als "Druck im Kopf". Ich soll dann auf meine Umgebung achten und nebenbei noch auf die Waffe. Das ist mir einfach zuviel und das möchte ich einfach nicht. Seit 5 Jahren mache ich in meinen Job ohne Waffe und ich denke, dass geht auch weiterhin ohne Waffe. Ich muss dazu sagen, ich bin zwar bei einer SIcherheitsfirma tätig aber hauptsächlich arbeite ich dort im DIenstleidungs- und Servicebereich.
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Peter S. » 26.11.2013 13:48

Die Geschäftsentscheidung, ob ein Dienst mit Waffe ausgeübt wird, treffen aber der Arbeitgeber in Verbindung mit dem Auftraggeber in Verbindung mit der Genehmigungsbehörde.

Ich gebe Dir Recht, dass Du eine Tätigkeit, die Du die letzten Jahre unbewaffnet ausgeübt hast ohne dabei gravierenden Problemen begegnet zu sein, die sich mit einer Waffe hätten lösen können, vermutlich auch in Zukunft gut ohne Waffe ausüben kannst.

Aber vielleicht ändert sich ja die Auftragslage, vielleicht ändern sich die Anforderungen des Kunden, vielleicht ändert sich die Gefährdungsanalyse. Vielleicht will der Arbeitgeber künftig in anderen Geschäftsbereichen tätig werden. Vielleicht sieht er die Waffensachkunde aber auch nur als Qualifizierungsschritt, ohne tatsächlich die Absicht zu haben, Mitarbeiter bewaffnet einzusetzen. Die reine Sachkunde ist Wissen, und da im Schwerpunkt Rechtliches - das schadet bekanntlich nie. Manch ein Arbeitgeber nutzt die Waffensachkunde auch als zusätzliche Möglichkeit, den Mitarbeiter noch einmal von der Behörde checken zu lassen. Je nach Verhältnis zum Vorgesetzten würde ich ggf. einfach mal mit dem reden, dass Du keine Waffe führen möchtest und ihn fragen, ob eine Nichtteilnahme irgendwelche Folgen für Dich hat. Vielleicht ist die Antwort ja "nein" und man wollte den Mitarbeitern tatsächlich nur eine Qualifizierung anbieten und ist insgeheim froh, wenn man sich das Geld sparen kann.
Die Situation beurteilen kannst wie gesagt nur Du, entscheiden ob Du das Ganze ansprichst ebenfalls.

Eine persönliche Anmerkung:

Du sagst, dass Du hauptsächlich im Dienstleistungs- und Servicebereich tätig bist und ich lese heraus, dass Du Deine Wehrdienstverweigerung auch tatsächlich ernst gemeint hast. Das relativiert das Folgende natürlich entsprechend und Dein Anliegen wirkt ehrlicher.

Aber hätte ich einen Mitarbeiter/Kollegen, der tatsächlich mit dem "Schaffen" von Sicherheit zu tun hat und dann durch die Anwesenheit einer Waffe überfordert wäre, dann würde ich mir ernsthaft Fragen über die Geeignetheit stellen. Wie gesagt, Dein Fall ist ggf. anders gelagert, aber ich kann ja nur vom hier Gelesenen aus urteilen.

Zusammenfassend: Wir leben in 'nem freien Land, keiner kann Dich zwingen, denk aber über die hier angesprochenen möglichen Konseqzenzen nach und wenn Du eine Gelegenheit siehst, sprich doch einfach mal mit einem Verantwortlichen. Vielleicht ist das Ganze ja wirklich kein Problem. Eine evtl. Ablehnung würde ich persönlich aber begründen, sonst hätte ich die Befürchtung, dass der Empfänger das falsch interpretiert.
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Fump » 26.11.2013 18:44

Die Geschäftsentscheidung, ob ein Dienst mit Waffe ausgeübt wird, treffen aber der Arbeitgeber in Verbindung mit dem Auftraggeber in Verbindung mit der Genehmigungsbehörde.

Sagt die Genehmigungsbehörde no, können die anderen sich noch so einige sein und sehen keinen Stich... aber das mal berücksichtigt, jo....

Ein wichtiger Unterschied zum Dienst an der Waffe bei der Bw, hier geht es i.d.R. um die reine Notwehr (KKW und Militär aussen vor) bei der Waffe...
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Nemere » 26.11.2013 19:39

Peter S. hat geschrieben:Aber hätte ich einen Mitarbeiter/Kollegen, der tatsächlich mit dem "Schaffen" von Sicherheit zu tun hat und dann durch die Anwesenheit einer Waffe überfordert wäre, dann würde ich mir ernsthaft Fragen über die Geeignetheit stellen.


Genau diese Frage würde ich mir als Arbeitgeber auch stellen.

Aber wäre es nicht sinnvoll, ein offenes Gespräch mit dem Arbeitgeber zu führen, warum jetzt die Waffensachkunde aus Sicht der Firma erforderlich ist?
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Mergo » 27.11.2013 19:34

Ich müsste vielleicht mal dazu erwähnen, dass dieser Dienstleistungs- und Servicebereich einen hohen personellen Bedarf hat und die nächsten 5 Jahre dank gewonnener Ausschreibung auch sicher sind. Außerdem mache ich meine Arbeit sehr gut. Warum ich das sagen kann ? Wenn neue Leute eingelernt werden, schickt man sie zu mir.

Da mache ich mir eher weniger sorgen.Auf lange Sicht werde ich aber (wenn meine Entscheidung nicht akzeptiert wird) wohl unter einer großen Lupe laufen.

Mir ging es bei meiner Frage auch lediglich um die rechtliche Seite. Was kann mir blühen wenn ich nein sage ?! Das weiss ich ja nun und ich bedanke mich für die sinnvollen Antworten.
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Re: Ablehnung Waffensachkunde

Beitragvon Tom511 » 02.12.2013 13:23

Hallo Mergo,

hat es schon ein Gespräch mit den Vorgesetzten gegeben um die Sache zu erläutern? Hast du schon mal daran gedacht, das dein AG dich für einen fähigen Mitarbeiter hält und dir dann eine neue Aufgabe zuteilen möchte? Vielleicht weil du ein zuverlässiger MA bist.

Rechtlich kann dich keiner zwingen, sofern, wie andere schon schreiben, die Grundvorraussetzungen am Objekt sich nicht in diese Richtung verändern.

Das der AG dir Mitarbeiter zur Einweisung schickt, hat eigentlich nichts zu sagen. Passt vielleicht nur immer sehr gut mit dem Dienstplan.

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