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Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Schusswaffen, Waffensachkunde, Schießstände, Waffenschein, ...

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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon D_R » 15.09.2014 20:50

Sorry aber der Grundtenor dieses Threads ist nicht die Prävention eines Angriffes, sondern ein gerade stattfindender Angriff. Und bei solchen Szenarios gehe ich eigentlich immer davon aus, dass die direkte Flucht eine schlechte Option ist, weil die Angreifer schneller sind oder ich z.B. durch eine Schutzweste unbeweglicher bin, etc.

Und jetzt nehmen wir mal ein konkretes Szenario. Nach meinem Dienst steige ich in die Straßenbahn um nach Hause zu fahren. Eine Haltestelle weiter steigen drei Personen ein und umkesseln mich. Zwei steigen durch eine Tür ein, einer durch eine zweite Tür, sodass ich keine Fluchtmöglichkeit habe. Die Türen der Straßenbahn schließen sich. Die Leute kommen immer näher auf dich zu und fangen an dich dumm anzumachen und zu schubsen.

Und an dieser Stelle möchte ich dir Peter die Situation übergeben. Was machst du? Wie reagierst du? Und welche Bewaffnung nutzt du? (Ach ja, Knarren stehen dir nicht zur Verfügung!)
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Peter S. » 15.09.2014 22:52

Nee, das was-wäre-wenn-Spielchen werde ich sicherlich nicht mitspielen, weil das zu nichts führt und keinem einen grösseren Erkenntnisgewinn bringt, da es um Myriarden von Variablen geht, stark individuell ist und jeder lustig Annahmen trifft oder irgendwelche Optionen ausgrenzt.

Im Übrigen ist der Grundtenor dieses Threads die Wahl eines geeigneten Verteidigungsmittels und der gesetzeskonforme Transport desselben, schau' einfach mal an den Threadanfang.

Daraufhin kam nach ein paar Posts dieser Beitrag:

Hamburger hat geschrieben:Insofern mag Pfefferspray im Dienst nicht das richtige Mittel sein - für den Heimweg mit ÖPNV überdenke dies jedoch bitte. Möchte natürlich nicht ausschließen, dass es noch sinnvollere Möglichkeiten gäbe oder eine derartige Gefährdung bei deiner dienstlichen Tätigkeit ausreichend unwahrscheinlich ist. Mach dir halt selber einmal Gedanken darüber.


Und ich führe nur Punkte auf, warum ich OC in welcher Applikationsform auch immer sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Dienstes für ein vollkommen ungeeignetes Selbstverteidigungs- und Einsatzmittel halte.

Was da jeder Einzelne draus macht - seine Sache.

Im Übrigen bleibe ich bei der Feststellung, dass geeignete Maßnahmen zur Vermeidung einer Konfrontation immer besser sind als sich mit irgendwelchen Mittelchen vollzuladen, um die Konfrontation irgendwie zu überstehen. Wenn ich als Sicherheitsmitarbeiter von einem bereits stattfindenden Angriff überrascht werde, sollte ich mir erstmal Gedanken machen, was ich tun kann um sowas zu vermeiden anstatt den Grossteil meiner Energie darauf zu verschwenden, wen ich in welchem Fall wie, wann, womit und wo ummache...


Hamburger hat geschrieben:Insofern sehe ich hier keinerlei juristischen Probleme.


Das ist in der Tat naiv, aber das sei Dir belassen.
Am Ende stehst Du in der Beweisnot, Deine Körperverletzung einer Person zu begründen, die "ja nichts gemacht hat".
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon D_R » 15.09.2014 23:15

Peter S. hat geschrieben:Nee, das was-wäre-wenn-Spielchen werde ich sicherlich nicht mitspielen, weil das zu nichts führt und keinem einen grösseren Erkenntnisgewinn bringt, da es um Myriarden von Variablen geht, stark individuell ist und jeder lustig Annahmen trifft oder irgendwelche Optionen ausgrenzt.


Also ein "Was wäre wenn"-Spielchen ist es nicht. Hier wird viel mehr deine persönliche professionelle Meinung gefragt. Und Knarren habe ich als Option ausgegrenzt, weil hier vll. einige zwar eine haben, aber auf Waffenscheine trifft man eher seltener.

Mir geht es auch nicht darum gleich nach deiner Antwort die Schwachstellen deiner Verteidigung zu suchen. Mir geht es um mögliche Alternativen.

Und du hast sicher damit recht, dass man Auseinandersetzungen aktiv vermeiden kann. Das wird aber nicht immer möglich sein. Irgendwann hat man dann einfach nicht aufgepasst oder man trifft ganz zufällig auf irgendwelche Typen, die stressen wollen.
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Hamburger » 16.09.2014 01:19

Ja, selbstverständlich ist Vermeidung immer die erste Wahl, aber wie D_R schrieb ist Vermeidung nicht immer möglich - aus welchen Gründen auch immer.

Ich denke, dass Peter seinen Standpunkt klar zum Ausdruck gebracht hat, ich tat dies ebenfalls ... zwei unterschiedlichen Meinungen halt. Ich denke weiterführende Beispiele tragen nichts mehr zur Diskussion bei.

Peter S. hat geschrieben:Das ist in der Tat naiv, aber das sei Dir belassen.
Am Ende stehst Du in der Beweisnot, Deine Körperverletzung einer Person zu begründen, die "ja nichts gemacht hat".

Darüber habe ich mir natürlich auch schon Gedanken gemacht. Es bleibt bei mir jedoch die Überzeugung, dass ich von mir mit Sicherheit weiß nur im äußersten Fall von der Notwehr Gebrauch zu machen. Kollegen von mir sind da "impulsiver" und erreichen diese Schwelle deutlich früher. Defensiver geht bei mir nicht mehr bzw. ist für mich ungesund. Wenn dies dann halt vor Gericht nicht reicht, dann ist das halt so. Eine Alternative sehe ich jedenfalls nicht.
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Torben.S » 25.09.2014 12:10

Bei mir in der Firma treibt sich gerade ein komisches Gerücht herum, dass es irgendeinen Kurs gibt, der das Führen eines Teleskopschlagstocks erlaubt. Der Kurs wird angeblich von der Polizei gehalten und umfasst ASP, Tonfa und starre Handschellen. Zudem habe ich eine Ausnahmegenehmigung vom Bürgermeister gesehen, die den Teilnehmern an dem Kurs anschließend das führen des Tele bei öffentlichen Veranstaltungen erlaubt.

Ach ja, und die erfolgreiche Teilnahme an dem Kurs erlaubt es den Leuten sich über die DA "kein Tele" hinwegzusetzen.

Irgendwie ist diese ganze Geschichte so wischi waschi. Denn das Waffengesetz ist meiner Meinung nach da eindeutig. Ich verstehe auch nicht, wieso der Bürgermeister eine Ausnahmegenehmigung erteilt und nicht die zuständige Waffenbehörde.
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon guardian_bw » 25.09.2014 13:34

Diese Lehrgangs-Geschichte mitsamt "Tonfa-Schein" als Voraussetzung zum Führen eines Schlagstocks und was es da noch so alles gibt geistert immer wieder durch die Welt.
Fakt ist: Rechtlich für den Jedermann (zu dem auch bekanntlicherweise wir gehören) nirgends vorgeschrieben.
Auch mit einem solchen Lehrgang werden die Bestimmungen der Dienstanweisung (Unternehmen), der Gesetze (WaffG + entsprechende VwV, VO) sowie BG nicht ausser Kraft gesetzt.

Zu dem erlaubenden Bürgermeister: Je nach Örtlichkeit ist der Bürgermeister durchaus für derartige Erlaubnisse zuständig. Er ist dort die zuständige Waffenbehörde.
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Fump » 25.09.2014 16:54

Der Bürgermeister welcher Stadt war das denn?
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon stinkefuchs » 25.09.2014 17:49

Kleinkleckersdorf?
Bad Meingarten?
Hansestadt Balkonien?
Hintertupfingen?

Ich finde es mittlerweile weder lustig, noch erschreckend. Mich berührt irgendwie nichtmal mehr, dass Leute mit so´nem Bullshit unterwegs sind.

Klar, der Bürgermeister kann was bewirken - ich glaube aber nicht, dass er als Entscheider der Waffenbehörde Bundesrecht aushebeln will.
Die Verwaltungsvorschrift ist da etwas konkreter - und da wird auch kein Bürgermeister sein Parteibuch (sofern vorhanden) riskieren und sich mit der nächsthöheren Behörde anlegen...
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Torben.S » 25.09.2014 18:29

Das war der Bürgermeister einer 15.000 Einwohner Gemeinde in Baden-Württemberg. Wie gesagt, die Info kam mir relativ spanisch vor, obwohl sie vom Einsatzleiter (nicht Chef der Firma) kam. Deshalb frage ich lieber nach.

Unabhängig von der Ausnahmegenehmigung hat der Herr auch behauptet, dass z.B. bei Fußballspielen ein Tele geführt werden kann, wenn "das Grundstück dem Stadionbetreiber gehört". Denn dann führt man den Schlagstock im Hausrechtsbereich und wenn der Grund der Stadt gehört, dann düfte man einen Tele nicht führen.

Ich bin aber der Meinung, dass es egal ist. Ein Fußballspiel ist eine Veranstaltung im Sinne des §17a VersG und da gilt ein Waffenverbot.
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Fump » 25.09.2014 18:34

Zudem habe ich eine Ausnahmegenehmigung vom Bürgermeister gesehen, die den Teilnehmern an dem Kurs anschließend das führen des Tele bei öffentlichen Veranstaltungen erlaubt.

Baden Württemberg? Macht es einfacher.... wie hieß der Ort jetzt doch gleich?

ie gesagt, die Info kam mir relativ spanisch vor, obwohl sie vom Einsatzleiter (nicht Chef der Firma) kam

Was jetzt? Doch nicht selber gesehen nur gehört?
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Torben.S » 25.09.2014 18:40

Bez. des Ortes habe ich dir eine PN Geschickt.

Fump hat geschrieben:Was jetzt? Doch nicht selber gesehen nur gehört?


Also nochmal zur Klarstellung:
Die Ausnahmegenehmigung wurde für das Unternehmen herausgegeben. Ich habe mich mit dem Einsatzleiter des Unternehmens unterhalten, er hat mir eine Kopie der Ausnahmegenehmigung gezeigt, die er bei sich trägt.
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon Fump » 25.09.2014 18:51

langsam wird ein Schuh draus, Unternehmen beantragt Ausnahmegenehmigung und erhält diese auch... grundsätzlich kann das auch jedes andere Unternehmen.... nur die Teilnahme an einem Kurs wird da nix bewegen.... die Genehmigung ist in der Regel zeitlich befristet und auf ein Unternehmen ausgestellt. Grundsätzlich schwer vorstellbar das es nicht auch auf bestimmte VA/Örtlichkeiten festgelegt ist... vielleicht passiert in dem Kaff aber auch sonst nix....
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Re: Teleskopschlagstock-Leidiges Thema für Anfäner

Beitragvon guardian_bw » 25.09.2014 22:40

Fump hat geschrieben:langsam wird ein Schuh draus, Unternehmen beantragt Ausnahmegenehmigung und erhält diese auch...


So sehe ich das auch. Das Bürgermeisteramt ist in manchen Fällen eben die Behörde, die über diesen Antrag entscheidet.

Übrigens, Torben: Fußballspiel -> Veranstaltung? Ja. Was hat da das Versammlungsgesetz mit zu tun?
Das Verbot des Führens von Waffen auf Veranstaltungen regelt sich im WaffG, §42.
Und eben genau in diesem ist auch die Ausnahmegenehmigung geregelt, die die zuständige Behörde (in manchen Fällen eben der Bürgermeister, resp. das Bürgermeisteramt) erteilen kann.


Fump hat geschrieben:grundsätzlich kann das auch jedes andere Unternehmen.... nur die Teilnahme an einem Kurs wird da nix bewegen....

Zumindest nicht in dieser Art, dass die Teilnahme am Kurs eine rechtliche Voraussetzung für die Erlaubnis darstellt. Was der Eraubniserteiler jedoch für persönliche Wünsche hat... solange diese Wünsche nicht dem geltenden Recht entgegenstehen, kann er durchaus diese Wünsche in Auflagen für die Erlaubnis niederlegen.


Fump hat geschrieben:die Genehmigung ist in der Regel zeitlich befristet und auf ein Unternehmen ausgestellt. Grundsätzlich schwer vorstellbar das es nicht auch auf bestimmte VA/Örtlichkeiten festgelegt ist...


Richtig.
Ich habe mir auch mittlerweile abgewöhnt, bei einem Tönespucker ("wir haben die Erlaubnis, auf jeglicher Veranstaltung, egal wo und wie, Hiebwaffen zu führen") noch zu widersprechen...
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