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Waffe führen mit verletzter Hand?

Schusswaffen, Waffensachkunde, Schießstände, Waffenschein, ...

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Waffe führen mit verletzter Hand?

Beitragvon D_R » 28.08.2018 18:53

Hey Leute,

ich habe mir leider bei einem (Arbeits-)Unfall die Hand verletzt. Genauer gesagt ist es ein Schaden an den Nerven der Hand mit der Folge, dass ich kaum etwas an den Fingern der Hand spüre. Außerdem habe ich kaum Kraft in der Hand. Kurz gesagt, beim Laden meiner Glock habe ich ein Problem den Verschluss zurück zu ziehen. Der Arzt sagt, dass es sich in ca. 3-4 Wochen legen sollte.

Wäre die Frage, ob es eurer Meinung nach Sinn macht, so in den Einsatz zu gehen. Momentan haben wir keine HR Jobs, sondern nur ganz normale Touren.

Das Handling der Waffe nur mit einer Hand habe ich schon vorher ausreichend geübt. Mit 19 Schuss habe ich eh mehr Munition in der Waffe, als der 0815 GWTler mit seinem Revolver. Und ein normaler Magazinwechsel geht eh problemlos, wenn der Verschluss offen ist. Problematischer ist eine Störungsbeseitigung. Oder anders gesagt es macht Klick statt peng. Klar, wenn die Hand dann nicht funktioniert, kann ich die Waffe immer noch am Gürtel durchladen, aber schön ist es nicht. So grob geschätzt habe ich ca. alle 1.000 Schuss eine Waffenstörung.

Was meint ihr? Arbeiten Ja oder Nein?
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Re: Waffe führen mit verletzter Hand?

Beitragvon KampfKraut » 29.08.2018 06:06

Ich würde sagen: Ganz klar Nein! :shock:
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Re: Waffe führen mit verletzter Hand?

Beitragvon Peter S. » 29.08.2018 07:45

D_R hat geschrieben:Wäre die Frage, ob es eurer Meinung nach Sinn macht, so in den Einsatz zu gehen.


Einzige richtige Antwort: Nein.

So lange nicht, bis Du Deine Hände nicht wieder 100%ig einsetzen kannst.

D_R hat geschrieben:Das Handling der Waffe nur mit einer Hand habe ich schon vorher ausreichend geübt.


Ich brauche 5 Minuten, um Dir zu zeigen, dass das vermutlich eine Fehleinschätzung ist. :wink:

Auf dem Schiessstand ist nochmal was anderes als unter Stress und in der richtigen Welt.
Peter S.
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Re: Waffe führen mit verletzter Hand?

Beitragvon D_R » 29.08.2018 11:11

KampfKraut hat geschrieben:Ich würde sagen: Ganz klar Nein! :shock:

Peter S. hat geschrieben:Einzige richtige Antwort: Nein.


Könntet ihr das mal bitte mit Argumenten belegen?

Bitte den Part jetzt nicht verstehen als: "Der will doch nur wieder mit der Waffe unterwegs sein", sondern als eine normale Diskussion. Ich versuche auch niemanden zu überzeugen sondern möchte nur Argumente sammeln.

1) Wieso eigentlich eine Waffe? (bezogen auf Deutschland)
Obwohl die Behörden und die Politik etwas anderes behaupten, bin ich der Meinung, dass der Haupt-Grund zum Führen einer Waffe tatsächlich die Abschreckung ist. Ein möglicher Angreifer muss damit rechnen, dass sich ein GWTler mit seiner Waffe gegen einen Angriff wehrt. Und so unterlässt er eben Gelegenheits-Übergriffe. Oder denkt 2x nach, bevor er angreift, da er sein Leben riskiert. Ein weiterer, sehr wichtiger Grund dürfte der Versicherungsschutz sein. Die tatsächliche Abwehr von Angriffen ist zwar auch sehr wichtig, ich habe jedoch in den vergangenen Jahren von keinen Schießereien in Deutschland zwischen GWT und Räubern gehört.

=> Mit dem Führen der Waffe erfüllt man also den Hauptzweck: Die Abschreckung.

2) Schießen geht auch mit einer Hand (Peter S.)
Hier würde mich mal das Argument von Peter S. interessieren, wieso es vermutlich eine Fehleinschätzung ist, dass ich die Waffe auch mit einer Hand bedienen kann. Im normalen GWT-Dienst habe ich in der Regel eh immer einen P-Behälter in der linken Hand für den Transport und die rechte Hand ist frei um zur Waffe greifen zu können. Wenn ich beide Hände nutzen möchte, muss ich den P-Behälter abstellen mit dem Nachteil, dass die ETS die Bewegungsfreiheit einschränkt.

=> Ich muss im Dienst die Waffe eh hauptsächlich mit Rechts bedienen.

3) Wann brauche ich die linke Hand? Andere GWTler haben nur 5-7 Schuss mit dem Revolver
Wir in der Firma haben wir nur Glocks. Die im Dienst verwendbaren Magazine beinhalten 19 Patronen. Damit habe ich im Vergleich zu anderen Diensten deutlich mehr Möglichkeiten. Die Grobmotorik der linken Hand reicht aus um das Magazin einzulegen. Weiterhin merke ich immer wieder, dass die Dienste nur die minimale Zeit auf dem Schießstand verbringen um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, ich bin dagegen viel öfter auf dem Stand.

=> Andere GWTler sind schlechter ausgerüstet und ausgebildet.

4) Risiko
Betrachten wir mal objektiv das Risiko bzw. die Wahrscheinlichkeit. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für einen Überfall bei uns in Deutschland? Schon sehr gering. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man bei einem Überfall die eigene Waffe einsetzen muss? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man bei der Waffe die linke Hand auch noch braucht. In der Statistik wäre das ganze eine bedingte Wahrscheinlichkeit, die sich aus verschiedenen Wahrscheinlichkeiten zusammensetzt. Die Gesamt-Wahrscheinlichkeit ist dann der Faktor beider Wahrscheinlichkeiten. Beispiel: Alle 1.000 Fahrten gibt es einen Überfall. P_1 = 0,001. Bei der hälfte der Überfälle lässt sich eine Schusswaffe einsetzen. P_2 = 0,5. Und nehmen wir mal an, dass ich auch noch eine Waffenstörung habe, wie vorher schon gesagt, alle 1.000 Schuss. P_3 = 0,001. Die Gesamtwahrscheinlichkeit für einen Überfall, bei dem ich die Waffe einsetzen kann und dabei eine Störung auftritt ist also P = P_1 * P_2 * P_3 => ,0000005 => also 1:2.000.000. Knapp unter der Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden.

=> das Risiko ist gering

Ich freue mich auf eure Gegenargumente!
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Re: Waffe führen mit verletzter Hand?

Beitragvon KampfKraut » 30.08.2018 11:20

Ich selber trage keine Waffe. Jedoch würde ich als Laie sagen das bei nicht 100% Sicherheit eben das "Kosten/Nutzen" Risiko nicht stimmt.
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