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Nachtzuschlag/ Urteil Bundesarbeitsgericht

Hier geht es um das Thema Entlohnung, Zuschläge, Arbeitsverträge usw.

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Nachtzuschlag/ Urteil Bundesarbeitsgericht

Beitragvon Dingo110 » 14.12.2015 22:16

Wie viel Nachtzuschlag bekommt Ihr ??


Ich habe schon in Erfahrung bringen können, das es in anderen Bundesländern mal 5% oder mal 15% oder 25% Nachtzuschlag gibt. Ist das Rechtens, das man bei Firma XY Arbeitet diese aber unterschiedliche Nachtzuschläge zahlen für jedes Bundesland ??? Für einen Wachmann, der nur Dauernachtschicht arbeit sehe ich auch einen Zuschlag von 30% angemessen. Ich glaube 5% ist genauso sittenwidrig wie der Mindestlohn ansich! Wo ist das Verhältnis Mindestlohn bleibt gleich und Preise steigen ! Nachtzuschlag ist eine Art Schmerzengeld!

Jetzt gab es ein Urteil in dem das BAG ein Urteil Sprach für einen Arbeitnehmer der Dauernachtsicht arbeitet der hat Anspruch auf 30% Nachtzuschlag dies würde somit auch auf das Sicherheitsgewerbe zutreffen!






Regelmäßig wird sowohl für den Nachtzuschlag als auch für den Freizeitausgleich ein Zuschlag von 25% als angemessen angesehen.
Dazu gibt es ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 9. Dezember 2015 (10 AZR 423/14)
Auszug aus der Pressemitteilung Nr. 63/15 des Bundesarbeitsgerichts:

Bestehen keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen, haben Nachtarbeitnehmer nach § 6 Abs. 5 ArbZG einen gesetzlichen Anspruch auf einen angemessenen Nachtarbeitszuschlag oder auf eine angemessene Anzahl bezahlter freier Tage. Regelmäßig ist dabei ein Zuschlag iHv. 25% auf den Bruttostundenlohn bzw. die entsprechende Anzahl freier Tage für die zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr geleisteten Nachtarbeitsstunden angemessen. Bei Dauernachtarbeit erhöht sich dieser Anspruch regelmäßig auf 30%.
....
Eine Reduzierung der Höhe des Nachtarbeitsausgleichs kommt in Betracht, wenn während der Nachtzeit beispielweise durch Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst eine spürbar geringere Arbeitsbelastung besteht. Besondere Belastungen können zu einem höheren Ausgleichsanspruch führen. Eine erhöhte Belastung liegt nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen bei Dauernachtarbeit vor. In einem solchen Fall erhöht sich der Anspruch regelmäßig auf einen Nachtarbeitszuschlag iHv. 30% bzw. eine entsprechende Anzahl freier Tage.
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Re: Nachtzuschlag/ Urteil Bundesarbeitsgericht

Beitragvon guardian_bw » 14.12.2015 23:40

Dingo110 hat geschrieben:Wie viel Nachtzuschlag bekommt Ihr ??


Das, was im Tarif geregelt ist.

Dingo110 hat geschrieben:Ich habe schon in Erfahrung bringen können, das es in anderen Bundesländern mal 5% oder mal 15% oder 25% Nachtzuschlag gibt. Ist das Rechtens, das man bei Firma XY Arbeitet diese aber unterschiedliche Nachtzuschläge zahlen für jedes Bundesland ???

Das ist, wenn die Arbeitsbedingungen per Tarifvertrag geregelt werden, wie es in unserer Branche der Fall ist, rechtens, ja.
Der Wachmann bei Securitas in München bekommt ja auch einen anderen Lohn als sein Kollege bei Securitas in Berlin...


Dingo110 hat geschrieben:Für einen Wachmann, der nur Dauernachtschicht arbeit sehe ich auch einen Zuschlag von 30% angemessen. Ich glaube 5% ist genauso sittenwidrig wie der Mindestlohn ansich! Wo ist das Verhältnis Mindestlohn bleibt gleich und Preise steigen ! Nachtzuschlag ist eine Art Schmerzensgeld


Äh, nein. Der Nachtzuschlag ist keine Art Schmerzensgeld, sondern soll als Ausgleich dienen. Es ist übrigens auch keineswegs die Zahlung eines Nachtzuschlags gesetzlich vorgeschrieben, es wäre auch ein Ausgleich in Form von Freischichten möglich. Also rein finanziell spürbar im Geldbeutel gleich Null. Dafür aber mehr Freizeit und damit Zeit zum Erholen.


Dingo110 hat geschrieben:Jetzt gab es ein Urteil in dem das BAG ein Urteil Sprach für einen Arbeitnehmer der Dauernachtsicht arbeitet der hat Anspruch auf 30% Nachtzuschlag dies würde somit auch auf das Sicherheitsgewerbe zutreffen!


3 Probleme:

1. Die Höhe des Nachtzuschlags ist bei uns tariflich geregelt. Das BAG hat es offen gelassen, inwieweit durch Tarifverträge von diesem nun als angemessene Höhe definierten 25 bzw 30% abgewichen werden kann.
Auf gut Deutsch: Für uns ändert sich erst mal gar nichts durch das Urteil.

2. 30% sollen ohnehin nur für Dauernachtarbeiter gelten, und 25% können auch unterschritten werden, wenn in die Nachtarbeitszeit Bereitschaftsdienste oder Arbeitsbereitschaft fallen.

So, wirklich Dauernachtarbeiter sind nur relativ wenige von uns - aber ja, es gibt sie. Mir fallen da die Kollegen Revierfahrer ein, die vorwiegend nur nachts unterwegs sind.
Objektschützer im normalen Wechselschichtdienst würden definitiv nicht in die höhere Gruppe fallen.

Und dazu haben viele von uns die üblichen 12h-Schichten. Und damit muss zwingend die Arbeitsbereitschaft enthalten sein, womit dann auch wieder von den 25% nach unten abgewichen werden kann.

3. In einigen Tarifgebieten, vor allem dort, wo noch mehr als 5% gezahlt wird, ist die tarifliche zuschlagspflichtige Zeit von 20:00 - 06:00 Uhr.
Die gesetzliche zuschlagspflichtige Zeit ist nur von 23:00 - 06:00 Uhr, also 3 Stunden weniger.

Profitieren würden ganz sicher die Kollegen, deren Tarif heute nur 5% Nachtzuschlag vorsehen.

Wer heute 15 oder noch mehr % bekommt, von 20:00 bis 06:00, der macht nicht viel Plus - denn wenn die Höhe des Nachtzuschlags steigt, wird sicher die Zeitspanne dem Gesetz angeglichen, also nur noch von 23:00 Uhr an, nicht mehr von 20:00 Uhr.
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