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Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Hier geht es um das Thema Entlohnung, Zuschläge, Arbeitsverträge usw.

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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon Zenturion » 12.06.2012 19:20

sternl hat geschrieben:Thema Dienstzeit: ich persönlich bin ein Anhänger der zwölf Stunden, denn es macht einen riesen Unterschied ob man für sein Stundenoptimum 20 oder gar nur 14 Tage arbeiten darf / muss! Mal ehrlich, ein paar Tage MEHR frei sind doch besser als, lapidar ausgedrückt, zwei Stunden eher daheim - der Tag ist doch weitestgehend gelaufen, so oder so!
P.S. das ArbZG lässt in §7(1) eindeutig Ausnahmen zu und es gibt nicht sooooo viele Posten als z.B. Werkschützer, wo man nicht von "Arbeitsbereitschaft" reden kann, oder?


servus sternl,

also ich hab jahrelang 8-Std-Dienste gehabt, und war deswegen auch 4 Std (nicht 2) früher daheim als jetzt,
wobei der Tag dann eben nicht weitestgehend gelaufen war
zudem waren es 21 Schichten

jetzt, im glohrreichen Werkschutz, , komme ich kaum einen Monat unter 20 Schichten raus (Personalknappheit, offenbar eine Krankheit in dem Job oder sogar künstlich gewollt ?)
aber die Tage sind komplett gelaufen
also nix mit weniger Tagen, dafür mehr Stunden täglich

das wäre mir schon recht, wenn ich 12 Std machen würde, dafür aber nur 14/15 Tage arbeiten müsste,
aber wie schon geschildert, das klappt nicht....................

zum anderen :

klar lässt das ArbZG Ausnahmen zu,länger als 8 bzw. 10 Std täglich arbeiten zu dürfen, aber nur unter der Voraussetzung, daß ein Tarifvertrag existiert, der das zulässt

und (was gerne vergessen wird zu erwähnen)

in erheblichem Maße Arbeitsbereitschaft vorliegt
( also kein "seid doch froh, ist doch eh viel Bereitschaft", sondern eine gesetzliche Vorgabe, die oft genug missachtet wird, wenn man mal die Augen aufmacht)
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon KampfKraut » 13.06.2012 02:56

Was soll man dazu sagen. Ich war/bin mit dem Lohn im Wachgewerbe auch nicht zufrieden. Ich hatte also 2 Optionen. Gehen oder anderes Objekt suchen.

Und siehe da - ich habe ein Objekt gefunden das eine Angemessene Arbeit für den Lohn darstellt den wir bekommen. D.h die ganze Nacht Fern schauen bzw im Internet surfen und 1-2 Rundgänge von so 15 Minuten laufen. Und dafür gibt es dann auch noch Fachkraftlohn.

Trotzdem wäre mehr Geld natürlich nie verkehrt. Momentan arbeite ich so 15-17 Tage im Monat (ab und an auch am WE) und dann sollte es nicht nur in den Monaten wo es Feiertage gibt mehr als 2000€ Netto im Monat sein :)
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon Zenturion » 13.06.2012 10:59

da hast du Recht, Kampfkraut

es mag sicherlich das eine oder andere Objekt geben, an dem man sich kein Bein ausreisst,
und man für sich selbst feststellt, daß die Bezahlung durchaus mit dem geforderten Arbeitsaufwand harmoniert

aber die Tendenz geht eher in die andere Richtung
die "gute Handvoll" Objekte meines Arbeitgebers zeichnen sich durch die Bank durch überwiegende "Vollbeschäftigung" der eingesetzten Mitarbeiter aus,
auch in Nachtschichten
zudem führt der akute Fachkräftemangel (im Raum München) bei uns oftmals dazu, daß Positionen, für die normalerweise 3 Mitarbeiter vorgesehen sind, überwiegend zu zweit besetzt werden, wobei dann schon ein Toilettengang des einen Mitarbeiters zum nervlichen Fastzusammenbruch des verbliebenen Kollegen führen kann, der nicht mehr weiß, was er nun zuerst erledigen soll (Rücknahme eines Leihwagens, Ausgabe von Schlüsseln, Kontrolle des einfahrenden LKW, Ausstellung eines Besucherscheins, Aufsperren eines Sicherheitsbereichs oder doch zuerst das Telefon abheben, das ständig klingelt..............)

davon, daß man in 12 Std auch mal in Ruhe etwas essen möchte (muß), ganz zu schweigen

also haben wir nicht nur nicht die vorgeschriebene Arbeitsbereitschaft, die in erheblichem Maße vorherrschen soll, sondern wir stellen auch fest, mit den ebenfalls gesetzlich vorgesehenen Pausen schaut es genauso düster aus

oder in einem anderen Objekt wird durch den Auftraggeber eine Position gestrichen, so daß einer alleine nun alles machen muß, was vorher zwei gemacht haben,
und dann bist du 12 Std am Stück am "rödeln"
da bist du bei 240 Std plus irgendwann am Ende.....................
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon KampfKraut » 13.06.2012 15:04

Hm ja das kenne ich mit dem "Streichen" - zwar nicht bei mir selbst aber von Kollegen in meiner Firma die an anderen Objekten Arbeiten.

Wenn man Jahrelang zu 3 gearbeitet hat und nun zu 2 dann kann ich eigentlich nur empfehlen genau so weiter zu arbeiten wie zuvor. Und wenn dann logischerweise alles zusammen bricht kann man dem Kunden immer noch vorzeigen wohin seine Sparwut führt.Zieht man aus einem Kartenhaus eine von 3 "Fundament Karten" heraus wird alles Wackelig ------>Logisch oder?
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon sternl » 13.06.2012 23:12

Leute, ich stell ja nicht Eure Wünsche, Meinungen oder Gedankengänge in Frage!
Nur...ich kenne halt auch beide Schicht-Konstrukte, also sowohl 12er als auch 8er - und ich ziehe halt mein Resumee draus! Ihr sagt ja selber, dass oftmals der Krebsschaden beim Auftraggeber liegt, und glaub mir bitte eines, hier im tiefen Osten ists ganz bestimmt nicht einfacher - mag sogar behaupten, dass so manch Kollege aus den gebrauchten Bundesländern die Hände über´m Kopf zusammenschalgen würde!
Fazit: teilweise bescheurte Arbeit wegen bekloppter Ideen des Auftraggebers für einen demütigenden Stundensatz - ja sogar als Fachkraft, angehenden Meister UND Wachleiter!

Ich war anfangs bei VW, ja wir haben immer 240 Std gekloppt, aber mit einem anständigen Dienstrythmus geht auch das super von der Hand - allemal besser als diese 8-Stunden-Dienste jetzt bei einem nicht unbedingt kleineren Konzern!!! Ich sehe es gern aus der personalplanerischen Richtung - man benötigt für nen 3er-System schließlich pro Tag einen Mitarbeiter mehr - was doof ist, wenns Personal knapp wird oder längst ist!
Jedes Schiff was dampft und segelt, braucht einen der die Sache regelt!
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon guardian_bw » 17.06.2012 15:21

Was hat die Diskussion um die Stunden denn nun noch mit dem ursprünglichen Thema "Mindestlohn" zu tun?


Zur Frage nach dem Mindestlohn im Bereich GWT und deren Beantwortung von Mickey Knox:
Mickey_Knox#937 hat geschrieben:Nix......Der deutsche Wachmann iss wie immer der Dumme, solang er sich net dagegen wehrt.

Wir ham nur dicke Muskeln, aber kein Hirn im Schädel.... :mrgreen:


Tja, scheint tatsächlich so dass die wenigsten Hirn im Schädel haben. Denn sonst wäre die Organisationsrate im Bewachungsgewerbe um ein Vielfaches höher, und damit hätte man dann auch bessere Karten in den Tarifverhandlungen...

...aber so wie es derzeit ausschaut wird man wohl auf ewig auf die Almosen der Arbeitgeber angewiesen sein.

"Dagegen wehren" wäre so einfach: Mitglied bei verdi werden, weitere Kollegen dafür gewinnen. Wenn das jeder macht und wir so auf eine Organisationsrate von 60% oder noch mehr kommen, können wir dann auch mit einer anständigen Vertretung in den Tarifverhandlungen rechnen, was sich dann auch in der Lohntüte bemerkbar machen wird.
Denn mit 10% Organisationsrate lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Mit Streik drohen bewirkt da nicht mal ein müdes Lächeln bei den Arbeitgebern...
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon Mickey_Knox#937 » 22.06.2012 14:27

Nicht nur drohen..... sondern auch machen.... Ameisen sollten unsere Vorbilder sein. Denn nur die Gemeinschaft macht uns stark.

Dann ziehen die ganz schnell ihren Kopp aus ihrem Arsch.... :mrgreen:
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Gruss - Mickey!! :-)
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon guardian_bw » 22.06.2012 15:11

Mickey_Knox#937 hat geschrieben:Nicht nur drohen..... sondern auch machen....


Vielleicht das "drohen" im Kontext lesen. Derzeit ist halt nichts mit machen, weil mit 10% Organisationsrate kein Streik durchführbar ist.
Da bleibt es bei drohen, und dieses drohen entlockt eben noch nicht mal ein müdes lächeln bei den Arbeitgebern. Denn diese wissen eben auch, was mit 10% machbar ist und was nicht. Entsprechend diesem Wissen sehen dann halt auch die Tarifabschlüsse aus.

Daher: Organisationsrate erhöhen, und zwar drastisch. Jeder, der nicht Mitglied in der Gewerkschaft ist sollte sich hier an die eigene Nase fassen. Und das sind eben ca. 90% der Beschäftigten in unserer Branche.
Jeder einzelne von diesen 90% ist mit Schuld daran, dass die Tariflöhne so weit unten sind.
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon SecurServe » 20.02.2013 13:03

Mindestloh hin oder her, ist eh zu wenig zum Leben. Ich kann keinem Mitarbeiter der vllt. noch 2 Kinder hat sagen das er für 7,65€ arbeiten soll, im Gegenteil, ich würde mich eher schämen. Ausserdem arbeitet niemand gerne für das Geld oder idendifiziert sich mit dem Beruf. Motivation hat was mit Bezahlung zu tun. Wer gut bezahlt, bekommt Qualität.
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon KampfKraut » 21.02.2013 10:12

Sag ich doch. Immer Arbeiten wie man bezahlt wird. D.h man liefert nur Leistung im Wert von den 8.90€ falls man dieser Lohn Gruppe an gehört. Ist doch angemessen. Man bekommt das für das man bezahlt.
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon Tom511 » 21.02.2013 11:22

Was haltet Ihr denn von leistungsgerechter Bezahlung? Grundlohn + leistungsgerechter Zulage?
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon K.J. » 21.02.2013 14:47

Schon mal darüber nachgedacht, daß die Einstiege, Sachkunde wie auch Unterweisung, einfachste und das meine ich auch so, Anlernjobs sind. Da finde ich 8,90 + Zulagen, grundsätzlich mal ok.

Für was soll es eine Leistungszulage geben? Wer soll diese definieren? Was bekommt der FSS`ler mit seinen ca. 13,00 €, und für was? usw. usw.

Ideen sind immer gut, nur muß man diese auch benennen.

Wenn ein Mitarbeiter gut ist, fördern zur Weiterbildung, dann mit mehr Lohn entsprechend einsetzen.

Gruß
Sicherheitsfachwirt i.A.
(Anmeldebogen hab ich schon mal ausgefüllt)
K.J.
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon Berliner » 22.02.2013 15:57

Richtig!
Es sind und bleiben angelernte Hilfskräfte, was aber auch bei den meissten Tätigkeiten vollkommen ausreicht.
Grüße aus Berlin
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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon Wolperdinger » 23.02.2013 01:16

Unterweisung und SKP = Einfachste Anlernjobs = Mindestlohn = Leistungsgerechte Bezahlung
Zulage = Individualvereinbarung von AG - AN = Vorleistung AN

Zudem bin ich der Meinung, dass der Mindestlohn so ausgelegt sein sollte, dass ich mit 180 MSTD meinen Lebensunterhalt als alleinstehende Person bestreiten kann.
Grußi

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Re: Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Beitragvon Thales » 25.05.2013 18:49

Hallo zusammen,

mit dem Stand vom 1. Mai 2013 wurden Entgeltgruppen (ohne Zulagen) im Objektschutzdienst / Separatwachdienst auf alle Bundesländer gesehen angeglichen. Hier klaffen größere Lücken nur noch in BADEN-WÜRTEMBERG (8,90 Euro), BAYERN (8,42 Euro) und NORDRHEIN-WESTFALEN (8,62 Euro) im Gegensatz zu den anderen Bundesländern (7,50 Euro bis 7,76 Euro). Alle anderen Entgeltgruppen (Revierdienst, NSL, IHK-Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft, Fachkraft für Schutz- und Sicherheit und Veranstaltungsschutz) zeigen immer noch eine Disproportion auf. Diese Erhöhungen sind aber noch zu wenig und gerade die Politiker sollten diesen Kolleginnen und Kollegen wenigstens sagen, dass diese im Alter nichts zu erwarten haben, wenn derartige Entlohnungen weiter Bestand haben sollten.
Mit kollegialen Grüßen

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