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Mindestlohn im Bewachungsgewerbe

Hier geht es um das Thema Entlohnung, Zuschläge, Arbeitsverträge usw.

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Beitragvon stinkefuchs » 18.01.2011 09:51

Stimmt.
Aber hast Du keine Erklärung, woran das liegen könnte?

Preisdumping, Wettbewerb, mangelnde Qualifikation, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Angebot und Nachfrage bzw. Bedarf, wirtschaftliche Situation - es gibt hunderte Argumente.

Und es gibt Jobs, die, trotz Ausbildung, noch deutlich beschissener entlohnt werden...
Und auch da gibts Unternehmer...
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Beitragvon Ben30 » 18.01.2011 12:45

Ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten, deswegen lass ich es einfach.

Du hast Recht, keine Frage.
Aber wie kann das sein, das ein "normaler" 34er Wachmann bei 220 Stunden mit nicht ganz 800,- Netto heimgeht (SK 1),
und ein Sozialhilfeempfänger, hochgerechnet mit allen Vergünstigungen (die Tafel, Rabatte usw.) noch zig mal besser lebt?

Irgendwas stimmt doch hier nicht.

Ich kann nur für mich persönlich sprechen, ich liebe meinen Job, und wenn nicht etwas Herzblut daran liegt, dann sollte man es besser lassen.
http://www.youtube.com/watch?v=1X1_GewAagE <--- Lastkraftwagenfahrer....trööööt trööööt
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Beitragvon guardian_bw » 18.01.2011 15:52

Auch wenn es saublöde klingt:
Der Wachmann mit niedrigem Lohn kann wenigstens noch sein Einkommen durch Stundenklopperei aufbessern.

Diese Möglichkeit bleibt vielen Fachkräften mit Festgehalt vorenthalten, weil deren monatliche Arbeitszeit von vornherein feststeht und Überstunden nur sehr bedingt oder gar nicht möglich sind.

Die Anfahrtswege... ja. Ich bin selbst jahrelang weite Wege gefahren, bis zu 100km einfacher Weg, und kenne daher das Problem. Allerdings muss ich dazu sagen, dass in meinem speziellen Tätigkeitsbereich die Möglichkeiten nicht so dick gesät sind und in jedem Winkel des Landes derartige Arbeitsplätze angeboten werden.
Aber auch hier: In meinem Bekanntenkreis gibt es ein paar der von mir genannten Berufe, und längst nicht alle arbeiten auch wohnortnahe. Da kommen dann auch Wege zur Arbeit von bis zu 50km dazu. Die gehen teilweise morgens um sechs aus dem Haus um abends um neun wieder daheim zu sein...
Das ist aber auch zum Teil eine Frage des persönlichen Willens und auch eine steuerliche Frage. Umziehen in Richtung Arbeitsplatz ist für viele meiner Bekannten durchaus möglich - relativ ungebunden sind sie alle. Aber wollen sie das?
Der Freundeskreis wäre dann eben nicht mehr so direkt greifbar, Familie (die vielleicht doch öfter gebraucht wird, gerade wenn man Kind(er) hat) auch nicht... und dann eben die steuerlichen Aspekte.
Den Umzug aus beruflichen Gründen kann ich nur einmal geltend machen, die Fahrtkosten laufend. Und bei 50km einfacher Strecke kommt da schon ein hübsches Sümmchen an Werbungskosten zusammen, was dann eine schöne Rückzahlung einmal im Jahr ergibt (oder per eingetragenem Freibetrag monatlich mehr Netto). Rechnet man da die ggf. höheren Mieten in Arbeitsplatznähe gegen... Das sind Dinge, die im Einzelfall vom Betroffenen beurteilt und entschieden werden müssen.
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Beitragvon stinkefuchs » 18.01.2011 16:15

Ben30 hat geschrieben:Aber wie kann das sein, das ein "normaler" 34er Wachmann bei 220 Stunden mit nicht ganz 800,- Netto heimgeht (SK 1),
und ein Sozialhilfeempfänger, hochgerechnet mit allen Vergünstigungen (die Tafel, Rabatte usw.) noch zig mal besser lebt?

Irgendwas stimmt doch hier nicht.
Der Großteil der Leute hat noch sowas wie Stolz und ist auch motiviert, den eigenen Lebensunterhalt selbst verdienen zu wollen.

Der Mindestlohn ist ein (leider erzwungener) Baustein, damit eben "mehr" rumkommt.
Arbeit muss sich lohnen - und wenn es nur wenige Euro sind, die mehr im Säckel sind.

Bei 220 Stunden, Steuerklasse I und € 7,50 bleiben definitiv mehr Kröten im eigenen Portemonnaie hängen, als wenn man von staatlicher Unterstützung lebt. So muss es auch sein.
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Beitragvon Ben30 » 18.01.2011 16:26

Bei 220 Stunden, Steuerklasse I und € 7,50 bleiben definitiv mehr Kröten im eigenen Portemonnaie hängen, als wenn man von staatlicher Unterstützung lebt. So muss es auch sein.



Einer meiner Lehrgangsteilnehmer bewacht im Osten, bewaffnet (keine Ahnung ob das ne Manduline spielt) Kasernen für 4, und ein paar zerdrückte Euronen.
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Beitragvon guardian_bw » 18.01.2011 16:29

...wobei die 7,50 EUR auch nicht das Ende der Fahnenstange für die Ewigkeit darstellen.
Der DGB fordert bereits 8,50 EUR Mindestlohn.

Hier heisst es abwarten auf die nächsten Verhandlungen. Der im letzten Jahr ausgehandelte TV Mindestlohn kann (abgesehen von im TV festgeschriebenen Möglichkeit der Sonderkündigung) zum 31.12.2013 gekündigt werden.
Was danach kommt, weiss doch heute noch niemand. Gut möglich, dass die Forderung der Gewerkschaften noch höher als 8.50 EUR ausfällt.
Und bis dahin wäre auch schon mal genug Zeit, die eigene Verhandlungsposition zu stärken, in dem mehr Arbeitnehmer Gewerkschaftsmitglied werden. Nur eine starke Gewerkschaft kann auch einen starken Tarifabschluss schaffen.

Jetzt sollte auf jeden Fall erst einmal der aktuelle Mindestlohn-TV für allgemeinverbindlich erklärt werden und damit zum gesetzlichen Mindestlohn im Sinne des ArbEntG werden.

Ben30 hat geschrieben:
Bei 220 Stunden, Steuerklasse I und € 7,50 bleiben definitiv mehr Kröten im eigenen Portemonnaie hängen, als wenn man von staatlicher Unterstützung lebt. So muss es auch sein.



Einer meiner Lehrgangsteilnehmer bewacht im Osten, bewaffnet (keine Ahnung ob das ne Manduline spielt) Kasernen für 4, und ein paar zerdrückte Euronen.

Siehe oben: Wir reden hier vom Mindestlohn. Aktuell gibt es vielerorts noch Löhne wie die deines Lehrgangskollegen.

Wenn der TV Mindestlohn durch die AVE zum gesetzlichen Mindestlohn wird, dann hat diese Bezahlung ein Ende, der Lohn wird direkt angehoben werden müssen (gem. den im TV festgelegten Erhöhungsschritten) und spätestens in zwei Jahren steht der Wachmann dort bei 7,50 EUR.
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Beitragvon cupper » 22.01.2011 20:40

Ben30 hat geschrieben:Ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten, deswegen lass ich es einfach.

Du hast Recht, keine Frage.
Aber wie kann das sein, das ein "normaler" 34er Wachmann bei 220 Stunden mit nicht ganz 800,- Netto heimgeht (SK 1),
und ein Sozialhilfeempfänger, hochgerechnet mit allen Vergünstigungen (die Tafel, Rabatte usw.) noch zig mal besser lebt?

Irgendwas stimmt doch hier nicht.

Ich kann nur für mich persönlich sprechen, ich liebe meinen Job, und wenn nicht etwas Herzblut daran liegt, dann sollte man es besser lassen.


Erst einmal hat jeder seinen Arbeitsvertrag selbst unterschrieben. Da kann man hinterher den Harz 4 Empfänger nicht für verantwortlich machen.
Das nun der Organisationsgrad auch im Sicherheitsgewerbe beschissen ist, ist weder die Schult der Politiker, Parteien oder des Hartz 4 Empfänger sondern einzig und allein der Beschäftigten. Wenn man zu feige oder zu blöd ist all die Jahre keinen vernünftigen Lohn auszuhandeln ist es jetzt einfach nur erbärmlich nach der Politik zu rufen und einen Mindestlohn zu fordern.
Wir hier im Sicherheitsgewerbe hatten zumindest die Chance auf ein vernünftigen Abschluss.
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Beitragvon Silence » 25.01.2011 23:53

cupper hat geschrieben:
Ben30 hat geschrieben:Ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten, deswegen lass ich es einfach.

Du hast Recht, keine Frage.
Aber wie kann das sein, das ein "normaler" 34er Wachmann bei 220 Stunden mit nicht ganz 800,- Netto heimgeht (SK 1),
und ein Sozialhilfeempfänger, hochgerechnet mit allen Vergünstigungen (die Tafel, Rabatte usw.) noch zig mal besser lebt?

Irgendwas stimmt doch hier nicht.

Ich kann nur für mich persönlich sprechen, ich liebe meinen Job, und wenn nicht etwas Herzblut daran liegt, dann sollte man es besser lassen.


Erst einmal hat jeder seinen Arbeitsvertrag selbst unterschrieben. Da kann man hinterher den Harz 4 Empfänger nicht für verantwortlich machen.
Das nun der Organisationsgrad auch im Sicherheitsgewerbe beschissen ist, ist weder die Schult der Politiker, Parteien oder des Hartz 4 Empfänger sondern einzig und allein der Beschäftigten. Wenn man zu feige oder zu blöd ist all die Jahre keinen vernünftigen Lohn auszuhandeln ist es jetzt einfach nur erbärmlich nach der Politik zu rufen und einen Mindestlohn zu fordern.
Wir hier im Sicherheitsgewerbe hatten zumindest die Chance auf ein vernünftigen Abschluss.



Naja Cupper, ich habe schon Leute vor empfindlichen Objekten gesehen, die sprachlich kaum verständlich waren. Vielleicht freute er sich ja über 7,50€? Da muss ich Dir recht geben mit dem Aushandeln!

Und feige finde ich die Beschäftigten auch nicht, ich finde sie nur ein wenig faul! Weil sich ein Großteil von denen einfach nicht weiterbildet und weiterentwickelt, um solchen 7,50€ Betrieben den Rücken zu zeigen!

Ich habe und würde mich diesem Schicksal niemals beugen!
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Unterschiede im Lohnsystem

Beitragvon felidae » 27.01.2011 01:24

sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen:

1. Bundesländer (andere Länder - andere Sitten)
2. Firmen die den Auftrag geben - jeder will ja sparen und nimmt erstmal die Billigsten
3. Die diversen Fachausbildungen und ständigen Änderungen (WSK, GSSK, SK, LSA, MSA, usw.)
4. Der Staat macht es zu einfach, nen neuen Mitarbeiter billiger einzustellen, weil die S-Firma ja dafür Geld kriegt.
5. Es gibt leider viel zu viele die wirklich aus dem Gedanken heraus "Hauptsache Arbeit" für jeden Hungerlohn den Arsch riskieren.
6. Bitte nicht schlagen - es gibt mittlerweile auch im Sicherheitsdienst zu viele Ausländer als "Billigarbeiter"
7. Aufgrund Geldmangels nimmt doch jeder Rentner noch nen Pförtner-Job mit an, auch für nen Hungerlohn - die dürfen ja nicht mehr dazu verdienen.

Hab ich was vergessen?
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Beitragvon Silence » 27.01.2011 19:49

Stimmt wohl leider, aber ein Aspekt fehlt noch!

Thema Versicherung von Firmen:

Sehr viele Firmen nehmen Sicherheitsunternehmen um die Verischerungskosten zu drücken und da ist es wohl scheißegal, wer da die Arbeit macht? Hauptsache da steht jemand!

Dies sind eben alles Gründe, warum die Quantität der Qualität überwiegt. Sieht man doch schon bei den Aussagen der Arbeitsvermittler. Unter dem Motto; Wie sie können nicht mehr wie 5 Kilo heben, haben Platzangst keinen Hauptschulabschluß und sind linksseitig gelähmt. Da hätten wir was für sie in der Sicherheit!

Unser Ansehen ist leider schwer angeschlagen und viele Menschen machen sich über Sicherheitsmitarbeiter lustig, das hat auch seine Gründe.
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Re: Unterschiede im Lohnsystem

Beitragvon guardian_bw » 28.01.2011 19:27

felidae hat geschrieben:1. Bundesländer (andere Länder - andere Sitten)

Wobei nicht immer nachvollziehbar ist, warum hier knapp 3 EUR mehr pro Stunde im Tarif stehen als ein paar Kilometer weiter westlich... Lebenshaltungskosten sind sooo unterschiedlich nicht.

felidae hat geschrieben:2. Firmen die den Auftrag geben - jeder will ja sparen und nimmt erstmal die Billigsten
3. Die diversen Fachausbildungen und ständigen Änderungen (WSK, GSSK, SK, LSA, MSA, usw.)
4. Der Staat macht es zu einfach, nen neuen Mitarbeiter billiger einzustellen, weil die S-Firma ja dafür Geld kriegt.
5. Es gibt leider viel zu viele die wirklich aus dem Gedanken heraus "Hauptsache Arbeit" für jeden Hungerlohn den Arsch riskieren.
6. Bitte nicht schlagen - es gibt mittlerweile auch im Sicherheitsdienst zu viele Ausländer als "Billigarbeiter"
7. Aufgrund Geldmangels nimmt doch jeder Rentner noch nen Pförtner-Job mit an, auch für nen Hungerlohn - die dürfen ja nicht mehr dazu verdienen.

Hab ich was vergessen?

Vergessen hast du, dass gerade das, was hier Thema ist, dem allen einen gewissen Einhalt gebieten könnte: Der gesetzliche Mindestlohn.
Dann darf halt niemand mehr unterhalb dieses Lohns verdienen.

Dummerweise hätten wir schon lange bessere Löhne (die dann auch allgemeinverbindlich sind) haben können, aber dazu ist der Großteil der im Bewachungsgewerbe beschäftigten wohl zu doof.
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Det kannste so aber nich sagen ...

Beitragvon felidae » 28.01.2011 21:18

Dummerweise hätten wir schon lange bessere Löhne (die dann auch allgemeinverbindlich sind) haben können, aber dazu ist der Großteil der im Bewachungsgewerbe beschäftigten wohl zu doof.


Weil, da haben die Arbeitgeber leider auch noch ein Wörtchen mitzureden...

Und die versuchen Aufträge durch Lohndumping durchzukriegen.

Oder sie haben ihren Firmensitz im Bundesland "A" - dort wohnst du auch,
aber der Auftrag ist in Bundesland "B".

Ergo, du verdienst das kleine Geld und gibst das große Geld aus fürs Leben.

*
Mindestlohn für alle - Hm, schön und gut.

Deswegen kostet das Brot und die Butter in BW trotzdem das Doppelte als in BY.

Der Vergleich geht ja nach Bundesland bis ins Drei- oder Vierfache ...

LEIDER !
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Re: Det kannste so aber nich sagen ...

Beitragvon guardian_bw » 28.01.2011 22:14

felidae hat geschrieben:
Dummerweise hätten wir schon lange bessere Löhne (die dann auch allgemeinverbindlich sind) haben können, aber dazu ist der Großteil der im Bewachungsgewerbe beschäftigten wohl zu doof.


Weil, da haben die Arbeitgeber leider auch noch ein Wörtchen mitzureden...

Und die versuchen Aufträge durch Lohndumping durchzukriegen.

Wenn die Arbeitnehmer entsprechend stark auftreten können und den nötigen Druck ausüben können...

Bringt nix? Komisch. Ich kenne Branchen, da geht verdammt viel.

felidae hat geschrieben:Oder sie haben ihren Firmensitz im Bundesland "A" - dort wohnst du auch,
aber der Auftrag ist in Bundesland "B".

Erfüllungsortprinzip, tarifvertraglich festgelegt. Ist es ja bereits heute, bringt nur wenig da der entsprechende TV nicht allgemeinverbindlich ist. Tarifbindung müsste dann auf andere Weise erfolgen, und das ist leider nicht immer gegeben.

felidae hat geschrieben:Ergo, du verdienst das kleine Geld und gibst das große Geld aus fürs Leben.

Geht auch umgekehrt. Billig leben, "teuer" (vergleichsweise) verdienen. Nur beschwert sich da niemand.


felidae hat geschrieben:Deswegen kostet das Brot und die Butter in BW trotzdem das Doppelte als in BY.

Halte ich für ein Gerücht. Ich arbeite für ein Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel, welches in 5 Bundesländern mit diversen Vertriebsketten präsent ist.
Die Preisreports, die im Intranet zu finden sind, geben keine derartigen Preisunterschiede her.

Das einzige was unbestritten stark unterschiedlich ist, sind die Preise und Mieten für Wohnraum.
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Beitragvon stinkefuchs » 28.01.2011 22:22

Es gilt das Erfüllungsortprinzip.

Leute aus Thüringen verdienen in Niedersachsen den niedersächsischen Tarif, Leute aus RLP verdienen in BW auch den BW-Tarif. Alles andere wäre nicht "regelkonform". Wenn sowas bei einer Prüfung rauskommt, hat der Arbeitgeber nicht lange Vergnügen an seinem Gewinn gehabt. Da kommen ein paar größere Summen auf ihn zu.

Arbeitgeber sind manchmal auch ganz nette Menschen, die durchaus auch freiwillig über Tarif zahlen würden - wenn die Auftraggeber mehr geben würden. Das hängt aber teilweise an den "organisierten Arbeitgebern und den organisierten Arbeitnehmern" und ihren jeweiligen Vertretungen.

Zwischen diesen Parteien werden die Tarife ausgehandelt.
Wenn beide Seiten auf eine Erhöhung um X Prozent pochen würden, müssten die Auftraggeber mehr bezahlen.
Es sind nicht immer nur die bösen Arbeitgeber, viele Arbeitgeber leiden unter den knappen Verrechnungssätzen, die von den "Organisierten" ausgehandelt wurden und deren Mitgliedsfirmen mit diesen Niedrigpreisen den Markt aufrühren.

Ich bin Befürworter von "gute Arbeit = gutes Geld" - und ich scheiße einen großen Haufen auf den BDWS und auf die Gewerkschaften.
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Beitragvon guardian_bw » 22.03.2011 16:10

Der Tarifausschuss im BMAS hat zugestimmt, demnach dürfte das BMAS die AVE bald rausgeben und der Mindestlohn TV wird damit tatsächlich zum gesetzlichen Mindestlohn unter dem Dach des Arbeitnehmerentsendegesetzes und gilt dann künftig für alle - egal ob inländische Unternehmen, die Bewachungen anbieten, oder eben auch ausländische.

Quelle

Verstösse können mit bis zu einer halben Million Euro Bußgeld geahndet werden...
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