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Türsteher - Veranstaltungsschutz - Clubs / Discotheken

Veranstaltungsschutz, Discoabsicherung, Türsteher

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Türsteher - Veranstaltungsschutz - Clubs / Discotheken

Beitragvon Teriyaki » 18.02.2011 21:18

Guten Abend,

ich bin momentan Schüler und wollte mal fragen, wie man eigentlich in den Beruf am besten einsteigen könnte.

Momentan bin ich 17 Jahre alt (ja ich weiß noch zu jung aber ich würd mich gern schon früher mal erkundigen) und gehe aufs Gymnasium.

Würde aber den Türsteherberuf dann nur sag ich mal als Zweitjob ausüben, da es ja eigt nur Abends/Nachts und am Wochenende ist..

Also, wie macht man es am besten? Fragt man direkt in den Discotheken nach, geht man zu einer Jobbörse, gibt es irgendwelche Unternehmen die "Ausbildungen" anbieten?
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Beitragvon Ben30 » 18.02.2011 21:31

Erstmal Willkommen!

Vorstellen kannst du dich auch im Vorstellungsthread

Würde aber den Türsteherberuf dann nur sag ich mal als Zweitjob ausüben


Wie kommst du denn auf den Gedanken Türsteher zu werden ?
Bist du sportlich aktiv ? Hast du Freunde in dem Gewerbe ?

Also, wie macht man es am besten? Fragt man direkt in den Discotheken nach, geht man zu einer Jobbörse, gibt es irgendwelche Unternehmen die "Ausbildungen" anbieten?


Einen Job als Türsteher bekommt man in der Regel über eine Empfehlung, eines schon im Gewerbe tätigen Mitarbeiters.
...und das ist auch gut so.
http://www.youtube.com/watch?v=1X1_GewAagE <--- Lastkraftwagenfahrer....trööööt trööööt
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Beitragvon Teriyaki » 18.02.2011 21:36

hey, danke für die schnelle antwort..

also ich spiele seit ca. 9 jahren fußball, rauche nicht und hab eine sehr gute kondition

ebenfalls gehe ich seit ca. 1 jahr ins fitnessstudio (aber nicht denken dass ich so einer wär der gerne so nen schrank werden möchte der sich nicht mehr bewegen kann)

ich tu das für meine fitness, um ne gute figur und kraft zu kriegen ..

naja bekannte habe ich leider keine in dem gewerbe und kampfsporterfahrung (nachweisbar) auch nicht..
habe mal aus spaß mit meinem nachbarn bisschen sparring im keller gemacht aber das ist nicht soo erwähnenswert.. das meiste habe ich halt von freunden etc gelernt, habe jedoch keine anzeigen oder sonstiges was mir im weg stehen könnte... naja kampfsporterfahrungen sind auch nicht erwähnenswert denke ich da einige ja viele jahre in vereinen etc sind...

wie ich drauf komme.. naja generell gefällt mir das auftreten und die verantwortung.. man wird respektiert und hat auch die positiven seiten am beruf..
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Beitragvon Ben30 » 19.02.2011 11:00

meine persönliche Meinung,

dir fehlt nicht nur der sportliche Backround, sondern auch jedemenge Lebenserfahrung um verschiedene Situationen richtig einzuschätzen und dementsprechend zu reagieren.

Ohne ein sicheres Auftreten, psychologische Grundkenntnisse, Grundkenntnisse zum Thema Jedermansrecht, Hausrecht und diverse Kontakte in der "Scene", behaupte ich einfach mal hast du keine Chance auf so einen Job.

Ich empfehle dir dringend davon abzulassen.

Ein möglicher Weg wäre, eine Kampfsportschule zu besuchen, dort und im Fitnesstudio Kontakte zu knüpfen, eine Sachkundeprüfung abzulegen und mit etwas Glück in die entsprechenden Kreise zu rutschen.
Sowas geht natürlich nicht von heut auf morgen.
Wenn du was drauf hast, wird man auf dich zugehen und Interesse an einer Zusammenarbeit bekunden.

ps.

..so ein toller Job ist das nicht !
http://www.youtube.com/watch?v=1X1_GewAagE <--- Lastkraftwagenfahrer....trööööt trööööt
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Beitragvon Connar76 » 19.02.2011 13:05

Willkommen im Forum erstmal !

Kann mich da den Vorrednern nur anschliessen. Du hast eine schlechte Zeit erwischt, um an die Tür zu gehen. Die guten alten Tage habe selbst ich nicht mehr mitgemacht. Die kenne ich nur vom Hörensagen von alten Hasen. Ich habe die Handschuhe Silvester an den Nagel gehängt nach dreizehn Jahren in der Sicherheit. Es ist nicht schade drum. Es wird immer schlechter bezahlt. Ohne Namen und Background verdient man soviel wie andere Leute im Callcenter. Wo früher das Geld für drei oder vier Kollegen da war, will der Auftraggeber nur noch einen bezahlen. Ich habe die letzten vier Jahre alleine an zwei harten Türen gearbeitet. Nicht, weil ich das so geil fand und der härteste Hund im Turf bin. Mit Sicherheit nicht. Sondern weil ich das Geld brauchte, um über die Runden zu kommen. Pures Glück, das ich da mit heiler Haut rausgekommen bin. Die Gäste saufen vor und kommen besoffen an. Reinlassen musste sie trotzdem, weil in vielen Lokalitäten mittlerweile jeder fünfer Eintritt zählt. Du wirst Messer, Knüppel und jede Menge anderer unfairer Kampfkonstellationen vorfinden im Einsatz gegen dich. Du wirst von Angreifern wegen Körperverletzung angezeigt. Glaube nicht, das du Rechtsbeistand erhältst oder Rückendeckung vom Auftraggeber. Egal, was er sagt. Vertrau nicht drauf. Du wirst am Ende alleine dastehen, wenn Geldbusse droht oder Gefängnis.

Und bei all den schönen Sachen sind wir noch nicht beim Stichwort organisierte Bandenkriminalität angekommen. Die freien Türen kannst du in den meisten Städten an einer Hand abzählen. Und die sind definitv kein(!) geeigneter Übungsplatz für erste Loorbeeren im Felde. Ahhh, das beste hätte ich fast vergessen. Die üblichen Morddrohungen. Als Türsteher hast du nie frei. Merken! Du wirst nicht in der Stadt unbeschwert feiern, in der du arbeitest. Die Leute nehmen Hausverbote unglaublich persönlich. Und deren Hass und verletzter Stolz kennt keine Stechuhr. Apropo Beziehungen: Schminks dir ab. Das macht keine lange mit, das der Freund immer Wochenende arbeitet und dann noch ständig von anderen Frauen angeflirtet wird. Da sind Kleinigkeiten wie frieren im Winter vor der Tür bei -10 Grad die Nacht oder höllisch schwitzen in Weste im Sommer bei gefühlten 50 Grad plus nicht erwähnenswert. Stichwort Kollegen: Wenn ich alleine arbeite, weiss ich wenigstens, das hier jeder seinen Job beherrscht im Team. Du bist ein Newbee ohne bemerkenswerte Qualifikationen. Es wird schwer sein, da in ein Team zu kommen. Wo nur noch halb so viele bezahlt werden, wie eigentlich gebraucht würden, ist kein Platz mehr, um Frischlinge anzulernen. Klingt hart, ist aber verständlich. Was man nicht braucht, sind junge Hitzköpfe, die nicht wissen, was sie tun.
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Beitragvon Teriyaki » 19.02.2011 13:10

danke für die vielen antworten..
und vorallem in die einblicke in den beruf..
naja ich dachte halt, dass es ja eigt viele discotheken etc gibt und irgendwann die alten hasen so oder so aufhören, dass nachschub gebraucht wird
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Beitragvon Connar76 » 19.02.2011 13:22

Da ich aber nachvollziehen kann, das einen das Umfeld reizt und junge Männer ohnehin schwer zu stoppen sind mit vernünftigen Einwänden (hat bei mir auch nicht gefruchtet) empfehle ich eine Herangehensweise an den Job. So wie ich das gemacht habe. Hat nicht geschadet.

Steige sanft in die Sicherheit ein. Such Dir eine gute Firma in der Umgebung und mache den 34a dort. Schnuppere in den Veranstaltungsschutz im Team rein. Mach ein paar Volksfeste mit, Open Air Events oder sichere Studentenparties. Du wirst dankbar sein an echten Türen, wenn Du weisst, was du zu tun hast. Das meine ich sehr ernst. Training on the job kann verdammt weh tun. Lieber Schweiss im Training lassen als Blut im Kampf. Hinzu kommt: Türjobs werden durch Vitamin B vergeben. Da ist jede Stadt ein Dorf. Hast du erstmal ein oder zwei Türen verrissen aus Unerfahrenheit, wirst du keine Anstellung mehr finden. Das geht rum wie ein Lauffeuer.

Gute Seiten im Job? Du kannst stolz auf dich sein, wenn du morgens in den Spiegel schaust. Es gibt nicht viele Männer, die den Job verantwortungsvoll wirklich gut ausfüllen können. Es wird deinen Charakter formen. Du wirst aufmerksamer, lernst viel über Menschen. Und über dich in Extremsituationen. Du wirst ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln. Darauf stehen Frauen. Nicht auf den Proll in Bomberjacke oder das Steiftier mit Knopf im Ohr. Sondern sie vergucken sich in das, was du repräsentierst. Eine archaisch anmutende Form von Sicherheit. Die schlechte Nachricht: Die, die dir zufliegen wie Motten dem Licht, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst höchst unsicher, was im Alltag und Werdegang problematisch werden kann. Aber das ist ein anderes Thema *seufz*

Und das junge Alter berücksichtigend: Ja, junge Dinger stehen auf Türsteher. Das ändert sich sich Anfang Mitte zwanzig, wenn es auf einmal peinlich wird zu sagen, das der Freund Türsteher ist. Hast also noch Zeit.. :wink:
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Beitragvon Teriyaki » 19.02.2011 13:29

naja ehrlich gesagt klar als junge/mann wird wohl niemand was dagegen haben dass die weiber auf einen stehen...
aber ich muss ehrlich sagen dass ich eher der beziehungstyp bin und das auf keinen fall machen würde, nur um irgendwie der champ zu sein ..

dieser 34a .. wie lange dauert das ca.?
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Beitragvon Connar76 » 19.02.2011 13:38

dass nachschub gebraucht wird

Klar. Überall gehen Leute und neue rücken nach. Aber heutzutage rücken viel zu viele nach! Du bist ein Gesicht von hunderten in der Stadt. Wenn ich trainieren gehe, sehe ich nur noch junge Bengels, die stemmen gehen, vor Kraft kaum laufen können und am besten mit Chemie nachhelfen. Ich habe immer gesagt, der Feind trainiert mit. Werden es keine Türsteher, denn unter jungen Testosteronbolzen ist das ein beliebter Berufswunsch, sind das mit hoher Wahrscheinlichkeit die Typen, die am Abend Stress machen. In meinem Fitnesstudio steht mein Name nicht auf der Parkplatzkarte wie bei den anderen Gästen. Weil ich so manche Nase abends schon vor dir Tür gesetzt habe, die dort trainiert. Wenn mich einer anspricht oder auf mich zukommt, rastere ich erstmal schnell durch, ob ich das Gesicht von der Tür kennen und ob eventuell ein Racheakt droht.

Mach etwas, was dich aus der Masse heraushebt. Trainiere Kampfsport, keinen Ausdauersport. Du musst stehen, nicht weglaufen :wink:
Sei höflich, umsichtig und nimm Kontakt auf zu einem alten Hasen an der Tür. Frage freundlich und nicht überheblich. Nimms ihm nicht übel, wenn er grade schlecht gelaunt reagiert. Jeden Abend kommt irgendwer daher und fragt, was man so alles braucht, um Türsteher zu werden. Sei einfach angenehm im Umgang und stelle Fragen, die ihm zeigen, das du dich mit der Materie bereits ernsthaft befasst hast. Vielleicht hilft er dir mit Kontakten.

Die wichtigen Faktoren, die einen Türsteher zu einem guten machen, sind nur schwer gezielt trainierbar. Du bist zu jung, um schon gut zu sein. Ruhe, Ausgeglichenheit, Umsicht, charakterliche Reife, sicheres festes Auftreten... das fliegt einem nicht zu, das muss sich entwickeln. Du musst in Dir selbst ruhen im Dienst.

Na, auf jeden Fall alles Gute auf deinen Wegen, wohin sie auch gehen mögen! Türen brauchen guten Nachwuchs. Die paar, die Qualität auch bezahlen und wertschätzen.
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Beitragvon Connar76 » 19.02.2011 13:50

naja ehrlich gesagt klar als junge/mann wird wohl niemand was dagegen haben dass die weiber auf einen stehen...
aber ich muss ehrlich sagen dass ich eher der beziehungstyp bin und das auf keinen fall machen würde, nur um irgendwie der champ zu sein ..

dieser 34a .. wie lange dauert das ca.?

34a dauert ne Woche. Dazu schreibe ich jetzt nichts, google oder suche im Forum hilft da weiter.

Und nein, Bewunderung tut mit Sicherheit keinem weh. Aber grade die Beziehungstypen, zu denen ich mich ebenso zähle, haben es richtig richtig schwer mit dem Job. Zudem machst Du dir auf Dauer die gesunde jugendliche Naivität kaputt. Es fällt schwer, auf Dauer an Treue zu glauben, wenn du Nacht für Nacht mitbekommst, wer alles so mit wem .... , wenn der Partner mal grade nicht hinguckt. Oder wieviele Frauen dir Angebote machen, wo der Freund 10 Meter weiter steht. Oder zuhause sitzt und glaubt, das sie mit ihren Freundinnen einen netten Abend verbringt. Ich war drei Jahre Single, weil ich mir so wenigstens sicher war, das ich nicht der Depp bin, der zuhause hockt, während meine Maus nem anderen das Knie streichelt. Da braucht man einen gesunden Abstand und ein gesundes Umfeld, um da keine verzerrte Weltsicht zu bekommen. Kennst du ne Krankenschwester? Die sieht auch nur noch Kranke und Krankheitsanzeichen. Natürlich ist nicht jeder krank.. Aber jeder trägt seine eigene Brille. Und als Türsteher siehst du irgendwann nur noch Säufer, Schläger, Dummschwätzer, Weicheier, Kokser und Fremdgeher. Das kann ziemlich zynisch machen. Du siehst die Menschen, wie sie wirklich sind. Ohne ihren Alltagsschutzschild. Du weisst irgendwann, das alles nur Fassade sein kann.

Du steuerst aufs Abitur zu. Mach was ordentliches, gehe zu einer Behörde und ziehe das Ding ganz oder gar nicht durch. Das wäre der beste Rat, den ich Dir geben kann. Entweder es steckt in dir und du willst genau das. Oder mach was anderes. Dieser Job kann einem mehr nehmen, als er zurück gibt.
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Beitragvon peer » 19.02.2011 15:39

@Connar:

Ich glaube, viele von uns haben kopfnickend vorm PC gesessen und sich selbst wiedererkannt.

1+ mit Auszeichnung für Deine Ausführungen!!
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Beitragvon Connar76 » 19.02.2011 16:30

@ Peer
Thanks für die Blumen!

Ich habe mir hier etwas Zeit genommen für ein paar grundlegene Ausführungen, weil hier ein junger Mann einen, auf den ersten Blick völlig verständlichen, Wunsch hat. Ich hatte keinen Mentor damals und musste alles alleine rausfinden. Das ein oder andere Mal hätte mir ein Rat bestimmt gutgetan. Bei einem meíner ersten Fehler habe ich gleich durch Schmerz gelernt. Hocker über den Schädel von hinten. Ist mir nie wieder passiert. Hätte vielleicht aber auch gereicht, das mir einer im Training gesagt hätte: Pass immer auf deinen Rücken auf, wenn du alleine zwei Kontrahenten trennst. Immer beide im Blick halten!"

Nun ist es leider so, das oft die besten Anwärter auf den Job die sind, die nicht ansprechen, sondern angesprochen werden. Mir haben das damals öfters Leute empfohlen. Da habe ich jahrelang gesagt, Türarbeit ist mir zu gefährlich. Da reichte mir Nachts Revierfahren, Hausverbote dort durchsetzen und ein fester Platz im Team Veranstaltungsschutz im SD. Nur irgendwann habe ich aus meinen Lieblingslokalitäten nebenbei soviele Idioten auf Spur gebracht, das ich mir irgendwann dachte: "Mensch, wenn du tatsächlich mehr Spass daran hast, hier für Ruhe zu sorgen als damit, zu saufen und mitzufeiern, dann kannst Du dich dafür auch bezahlen lassen". Auf Dauer macht einen das auch nicht froh, als Gast immer Freidrinks zu erhalten, weil der Clubbesitzer die Tür einspart und die Mädels alles alleine durchstehen dürfen. Aber das war, zusammen mit dem normalen Sicherheitsdienst, die gesunde Basis, um als Kollege ernstgenommen zu werden und das erste richtige Arbeitsangebot für die Tür zu erhalten. So fing das dann an mit der Story..
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Beitragvon peer » 19.02.2011 16:46

@Connar: Die Blumen hast Du Dir verdient - noch ein paar Pralinen dazu?

Ich habe mir hier etwas Zeit genommen für ein paar grundlegene Ausführungen

Es ist auch deutlich ersichtlich, dass Du dabei den Nagel auf den Kopf triffst - und Positiv- wie auch Negativaspekte beleuchtest.
Ich denke, man hätte es nicht besser umschreiben können, zumal man merkt, dass Du diesen Job mit "Hassliebe" gemacht hast..... Es ist halt eine Berufung und kein Beruf!!

An der Tür ins Sicherheitsgewerbe einzusteigen ist auch aus meiner Sicht der deutlich falsche Einstieg. Erst gestern auf einer Veranstaltung ist ein, vielleicht gerade 20jähriger, Hampel auf mich zugekommen, der mir voller Stolz berichtet hat, dass er seit einem Jahr für ein Unternehmen an einer Discotür arbeitet.... Während des Gespräches hatte ich ernsthaft Angst, ihn einzuatmen - körperlich und intellektuell...
Ich finde es einfach unverantwortlich!
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Beitragvon Connar76 » 19.02.2011 17:30

Pralinen !? Nehmen ist seliger denn geben.. oder .. egal... her damit *lecker lecker*

Meine Bürofigur kommt ja auch nicht vom Nein sagen. Was sich alles ändert, wenn man älter wird. Die Pfunde bleiben erhalten, die Freundin auch.. *hmmm*
Glaube, ich sollte wirklich den Jüngeren den Staffelstab übergeben *g

Hassliebe trifft es auf den Kopf. Erst war es reines Flirten, daraus wurde eine echte Liebesbeziehung und die letzten Jahre ... da war der verliebte Jüngling im wissend nickenden Reigen der alten verheirateten Kerle angekommen, die ihre alte Liebe nun liebevoll "meine Alte" nennen. Es gab Jahre im Dienst, da habe ich lieber gearbeitet, als zuhause zu entspannen. Da fehlte mir richtig was, wenn ich nicht unterwegs war. Seit sechs Wochen bleibe ich bewusst zu Hause. Ich gehe nichtmal los, wenn meine Freundin mich drum bittet. Ich zelebriere das richtig. Gestern um 22:00: Blick zur Uhr. Grinsen. 23:00: Blick zur Uhr: richtig fettes Grinsen: "Dicker, du kannst zuhause bleiben. Ist das nicht geil?!" 00:30: Der alte Mann geht früh zu Bett. Ehrlich herrlich. Ich sitze immer noch zuhause und denke tagsüber, ich hätte was vergessen. Der Kopf wird jetzt auf Freizeit getrimmt. Resetten. Ich verweichliche. Der Kubotan bleibt schonmal liegen. Ich versuche, in entgegenkommenden Menschen als erstes etwas positives zu vermuten. Fällt mir schwer. Drei versuchte bis vollzogene Vergewaltigungen im Umfeld die letzten zwei Monate über. Menschen sind nicht nett. Aber es gibt sie. Und es sind mehr, als vermutet. Vor allem sind jetzt die Freunde dran, die zehn Jahre lang versucht haben, mich auf Parties zu lotsen. Ich probiere jetzt mal aus, wie "normale" Menschen so leben. Parties, Sit-Ins, Videoabende am WE. Menschen, die nicht auf Anhieb im Wohnzimmer 5 Gegenstände benennen können, die sich als Waffe verwenden lassen.

Verdammt. Ich liebe es, langsam auf normal 0 runterzukommen. Und ich vermisse es irgendwie schon jetzt, nicht mehr ständig gefühlt im yellow radar Bereich zu schwimmen, sobald ich die Wohnung verlasse. Schätze, das Thema Hassliebe wird mich noch lange begleiten. :wink:

Es ist, wie du sagst Peer. SD ist Berufung. Wie mit Frauen. Es geht nicht mit und nicht ohne. Ich hatte viel Spass, habe viel gelacht und viel gelernt über das Leben an sich in der Zeit. Ich glaube, das Türarbeit eine echte Charakterschule ist. Ich nöchte die Zeit auch nicht missen. Hätte nicht so lange sein müssen. 5 Jahre hätten auch gereicht. Das ist aber nicht das schlimmste. Es gibt an sich viele schöne, sinnvolle Berufe. Dumm ist nur, das die Rahmenbedingungen immer schlimmer werden. EL an einer oder mehreren grossen Türen, mit geilen Jungs und Mädels, ordentlicher Bezahlung und freier Hand bei der Selektion .. dann hätte ich die Handschuhe vielleicht noch nicht weggehängt.
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Beitragvon Connar76 » 19.02.2011 17:54

Erst gestern auf einer Veranstaltung ist ein, vielleicht gerade 20jähriger, Hampel auf mich zugekommen, der mir voller Stolz berichtet hat, dass er seit einem Jahr für ein Unternehmen an einer Discotür arbeitet.... Während des Gespräches hatte ich ernsthaft Angst, ihn einzuatmen - körperlich und intellektuell...
Ich finde es einfach unverantwortlich!

Das sind die besten! Je nach Laune ganz amüsant oder unglaublich nervtötend. Muttis kleiner Liebling, nur zusammengehalten durch Clearasil und eine zu grosse Alpha Bomberjacke, erkundet die grosse weite Welt. *würg*

Ich verstehe die Spezies nicht. Wirklich nicht. Machen die sich keine Gedanken, was da alles passieren kann?
Ich sage auch nur im Spass, ich kriege meine Geld für dummes rumstehen und Kaffetrinken. Mehr vermuten die meisten Gäste eh nicht in der Tätigkeit. Aber von einem Aspiranten sollte mehr kommen.

War das in Mel Gibsons "Wir waren Helden", wo der alte Sarge zu den grünen Jungs kommt: "Wenn mich einer von euch Pfeiffen Opa nennt, bringe ich ihn um!"
Und dann zu seinem Buddy leise "Das sind ja noch Kinder. Und damit sollen wir in den Krieg??!?"

Hatte in einer Stammdisco von Bundis gearbeitet. Auch so ein Völkchen. Die finden nichtmal ihren Arsch im Dunkeln. Aber mir was erzählen wollen von Kameradschaft. Geil war das Trio Angeber, die ich vor die Tür gesetzt habe und ernsthaft meinten, ich könnte hier nur so ruhig in Frieden stehen, weil sie ihr Leben an der Front riskieren würden. Selten so gelacht! :lol:
Vor Kraft nicht laufen können, nur Sch...e im Kopf, aber einem Mittdreissiger was von Heldenmut erklären, an den sie sich zu dritt nicht rantrauen. Das sind so Helden des Vaterlands. :roll: Wenn einer von Euch Pfeiffen mich... 8)
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