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Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Hier gehts um den Schutz von Objekten

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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon Fump » 27.10.2015 14:07

Dann dürften die Verantwortlichen auf der Regierungsebene den Aufträge aber nicht mit dem Zusatz ausschreiben, dass für einen Zuschlag 80-85% der Preis zählt und 15-20% die Qualität.

doch, weil diverse Kriterien in den Unterlagen gefordert sind und nachgewiesen werden müssten... 10-15% von Scheisse ist Scheisse....
Ich kenne die Ausschreibung hier vor Ort nicht, aber ein befreundeter Unternehmer, der sich auch um den Auftrag beworben hat, meinte dass die Ausschreibung mit ASP und CS war. Trotzdem arbeiten die Leute ohne, nach DA.

Haben wir einen Sub der unsere Forderungen im Alltag nicht erfüllt, fliegt er raus und schlimmeres.... ist Einsatzmittel definiert und gefordert, hat er sie zu bringen, das hier explizit ASP und CS ausgeschrieben war halte ich für ein Gerücht.....
Und ich möchte noch eine Kleinigkeit zum Thema Schusswaffen sagen. Nehmen wir mal theoretisch an, man könnte in den Unterkünften bewaffnet arbeiten. Ein Unternehmer verdient pro SMA ca. 25ct pro Stunde, also 6€ pro Tag.

Dann wäre der Aufwand auch in die Kalkulation geflossen... und mal ernsthaft.... 25 Cent Ertrag/Stunde? :roll:
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon D_R » 27.10.2015 14:14

Fump hat geschrieben:Dann wäre der Aufwand auch in die Kalkulation geflossen... und mal ernsthaft.... 25 Cent Ertrag/Stunde? :roll:


14,50€ werden dem Generalunternehmer pro Stunde berechnet. Jetzt rechne mal nach, wie viel da als Gewinn übrig bleiben kann.

Mit der Ausschreibung werde ich mich noch genauer erkundigen.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon guardian_bw » 27.10.2015 15:46

D_R hat geschrieben:
Fump hat geschrieben:Nein, des liegt hier erst einmal nur an den Aufgabenträgern... erst wenn der sich seiner Verantwortung entsprechend besinnt und beauftragt/ausschreibt kann man sich die Auftragnehmer anschauen, die jetzt Vorgaben aus der Ausschreibung/Beauftragung nicht einhalten..... solange billig billig billig das Credo ist, wird sich nichts ändern...


Dann dürften die Verantwortlichen auf der Regierungsebene den Aufträge aber nicht mit dem Zusatz ausschreiben, dass für einen Zuschlag 80-85% der Preis zählt und 15-20% die Qualität.


Doch, das ginge durchaus auch mit diesem Zusatz. Es müssten einfach nur konkrete Anforderungen in Sachen Qualifikation, Eignung und dergleichen bereits in der Ausschreibung gefordert werden.

Es wäre problemlos machbar, z.B. die Qualifikation ab GSSK aufwärts im Lastenheft vorzuschreiben. Aber das geht dann halt nicht mehr zum kleinen Preis des 34a-unterrichteten oder auch sachkundegeprüften Hilfsarbeiters.

Auf der anderen Seite dann das, was ich bereits geschrieben habe: Wenn die potentiellen Auftragnehmer ihrer Verantwortung (in Form gesetzlicher Pflichten) den Mitarbeitern gegenüber gerecht werden würden, könnte ein grosser Teil der Aufträge, so wie sie heute vergeben werden, gar nicht durchgeführt werden.
Die Auftraggeber wären gezwungen, mehr zu zahlen, damit entsprechendes Personal (was eben mehr kostet als der Hilfsarbeiter frisch von der Strasse) eingesetzt werden kann.

Da die meisten Unternehmen unserer Branche aber einen Scheissdreck für Arbeitsschutz übrig haben, wird das nix werden. Da wird lieber mit Alibi-Funktionen gearbeitet ("meine Mitarbeiter bekommen Schutzausrüstung, warme Jacken, ggf. Sicherheitsschuhe"), aber wirklich um Arbeitssicherheit kümmern will sich keiner. Ich unterstelle hier mal keine Absicht, wobei auch das durchaus zumindest denkbar wäre. Vielmehr gehe ich in den meisten Fällen zugunsten der Unternehmer von reiner Unkenntnis der Pflichten aus. Was es aber nur bedingt besser macht, weil das Ergebnis für den Mitarbeiter draussen das gleiche bleibt.


D_R hat geschrieben:Ich kenne die Ausschreibung hier vor Ort nicht, aber ein befreundeter Unternehmer, der sich auch um den Auftrag beworben hat, meinte dass die Ausschreibung mit ASP und CS war.

Kann ich mir nur schwer vorstellen.

Normalerweise läuft es anders: In der Ausschreibung steht nichts dergleichen, die Bewerber geben ihr Angebot ab - was richtigerweise nach entsprechender Gefährdungsbeurteilung kalkuliert wurde. Denn nur mit einer Gefährdungsbeurteilung kann ich wissen, was ich alles brauche und entsprechend dem muss ich kalkulieren.

Das Führen jeglicher Ausrüstung und Waffen setzt eigentlich eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber voraus.

Und wenn der Auftragnehmer (oder besser gesagt in diesem Stadium noch der Bewerber) die Notwendigkeit einer Bewaffnung mit Hiebwaffe und/oder CS-RSG sieht, schreibt er das in sein Angebot, dem Pflichtenheft zur Ausschreibung - und später dann in die DA.


D_R hat geschrieben:Aber da sind wir wieder bei dem Problem, dass viele Chefs, Bereichs-, Abteilungs-, Objekt-, oder Schichtleiter zwar Vorgesetzte sind, aber keine Führungspersonen. Was denen fehlt, ist das Verständnis, dass sie eine Verantwortung für den SMA tragen.


Sag ich doch die ganze Zeit. Die Verantwortung fängt aber viel früher an. Nämlich bereits bei der Auswahl des eingesetzten Personals.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon Fump » 27.10.2015 21:32

D_R hat geschrieben:
Fump hat geschrieben:Dann wäre der Aufwand auch in die Kalkulation geflossen... und mal ernsthaft.... 25 Cent Ertrag/Stunde? :roll:


14,50€ werden dem Generalunternehmer pro Stunde berechnet. Jetzt rechne mal nach, wie viel da als Gewinn übrig bleiben kann.

Mit der Ausschreibung werde ich mich noch genauer erkundigen.

Da brauche ich nicht nachrechnen, schon unter Mindestlohngesichtspunkt ist die Kalkulation 6 setzen... und ich kann nur wünschen das Zwegat schnellstens den Unternehmer besucht und nicht dessen Mitarbeiter.... die wären mit Lenßen besser bedient.....
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon D_R » 28.10.2015 12:28

guardian_bw hat geschrieben:Es wäre problemlos machbar, z.B. die Qualifikation ab GSSK aufwärts im Lastenheft vorzuschreiben. Aber das geht dann halt nicht mehr zum kleinen Preis des 34a-unterrichteten oder auch sachkundegeprüften Hilfsarbeiters.


Also momentan scheint eher eine andere Qualifikation gefragt zu sein. Gestern Abend erreichte mich eine, heute morgen sogar zwei weitere Anfragen aus bayerischen Flüchtlingsheimen für bewaffneten Objektschutz. Alles unterschiedliche Standorte inkl. Unterkunft und Verpflegung, allerdings als Sub-Sub-....-Sub zu einem relativ schlechten Preis.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon guardian_bw » 28.10.2015 13:30

D_R hat geschrieben:Also momentan scheint eher eine andere Qualifikation gefragt zu sein. Gestern Abend erreichte mich eine, heute morgen sogar zwei weitere Anfragen aus bayerischen Flüchtlingsheimen für bewaffneten Objektschutz.


Leider keine "andere Qualifikation".

Eine Bewaffnung der Sicherheitskräfte verschärft das Problem, über das ich hier die ganze Zeit schreibe zudem nur noch.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon Fump » 28.10.2015 15:34

in welchen Einrichtungen(?), dann kann man beim RP bzw StMi nachfragen was es damit genau auf sich hat.... ich hatte gestern ein Gespräch in diese Richtung und das wurde nirgends behandelt. Bzw da Bayern müssten die eh informiert sein *grybel*
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon hmoerser » 28.10.2015 17:53

Welche Bayrische Behörde hat denn "Bewaffneten Objektschutz" angefordert?
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon FK59 » 31.10.2015 08:35

Bin seid über 3 Monaten in der ZEA (Zentrale Erstaufnahme). Was nervig ist sind die vielen Fragen der Flüchlinge, die du nur teilweise beantworten kannst oder darfst. Drei kritische Situationen habe ich auch schon erlebt. nachdem wir die Polizei verständigt hatten und sie erschien hat sich die Lage entspannt. Für mich sind die Flüchtlinge erst mal Menschen, und ich lass mich von Vorurteilen nicht beeinflussen. Habe auch viel dankbarkeit von den Menschen erfahren. Sind natürlich nicht alle lieb und nett.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon Fump » 01.11.2015 00:18

D_R????
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon D_R » 01.11.2015 00:38

Zu einem Objekt kann ich näheres sagen, es liegt an der Schweizer Grenze. Dort arbeitet seit Anfang des Jahres der Sicherheitsdienst bewaffnet, weil ihm das Risiko zu groß ist, dass etwas auf dem Gelände passiert. Wobei das Personal bei denen großartig ausgebildet ist.

Bei den neuen Objekten handelt es sich jeweils um Notunterkünfte in kleinen Städten in Bayern. Mehr kann ich dazu wegen des NDA nicht sagen, nur dass die Anforderung nicht vom Sicherheitsdienst selbst kam.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon Tom511 » 01.11.2015 12:02

D_R hat geschrieben: Wobei das Personal bei denen großartig ausgebildet ist.


Wie definierst du großartig und vielleicht kannst du mehr dazu sagen?
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon baba53 » 04.11.2015 13:10

Mich würden die Tarife sowie der Inhalt der Gefährdungsbeurteilung für einen bewaffneten Einsatz interessieren. Im Moment setze ich mich ein wenig mit der Thematik auseinander, und freue mich über Erfahrungen und Anregungen der werten Kollegen.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon guardian_bw » 04.11.2015 14:17

Im Tarif (also das, was der Mitarbeiter in die Lohntüte bekommt) wird grundsätzlich nicht zwischen bewaffneten und unbewaffneten Separatwachdienst unterschieden.
In der Gefährdungsbeurteilung muss die Waffe natürlich auch berücksichtigt werden. Da ergeben sich noch ganz andere Gesichtspunkte, die ohne Bewaffnung so gar nicht zu beachten wären.
Und natürlich muss auch über die Gefährdungsbeurteilung zunächst einmal ein Bedürfnis begründet werden können.
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Re: Wer hat Erfahrungen mit der Arbeit in Flüchtlingsheimen?

Beitragvon baba53 » 04.11.2015 14:39

guardian_bw hat geschrieben:Im Tarif (also das, was der Mitarbeiter in die Lohntüte bekommt) wird grundsätzlich nicht zwischen bewaffneten und unbewaffneten Separatwachdienst unterschieden.
In der Gefährdungsbeurteilung muss die Waffe natürlich auch berücksichtigt werden. Da ergeben sich noch ganz andere Gesichtspunkte, die ohne Bewaffnung so gar nicht zu beachten wären.
Und natürlich muss auch über die Gefährdungsbeurteilung zunächst einmal ein Bedürfnis begründet werden können.



Eben dieses Bedürfnis erschliesst sich mir nicht ganz. Im Regelfall muss ja eine massive Bedrohung für Leib und Leben meiner Mitarbeiter vorliegen bla bla bla.

Ja, es ist ein gefährlicher Job und ja es häufen sich Übergriffe, aber rechtfertigt das einen bewaffneten Einsatz? Dann dauert es nicht mehr lange und Captain 0815 Türsteher versieht seinen Dienst mit einer Waffe.
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