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Gefährdungsanalyse

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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon KampfKraut » 18.09.2015 00:41

Gut dann machen wir das jetzt in einem neuen Thread. :!:
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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon D_R » 26.11.2015 18:42

Ich möchte das Thema Gefährdungsbeurteilung noch einmal aufgreifen, da ich nicht so ganz verstehe, was dort für Gefährdungen hinein gehören.

Nehmen wir mal an, ich habe nachts zwei SMA irgendwo stehen. Habe ich dadurch schon einen Punkt für die Gefährdungsbeurteilung? Auch dann, wenn der Ort an dem sich die SMA aufhalten gut ausgeleuchtet ist und die SMA zusätzlich auch noch mit Taschenlampen ausgestattet sind?

Eine andere Sache kann ich auch noch nicht verstehen. Nehmen wir mal an, ich wäre ein Sub. Der Generalunternehmer erstellt eine Gefährdungsbeurteilung und lässt die Gefährdung mit Hilfe geeigneter Maßnahmenvorschläge reduzieren. Dann habe ich als Sub quasi nichts mehr in meiner Gefährdungsbeurteilung übrig, da die Stelle vor mir sich bereits um alles gekümmert hat. Oder verstehe ich da etwas falsch?
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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon guardian_bw » 27.11.2015 00:01

D_R hat geschrieben:Ich möchte das Thema Gefährdungsbeurteilung noch einmal aufgreifen, da ich nicht so ganz verstehe, was dort für Gefährdungen hinein gehören.


Im Grunde alles, was für den Mitarbeiter durch die Tätigkeit, die Örtlichkeit... eine Gefährdung oder Belastung darstellen kann.

D_R hat geschrieben:Nehmen wir mal an, ich habe nachts zwei SMA irgendwo stehen. Habe ich dadurch schon einen Punkt für die Gefährdungsbeurteilung?


Natürlich. Dazu gleich noch mehr.

D_R hat geschrieben:Auch dann, wenn der Ort an dem sich die SMA aufhalten gut ausgeleuchtet ist und die SMA zusätzlich auch noch mit Taschenlampen ausgestattet sind?

Die Taschenlampe wäre ja bereits durch die DGUV V23 vorgeschrieben. Die Aufnahme in der Gefährdungsbeurteilung schadet aber trotzdem nicht.

Was kommt aber noch alles in Betracht. Mir fallen da auf Anhieb noch ein paar Punkte ein.

Ganz allgemein:
Nachtarbeit. Stellt für sich genommen schon eine Belastung dar, die auch in der Gefährdungsbeurteilung aufgegriffen werden sollte. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Geeignetes Personal auswählen.
Witterung. Sind die Mitarbeiter draussen unterwegs, muss ich für geeignete Schutzkleidung sorgen.
Sind die Mitarbeiter nur drinnen: Wie sieht da die Geschichte aus, ggf. können auch da Belastungen oder Gefährdungen auftreten.

Das waren jetzt nur Beispiele, die nicht abschliessend sind. Da wäre noch mehr drin. Schon im Allgemeinen kommt man auf einige Punkte - ohne jetzt über die konkrete Tätigkeit überhaupt nachgedacht zu haben. Das kommt erst jetzt:
Art der Tätigkeit? Die nächtliche Absicherung einer Baustelle mitten im Nirgendwo ist was anderes als der Werkschutz bei Schrauben-Jäger oder die nächtliche Standwache auf dem Weihnachtsmarkt. Je nach dem treten dabei dann eben auch unterschiedliche Belastungen oder Gefährdungen auf, die berücksichtigt werden müssen. Beispiel: Steht der Mitarbeiter die ganze Zeit? Oder läuft er umher? Oder sitzt er vorwiegend? Alles völlig unterschiedliche Belastungen... und alle sollten entsprechend beurteilt werden, wenn sie denn aufgrund der Tätigkeit auftreten können.

Dann: Was muss im Einzelnen genau getan werden? Auch da muss einiges beachtet werden, denn da kommen dann die Gefährdungen und Belastungen, die dabei entstehen.


D_R hat geschrieben:Eine andere Sache kann ich auch noch nicht verstehen. Nehmen wir mal an, ich wäre ein Sub. Der Generalunternehmer erstellt eine Gefährdungsbeurteilung und lässt die Gefährdung mit Hilfe geeigneter Maßnahmenvorschläge reduzieren. Dann habe ich als Sub quasi nichts mehr in meiner Gefährdungsbeurteilung übrig, da die Stelle vor mir sich bereits um alles gekümmert hat. Oder verstehe ich da etwas falsch?

Einfach zurücklehnen kann sich auch der Sub nicht. Auch er sollte sich Gedanken machen und seine Gefährdungsbeurteilung für seinen Auftrag erstellen.
Dabei kann er sich aber gerne der bereits erstellten Gefährdungsbeurteilung des Auftraggebers bedienen und dort abschauen. Die Unternehmer sind ja auch zur Zusammenarbeit in dieser Sache verpflichtet.
Nix machen geht aber nicht unbedingt.
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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon Fump » 27.11.2015 00:18

Nix machen geht nach hinten los, im Falle eines Arbeitsunfalles kann es üble Folgen haben inkl Auftraggeber (Organisationshaftung)...

@DR
Hab ich das falsch in Erinnerung, ich meinte Du bist Selbstständig in der Branche?
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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon D_R » 27.11.2015 06:10

Fump hat geschrieben:Hab ich das falsch in Erinnerung, ich meinte Du bist Selbstständig in der Branche?


Ja, das ist richtig!

@guardian_bw
Ich verstehe schon, dass es dort zahlreiche Gefahren gibt, die man zusätzlich noch aufführen muss. Wenn jetzt aber ein anderes Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen hat um die Gefährdung abzustellen, gehört dann trotzdem eine Erwähnung in die Beurteilung oder nicht?

Bzw. ein anderes Beispiel.
Die SMA aus dem oberen Beispiel sollen nachts draußen PKWs in Parkplätze einweisen.

Um es mal kurz zusammen zu fassen:
Es ist dunkel, es ist kalt, evtl. glatt, das Klo und der Pausenraum ist im Warmen, die Leute können von abgewiesenen Gästen eins aufn Deckel bekommen, Fahrzeugen können denen über die Füße fahren. Ja, da gibt es noch viel mehr. Aber alle diese Gefährdungen werden schon von der Dienstkleidung (Stichschutzweste, Warnweste, Stiefel mit Protektoren, warme Jacke, etc.) minimiert - vorausgesetzt sie wird getragen. Gehören diese Gefährdungen trotzdem in die Beurteilung rein?
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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon guardian_bw » 27.11.2015 07:49

D_R hat geschrieben:Ich verstehe schon, dass es dort zahlreiche Gefahren gibt, die man zusätzlich noch aufführen muss. Wenn jetzt aber ein anderes Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen hat um die Gefährdung abzustellen, gehört dann trotzdem eine Erwähnung in die Beurteilung oder nicht?


Grundsätzlich ja. Alles gehört rein.

D_R hat geschrieben:Bzw. ein anderes Beispiel.
Die SMA aus dem oberen Beispiel sollen nachts draußen PKWs in Parkplätze einweisen.

Um es mal kurz zusammen zu fassen:
Es ist dunkel, es ist kalt, evtl. glatt, das Klo und der Pausenraum ist im Warmen, die Leute können von abgewiesenen Gästen eins aufn Deckel bekommen, Fahrzeugen können denen über die Füße fahren. Ja, da gibt es noch viel mehr. Aber alle diese Gefährdungen werden schon von der Dienstkleidung (Stichschutzweste, Warnweste, Stiefel mit Protektoren, warme Jacke, etc.) minimiert - vorausgesetzt sie wird getragen. Gehören diese Gefährdungen trotzdem in die Beurteilung rein?


Versuch es mal anders herum zu sehen: Wie kommst Du denn auf die Warnweste? Auf die Stichschutzweste? Auf die Stiefel mit Protektoren?
Warum haben das die Mitarbeiter?

Ja, gehört mit rein.
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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon plastus » 01.12.2015 02:28

D_R hat geschrieben:
@guardian_bw
Ich verstehe schon, dass es dort zahlreiche Gefahren gibt, die man zusätzlich noch aufführen muss. Wenn jetzt aber ein anderes Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen hat um die Gefährdung abzustellen, gehört dann trotzdem eine Erwähnung in die Beurteilung oder nicht?


kommt drauf an welche maßnahmen das andere unternehmen ergriffen hat und natürlich um welche gefahren es ging. war die gefahr beispielsweise ein großes, tiefes loch im boden (sorry für das blöde beispiel) und es wurde zubetoniert (also die gefahr reinzufallen und sich das genick zu brechen endgültig beseitigt), dann brauchst du nichts mehr tun und auch die gefahr nicht mehr zu erwähnen. wurde das problem zb eher organisatorisch gelöst, zb in dem (weil das loch für irgendwaws superwichtig war) der andere unternehmer dafür gesorgt hat, daß zu bestimmten zeiten eine abdeckung auf dem loch ist (ein deckel) dann muß das in deine gb rein und in deine mitarbeiterunterweisung mindestens mal der hinweis daß ausserhalb besagter zeiten da eben kein deckel drauf ist.. und wenn der andere unternehmer seine gefahren über psa-ausgabe (immer so ziemlich die schlechteste aller lösungen) angegangen ist, dan tu besser so als hätte er garnichts gemacht und denk selbst drüber nach bzw berate dich mit deienr FASi


in diesem sinne zum beispiel zwei.. wenn man mit über den fuß fahrenden autos rechnen muß (klingt nach nem checkpoint o.ä. dann wäre es evtl sinnvoll denn mitarbeiter auf nem gehweg am wegesrand zu positionieren (mit höhenunterschied) und die fahrbahn zu ihm hin zu verengen (wg geschwindigkeit und nähe), nutzt mehr als jeder sicherheitsschuh etc... oder noch besser ne leitplanke zwischen auto und mensch, aber das wäre dann natürlich auch teuer..
zum thema kalt: friert der mitarbeiter nur am rumpf? oder haben die auch hande, füße, ohren, nasen, beine etc? wobei wir ja keine weicheier sind.. ;)
zum thema dunkel: es werde (flut)-lciht?
zum thema aufn deckel bekommen, klingt mehr nach helm als nach stichschutz.. :wink: aber ernsthaft, hier sind deeskalationstrainings, andere mitarbeiterzusammensetzungen (mehr personal, auch weibliches, richtige auswahl/eignung), waffenloser kampf (regelmäßig) oder ggf ne schleuse etc sinnvollere weil nachhaltigere maßnahmen als nur auf psa zu setzen.. um nur mal ein paar lose gedanken in den raum zu werfen...
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Re: Gefährdungsanalyse

Beitragvon KampfKraut » 01.12.2015 05:01

Muss eigentlich eine GA vom Ersteller mit Unterschrift und Datum + dem Logo der Firma versehen werden?
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