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Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Hier gehts um den Schutz von Objekten

Moderatoren: ghostguard, guardian_bw

Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon DannyF95 » 19.11.2015 15:52

guwvieh hat geschrieben:
guardian_bw hat geschrieben:Der Griff in die Tasche nach dem Ausweis könnte tödlich sein...

a) Den Ausweis kann man ja am Objekt so tragen, dass er sichtbar ist (Kein Muss)
b) Hat er die Polizei vorher schon kommen sehen, den Tritt gegen die Tür hat er auch gehört. Der passende Moment seinen Ausweis schon mal aus der Tasche zu holen und sich offen hin zu stellen. Steht man den Beamten gegenüber immer schön die Hände zeigen, den Ausweis vielleicht hoch halten und defensiv verhalten. Direkt und ruhig sagen "Ich bin vom Sicherheitsdienst, hier ist mein Ausweis, ich lasse meine Hände oben".

So zumindest hätte ich mich verhalten. Wenn die dennoch hart zupacken, kann man immer noch über Verhältnismäßigkeit sprechen.

Wie hat sich der Threadersteller denn verhalten? Das wurde noch gar nicht geklärt.

Gruß
Danny
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon guwvieh » 19.11.2015 15:54

Es ist die Art und Weise, die mir mißfällt.
Der user hat sich erst heute im Forum angemeldet und schildert das erste Mal ein Problem aus seinem Dienst. Ich vermute mal (blablub 984) daß er ca. 31 Jahre alt ist und diesen Job schon einige Zeit macht.
Sind die Antworten hilfreich und aufbauend?
- erster Einsatz in diesem Objekt.
- Und worauf stößt er mit seiner Frage hier im Forum?
- Wird er nochmal eine solche Frage stellen?
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guwvieh
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon guardian_bw » 19.11.2015 16:23

guwvieh hat geschrieben:Sind die Antworten hilfreich und aufbauend?

Ich bin niemand, der einem das Händchen hält und tröstet.

Mir fallen hier einfach bestimmte Dinge ein, die möglicherweise falsch gelaufen sind - in erster Linie auf Seiten der Bewachung. Durch den eingesetzten Wachmann wie auch (wahrscheinlich) durch das durchführende Unternehmen.
Bestimmte Hinweise im Eröffnungsbeitrag (nein, ich zeige hier nicht auf, was genau ich damit meine) lassen mich zudem auf die Idee kommen, dass der Fragesteller eben auch selbst eine mögliche Ursache für den Verlauf der Geschichte gab.

Die möglichen Fehler aufzuzeigen dient nicht zuletzt dazu, dem Fragesteller künftige ähnliche Vorfälle zu seinem Vorteil zu beeinflussen, sondern auch für alle hier mitlesenden, ähnliche Erlebnisse zu verhindern.



Wie kann man solch unschönen Erlebnissen mit der Polizei denn am besten vorbeugen?

Zunächst etwas, das in der klaren Zuständigkeit des durchführenden Unternehmens liegt: Erkennbarkeit als Wachmann.
Das fängt nicht erst mit einer entsprechenden Dienstkleidung an, sondern schon viel früher.
Es wurde bereits erwähnt: Es gibt die Möglichkeit, gerade an Baustellen, ein Schild oder Transparent anzubringen "Wird bewacht durch Wach & Schließ Müller".
Weiter möglich wäre ein klar erkennbarer Dienstwagen mit Firmenaufschrift. Wenn ein solcher vor dem Objekt steht, geht schon die Polizei ganz anders vor wenn sie nach einem Hinweis auf mögliche Einbrecher ins Objekt geht.

Dann eben die Kommunikation mit der zuständigen Polizei: Für uns wie gesagt eine Selbstverständlichkeit - und das sollte es für alle sein. Es bricht sich kein Unternehmer einen Zacken aus der Krone, wenn er mal eben bei Auftragsübernahme der Baustellenbewachung bei HochTief in Niedereschbach der Polizei mitgeteilt wird, dass da nachts und übers Wochenende ein Wachmann eingesetzt wird...


Was kann der Wachmann vor Ort tun, wenn er die Polizei schon kommen sieht wie es im hier beschriebenen Fall war?
Nirgends "verstecken" oder einfach auf die Polizei warten, nein: Geht der Polizei entgegen, ruft am besten schon durchs Treppenhaus, wenn Ihr von oben kommt und sie unten rein gehen.
Dann eben die (möglichst durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellte) Dienstkleidung tragen, die einen als Wachmann klar erkennbar macht. Bestenfalls schon auf etwas weitere Entfernung und nachts (retroreflektierende Aufschrift).

Weiter würde es mit dem Verhalten nach "Aufgriff" durch die Polizei gehen: Hände aus den Taschen! Nicht unaufgefordert in Taschen greifen! Den Anweisungen der Polizei folgen!
Allerdings geht auch so etwas eben wesentlich entspannter vor sich, wenn man als Wachmann von vornherein erkennbar ist, und bestenfalls der Auftrag der Bewachung auch durch die Polizei leicht zu überprüfen ist (Kommunikation, wie oben bereits beschrieben: Info an Polizei, "wir bewachen XY und sind dort vor Ort")
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon guardian_bw » 19.11.2015 16:28

DannyF95 hat geschrieben:Wie hat sich der Threadersteller denn verhalten? Das wurde noch gar nicht geklärt.


Völlig korrekt. Sagt er selbst.
Was immer das für ihn auch bedeuten mag.


Ich kenn bekanntlich ja beide Seiten. Sowohl als Polizist als auch als Wachmann war ich in solchen Situationen. Nur selten gab der angetroffene Wachmann Anlass dazu, ihn derart zu behandeln wie von ihm beschrieben. In einem Fall jedoch war er auch nicht wirklich als solcher erkennbar. Da war dann schon mal kurzzeitig ein etwas schärferer Ton angesagt.

Anders sieht es eben aus, wenn da jemand angetroffen wird, der nicht von vornherein als Berechtigter zu erkennen ist. Wir hatten auch schon mal den Inhaber einer Firma schreiend mit vorgehaltener Waffe auf den Boden gelegt, weil der beim Alarm vor uns da war und ins Objekt ging - Tür hat er freundlicherweise noch offenstehend gelassen... Wir kannten den nicht. Danach schon.
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon guwvieh » 19.11.2015 16:59

Die restlichen 3 Wochen wird er keine Probleme haben, denn jetzt ist er "bekannt". :twisted:
Verantwortlich für die Situation ist aber nicht der Wachmann sondern die, die ihn dorthin geschickt haben.
Die jetzige Situation ist auch eine andere als vor ein paar Jahren:
Auf der einen Seite "Besorgte Bürger" wegen der
- Terroranschläge in Paris
- Terrorwarnungen in Deutschland
- Hausbesetzungen durch "Zuwanderer" (bestimmt nicht nur im Ruhrgebiet bekannt)
- Diebstähle von Baustellen
Auf der anderen Seite wegen der gleichen Probleme übermotivierte Polizisten.
Und dazwischen der Wachmann... :roll:
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon guardian_bw » 19.11.2015 17:40

guwvieh hat geschrieben:Verantwortlich für die Situation ist aber nicht der Wachmann sondern die, die ihn dorthin geschickt haben.


Zumindest zum Teil. Wie bereits beschrieben kann auch der Wachmann vor Ort die Situation entscheidend beeinflussen so dass es erst gar nicht zu einer solchen Eskalation kommt.
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon Frank » 19.11.2015 23:57

Hallo,

grundsätzlich liegt der Hauptfehler hier beim AG.

Als Sicherheitunternehmen pflegt man die Kommunikation mit den zuständigen Polizeibehörden.

Ein Gutes Sicherheitsunternehmen wird über die
-Festnetz-Telefon und Fax-Rufnummern der Einsatzleitzentrale verfügen (also nicht die 110 wählen :mrgreen: )
und die Polizei über Sonderbewachungen informieren.
Gerade bei kurzfristigen Aufträgen ist so nämlich gewährleistet, das die nachts Streife fahrenden Polizisten bei Rückfragen auch eine klare Information bekommen.

Zum B.
Wegen Vandalismusschaden ist heute Nacht ein MA der Firma XYX in der Bachstraße 5 mit seinem Privat-Pkw
(Kennzeichen) zur Bewachung des Objektes ZZZ eingesetzt.
So kann der Beamte in der Leitstelle bereits bei Anrufen von Anwohnern schnell feststellen, was Sache ist.


Zur Bekleidung muß man allerdings hier der BG einen großen Vorwurf machen.
Warum wird nicht vorgeschrieben (wie im Ausland oft), das auf Rücken-und Brustseite ein großer
reflektierender Schriftzug Security auf die Dienstkleidung gehört ??



Kommen wir nun zum Wachmann

Sofern die eigene Firma nicht entsprechend gekennzeichnete Dienstkleidung zur Verfügung stellt, würde ich mir aus reinem Eigenschutz beim Berufsbekleidungsausstatter eine Warnweste mit Aufschrift Security besorgen.Diese 10 € können einem dann nachts jede Menge Ärger ersparen.
Außerdem würde ich den Dienstausweis ständig offen an der Kleidung tragen,dafür hat er ja den Clip.
Desweiteren sollte der Wachmann,wenn er bemerkt, das sich Einsatzfahrzeuge seinem Objekt nähern, sich vor das Objekt begeben und zwar nach Möglichkeit in einen halbwegs gut beleuchteten Bereich.
Dort auf die Einsatzkräfte warten und eine Hand hochhalten und die andere sichtbar vom Körper weg
und rufen "Hallo.....hier ist der Sicherheitsdienst".
Dabei sind natürlich die Hände leer, Maglite und ähnlicher Quatsch sind in der Halterung.
Das reicht normalerweise aus, wenn man keine vernünftige Dienstkleidung hat.
"Wo wir sind klappt nichts.........aber wir können nicht überall sein........"
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon Nemere » 20.11.2015 07:04

Kleiner Hinweis, da zumindest ich in der Diskussion noch keinen Hinweis darauf gefunden habe, ob der Themeneröffner Dienstkleidung trug:

§ 12 Satz 2 BewachV:
Wachpersonen, die eingefriedetes Besitztum in Ausübung ihres Dienstes betreten sollen, müssen eine Dienstkleidung tragen.


Die Frage, ob Dienstkleidung zu tragen ist, stellt sich also gar nicht - er ist dazu verpflichtet. Das kann natürlich auch eine Warnweste sein.
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon Fump » 20.11.2015 08:26

und auf eine Baustelle stellt sich die Formulierung "Kann eine Warnweste sein" meist gar nicht.

Das der Hauptfehler beim Arbeitgeber liegt, sehr pauschal und aus meiner Wart auch so nicht zu bestätigen oder zu verneinen....
Fump
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon Frank » 20.11.2015 23:55

Hallo,

@Nemere
§ 12 Satz 2 BewachV


Die wird er wohl gehabt haben, du vergißt aber das es zahlreiche Security-Firmen gibt, die auf
Tarnkappe
machen, sprich schwarze Cargohosen,schwarze Bomberjacken,schwarze Hemden etc. und alles wenn überhaupt nur an der Seite mit einem kleinen Aufnäher am Ärmel als "Security" kenntlich.


@Fump
Warnweste,Schutzhelm und Sicherheitsheitsschuhe mit Stahlsohle sind in unerer Firma Pflicht bei Baustellenbewachungen und werden auch von der Firma gestellt.
Das ist leider aber eben nicht überall der Fall.

Ich habe da immer noch das Bild von vor einigen Jahren vor Augen, wo ein übereifriger Wachmann auf einer Baustelle in seinem Objekt rumgeklettert ist.Mit Helm wäre ihm nichts passiert, so aber hatte er sich gut skalpiert.
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Re: Nächtliche Baustellenbewachung Anwohnerprobleme

Beitragvon Nemere » 21.11.2015 13:34

Frank hat geschrieben:Die wird er wohl gehabt haben, du vergißt aber das es zahlreiche Security-Firmen gibt, die auf
Tarnkappe
machen, sprich schwarze Cargohosen,schwarze Bomberjacken,schwarze Hemden etc. und alles wenn überhaupt nur an der Seite mit einem kleinen Aufnäher am Ärmel als "Security" kenntlich.


Da hast Du wahrscheinlich leider recht, leider greift diese Unsitte mehr und mehr um sich.
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