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Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

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Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon bsausbo » 01.04.2017 01:34

Hallo!

Ich habe folgendes Problem auf einem meiner Haupt-Objekte:
Die schriftliche Dienstanweisung ist hier seit vielen Jahren hoffnungslos veraltet. Viele Sachen die da drin stehen stimmen nicht mehr, bzw. gibt es nicht mehr und dafür sind viele Dinge hinzu gekommen - dafür gab es aber immer nur mündliche Anweisungen.
Das hat den Nachteil, daß das insgesamt sehr schwammig ist und daß Springer davon oft gar nichts wissen.

Jetzt wird endlich eine neue, schriftliche Dienstanweisung gemacht! Seit Monaten arbeiten die daran... allerdings Leute, die gar nicht wissen was wir hier machen. Die haben nur die alte Anweisung und basteln daraus irgendwas Neues.
Von meinem direkten Vorgesetzten habe ich jetzt erfahren, daß viele (so ziemlich alle) mündliche Anweisungen nicht mit in die schriftliche Anweisung übernommen werden. Er meint, daß die mündlichen Anweisungen ausreichend wären, das müsste man nicht schriftlich machen.
Allerdings beziehen sich viele dieser mündlichen Anweisungen auf die Bedienung von verschiedenen Anlagen!
Zum Beispiel Schrankenanlagen, Brandmeldeanlagen und Belüftungsanlagen, die gelegentlich resettet oder außer Betrieb gesetzt werden sollen. In der schriftlichen Anweisung sind die Anlagen mit keinem Wort erwähnt!

Was wäre, wenn an irgendeiner Anlage was kaputt geht, oder ein Mitarbeiter verletzt wird? Die Frage wird doch sein, was der Sicherheitsmitarbeiter an den Anlagen zu suchen hatte... Wenn wir uns da auf irgendwelche mündlichen Anweisungen berufen, die schwammig oder zweideutig sind? Im schlimmsten Fall könnte diese mündliche Anweisung auch abgestritten werden!

Also wie sieht das rechtlich aus?
Daß man nicht immer alles sofort schriftlich machen kann, ist mir klar! Aber wenn eine schriftliche Anweisung komplett neu gemacht wird und es verweigert wird, alle Aufgaben darin auf zu nehmen, dann finde ich das schon komisch...
Ich möchte nicht an elektrischen Anlagen herumfummeln, wenn in der schriftlichen Anweisung nur was von Pfortendienst und Rundgängen steht!
Was kann ich machen?

Viele Grüße
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon Frank » 01.04.2017 21:30

Hallo,

das:
Von meinem direkten Vorgesetzten habe ich jetzt erfahren, daß viele (so ziemlich alle) mündliche Anweisungen nicht mit in die schriftliche Anweisung übernommen werden. Er meint, daß die mündlichen Anweisungen ausreichend wären, das müsste man nicht schriftlich machen.


glaubte auch der Vorgesetzte im Düsseldorfer Flughafen :evil:

Nun, die Richter haben ihm dann erklärt was Sache ist einschließlich einer Bewährungsstrafe
(Flughafenbrand in Düsseldorf vor etlichen Jahren)
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon Tom511 » 03.04.2017 11:19

@Frank

Das hier:
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/due ... -1.5889765
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/due ... -1.3368439

Hast du eventuell etwas zu dem Urteil?

@bsausbo

Und warum gibt dein Vorgesetzter keine schriftlichen Anweisungen?
Steht irgendwo in der alten Dienstanweisung das du technische Anlagen betreuen / schalten darfst?
Gibt es für dich irgendwo eine Handlungsanweisung?

Tom
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon Frank » 03.04.2017 20:26

Hallo Tom,

das sind etliche Verfahren vor den Straf-und Zivilgerichten gewesen, die sich bis 2007 hingezogen haben.
Zivilrechtlich ist das ganze übrigens erst im letzten Jahr beednet worden.
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon bsausbo » 03.04.2017 22:56

Warum es keine schriftlichen Anweisungen gibt, weiß ich nicht... evtl. Bequemlichkeit?
In der Dienstanweisung steht auf jeden Fall nichts davon, daß wir solche Anlagen bedienen sollen. Keinerlei schriftliche Anweisungen dazu!

Es läuft jedes mal so ab: Ich werde darum gebeten irgendwas zu machen - ne Anlage zu resetten zum Beispiel - und dann wird das immer erwartet. Die anderen Kollegen wissen dann meistens gar nichts von diesen neuen Aufgaben und machen sie entsprechend nicht... dann kann ich mir wieder anhören, wie schlecht die anderen Mitarbeiter doch wären -.-
Ein Mitarbeiter bekam erst dieses Wochenende wieder einen Anschiss, weil ein Kunde was von irgendeiner mündlichen Absprache erzählte und der Mitarbeiter das glaubte (weil es ja ständig solche Absprachen gibt) - allerdings stimmte das mit der Absprache nicht und dafür hat sich der Kollege dann Ärger eingehandelt!

Es ist schon so, daß hier kaum noch jemand Lust hat zu arbeiten, weil das mit den ganzen mündlichen Anweisungen und Absprachen viel zu unübersichtlich geworden ist. Die Kollegen sind schon total verunsichert und machen deswegen regelmäßig Fehler.
Vor einiger Zeit kam hier ne unbekannte Person vorbei, die sich nicht mal ausweisen konnte und wollte ein Fahrzeug abholen - es wäre aber abgesprochen gewesen. Mein Kollege hat den dann nicht aufs Gelände gelassen! Dann kam der Abteilungsleiter vorbei und hat meinem Kollegen nen Einlauf verpasst... Soll er dann beim nächsten mal jeder unbekannten Person, die danach verlangt, ein Firmenfahrzeug übergeben?
Es nervt wirklich sehr! Ich verliere auch langsam meinen Spaß hier... :(
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon Frank » 03.04.2017 23:15

Hallo,

also bei sowas:
Vor einiger Zeit kam hier ne unbekannte Person vorbei, die sich nicht mal ausweisen konnte und wollte ein Fahrzeug abholen - es wäre aber abgesprochen gewesen. Mein Kollege hat den dann nicht aufs Gelände gelassen! Dann kam der Abteilungsleiter vorbei und hat meinem Kollegen nen Einlauf verpasst... Soll er dann beim nächsten mal jeder unbekannten Person, die danach verlangt, ein Firmenfahrzeug übergeben?


hört der Spaß aber auf.....sowas hätte ich sofort per Email an die GF der beiden Firmen (Kunde/Security)
weitergeleitet.
Schließlich geht es dabei ja unter Umständen um Millionen €, je nach dem was für ein Fahrzeug und welcher Inhalt sich darin befindet.


Grundsätzlich gehören alle Tätigkeiten in die Dienstanweisung aufgenommen, schon aus Haftunsgründen.
Für kurzfristig notwendige Änderungen gehört der sogenannte
Ansprechpartner
des Kunden in die Dienstanweisung aufgenommen.Nur dieser darf dem Wachpersonal ausnahmsweise Anweisungen erteilen (man denke zum B. an eine kurzfristige Baustelle).
Ansonsten gilt aber für jede längerfristige Tätigkeit, das der Kunde diese der Wachfirma mitteilt und diese
die Dienstanweisung entsprechend ändert.
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon bsausbo » 03.04.2017 23:21

Ich finde auch, daß hier der Spaß lange vorbei ist...
Die mündlichen Anweisungen sind auch alle dauerhaft.

Aber wie gehe ich jetzt vor? Hier kommt demnächst ne neue, schriftliche Dienstanweisung und die wird wieder unvollständig sein. Mein direkter Vorgesetzter (beim Kunden) will davon nichts hören und meine Firma will den Kunden nicht verärgern - hatten das nämlich schon mal vor einiger Zeit im Gespräch.

Ich hab aber auch keinen Bock, daß ich oder auch meine Kollegen hier ständig Ärger bekommen!
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon Frank » 03.04.2017 23:47

Hallo,

zu wem
. Mein direkter Vorgesetzter (beim Kunde


gehört der den ? Zum Kunden oder zu deiner Security-Firma ??

Im ersten Fall ist es natürlich ganz klar, warum der das nicht will 8)

Kosten sparen und den Schwarzen Peter der Security unterschieben........ :evil:


Im zweiten Falle frage ich mich allerdings nach der Kompetenz dieses "Vorgesetzten" .
Wie Klaus Lage so schön singt.....tausend mal ist nix passiert aber es gibt immer
ein erstes Mal und das kann richtig teuer werden.
Nehmen wir das Bedienen einer technischen Anlage
Dabei kann die ganze Bude abfackeln und dann ist die Security-Firma mal ebend mit ein paar Milliönchen in der Haftung

Oder das Ausgeben eines Fahrzeuges
Auch da lauern Millionen auf den armen Wachtelmann und das ist nicht das Auto sondern der Inhalt.


Deswegen gehört sowas alles in die DA,dadurch werden klare Verhältnisse geschaffen und vor allem auch die Sache enstprechend bei der Versicherung der Wachfirma berücksichtigt.
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon bsausbo » 04.04.2017 02:07

Der direkte Vorgesetzte ist beim Kunden angestellt.

Also wie gehe ich jetzt vor? Soll ich die mündlichen Anweisungen verweigern, bis ich was schriftliches habe?
Ist jetzt natürlich blöd, weil manche mündliche Anweisungen schon seit Jahren durchgeführt werden.
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon Frank » 04.04.2017 10:04

Hallo,

ja das:
Der direkte Vorgesetzte ist beim Kunden angestellt


habe ich mir schon gedacht :-)
So kann er nämlich alles auf die Security abwälzen, wenn nichts schriftlich festgelegt ist.


Wende dich schriftlich an deine Firma und zwar an einen "höheren" darin, also zum B. Niederlassungsleiter oder Betriebsleiter oder wie das bei euch auch immer heißt.
Weise dabei besonders auf das einseitig auf deine Firma abgewälzte Haftungsrisiko hin (gerade beim Bedienen von Maschinen).
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Re: Massig mündliche statt schriftlicher Anweisungen?

Beitragvon bsausbo » 07.04.2017 20:00

Alles klar, danke!
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