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Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

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Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

Beitragvon KampfKraut » 05.07.2017 13:17

Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

Von Nina Giaramita

CDU und FDP wollen Arbeitszeitgesetz reformieren.
Grenzen für Höchstarbeitszeit am Tag sollen aufgehoben werden.
Mindestruhepause von elf Stunden wird ebenfalls in Frage gestellt.


http://www1.wdr.de/nachrichten/landespo ... e-100.html


Ähm euer ernst? :evil:
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Re: Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

Beitragvon guardian_bw » 05.07.2017 18:05

Auf gut Deutsch:

Das Gesetz soll an die Realität angepasst werden.
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Re: Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

Beitragvon D_R » 05.07.2017 23:13

KampfKraut hat geschrieben:Längere Arbeitstage, kürzere Pausen
...
Ähm euer ernst? :evil:

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: "Der Markt wird es schon regeln"

Dem Gesetz gegenüber stehen immer noch Menschen, die so etwas auf Dauer auch nicht mit sich machen lassen. Auf der anderen Seite gibt es die Auftraggeber, die es einfach nicht akzeptieren werden, wenn ein Wachmann während seines Dienstes schläft oder seine Arbeit nicht richtig macht, unfreundlich ist, etc. - und das wird er tun, wenn er zu viel arbeitet. Und zum Schluss hätten wir noch die Gefährdungsbeurteilung, in der auch die Einsatzzeit beurteilt werden muss.

Wobei ich heute sagen muss, dass nur die wenigsten Betriebe eine Gefährdungsbeurteilung machen, bzw. die ernst nehmen.

Allerdings muss ich dazu auch noch sagen, dass es mal auch garnicht mal so schlecht ist, sich mal zu überarbeiten.
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Re: Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

Beitragvon guardian_bw » 06.07.2017 09:13

D_R hat geschrieben:Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: "Der Markt wird es schon regeln"


Ich glaube, das passiert gerade. Oder wird zumindest versucht.
Aber eben in die andere Richtung. Denn der Markt ist doch in der Realität längst dort, wo das Gesetz nun nach Willen dieser Gesetzesinitiative (ok, so weit sind die nun noch nicht wirklich) hin soll.

Tagesarbeitszeiten jenseits der 10 Stunden sind in vielen Branchen üblich. Mal mit mehr, mal mit weniger Rückendeckung durch das Gesetz (Öffnungsklauseln).
Und wenn wir ehrlich sind: In den wenigsten Fällen liegen wirklich alle eigentlich notwendigen Voraussetzungen für solche Tagesarbeitszeiten vor.
In nicht wenigen Fällen haben auch die Arbeitnehmer nur wenig Interesse daran, sich gänzlich an die gesetzlichen Regelungen zu halten. Wodurch dann eben in vielen Fällen Schichtzeiten von 12h nicht mehr erlaubt wären (besser gesagt: eigentlich schon nach geltender Rechtslage bereits nicht erlaubt sind).
Gutes Beispiel hierfür gab es vor nicht allzu langer Zeit auch hier im Forum.
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Re: Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

Beitragvon D_R » 06.07.2017 12:11

guardian_bw hat geschrieben:Ich glaube, das passiert gerade. Oder wird zumindest versucht.
Aber eben in die andere Richtung. Denn der Markt ist doch in der Realität längst dort, wo das Gesetz nun nach Willen dieser Gesetzesinitiative (ok, so weit sind die nun noch nicht wirklich) hin soll.


Unterm Strich ist es egal, was der Arbeitgeber oder der Gesetzgeber so will, denn irgendwann kann der Körper einfach nicht so lange arbeiten und dann ist eben Schluss. Und spätestens dann wird der Markt bzw. der Auftraggeber eingreifen. Auf der anderen Seite bin ich aber auch der Meinung, dass sich die Arbeitnehmer auch nicht so lange "ausnehmen" lassen. Auch wir haben in der Region hier einen großen Sicherheitsdienst, der dafür bekannt ist, die Leute zu verbrennen, da die nur eine Personalnummer sind. Die finden auch keine Mitarbeiter mehr. Der Markt hat es geregelt.

guardian_bw hat geschrieben:Tagesarbeitszeiten jenseits der 10 Stunden sind in vielen Branchen üblich. Mal mit mehr, mal mit weniger Rückendeckung durch das Gesetz (Öffnungsklauseln).


Jenseits irgendwelcher gesetzlichen Definitionen frage ich mich an der Stelle, was denn eine "Tagesarbeitszeit" ist. Ist es eine Tagesarbeitszeit, wenn ich als Programmierer 8 Stunden am Tag arbeite und dann in der Freizeit und in der Nacht mir immer noch Gedanken mache, wie ich ein Problem löse? Oder ist es Tagesarbeitszeit, wenn ich in einer verschlossenen Messehalle nachts einen Stand bewache und die Nacht damit verbringe, Filme auf dem Notebook zu schauen.

guardian_bw hat geschrieben:Wodurch dann eben in vielen Fällen Schichtzeiten von 12h nicht mehr erlaubt wären (besser gesagt: eigentlich schon nach geltender Rechtslage bereits nicht erlaubt sind).
Gutes Beispiel hierfür gab es vor nicht allzu langer Zeit auch hier im Forum.


Nun, ich kenne genug Leute (die für drittklassige Sicherheitsunternehmen (Sub, Sub, Sub, Sub.....) arbeiten), die aus dem Ausland anreisen, 2-4 Wochen für einen Auftrag in einer Stadt wohnen, das Geld kassieren und dann nach Hause fahren. Die haben ganz sicher kein Interesse weniger als 12 Stunden pro Tag zu arbeiten - was ich auch verstehen kann. Vor allem dann, wenn es eine einfache Arbeit ist.

Ich persönlich finde die Lockerung der Arbeitszeit nicht schlecht. Denn das erlaubt dann auch ganz andere Arbeitszeitmodelle. Vor einiger Zeit war ich im Ausland unterwegs, war eine Verbindung aus IT und Sicherheitsjob. Da bestand der Tag aus Schlafen, Essen und Arbeiten. Drei Wochen am Stück. Dann gab es zwei Wochen Pause und dann wieder drei Wochen Arbeiten. Klar ist so ein Modell nichts für jemanden mit Familie, aber sonnst fand ich das Modell auch nicht schlecht.
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Re: Längere Arbeitstage, kürzere Pausen

Beitragvon Nemere » 06.07.2017 18:33

D_R hat geschrieben:Ich persönlich finde die Lockerung der Arbeitszeit nicht schlecht. Denn das erlaubt dann auch ganz andere Arbeitszeitmodelle. Vor einiger Zeit war ich im Ausland unterwegs, war eine Verbindung aus IT und Sicherheitsjob. Da bestand der Tag aus Schlafen, Essen und Arbeiten. Drei Wochen am Stück. Dann gab es zwei Wochen Pause und dann wieder drei Wochen Arbeiten. Klar ist so ein Modell nichts für jemanden mit Familie, aber sonnst fand ich das Modell auch nicht schlecht.


Ich stimme Dir voll zu.
In grauer Vorzeit, in den 1970er und 1980er Jahre, habe ich lange Jahre bei den Feldjägern Schichtdienst geleistet. Wir hatten damals aus nicht zu ändernden Gründen häufig 24 Stunden Schichten. Am Wochenende sowieso, aber auch immer dann, wenn Kommandos zu Übungsplätzen abzustellen waren und mit dem verbleibendem Personal das Heimat-Dienstkommando zu betreiben war.
Später hatten wir bei einem Einsatzführungsstab ein ähnliches Modell wie es vorstehend beschrieben ist:
13 Stunden Schicht, 11 Stunden frei.
Das ganze an 5 Tagen wiederholt, der sechste Tag war komplett frei.
Dieser 6-Tage-Block wurde dreimal wiederholt, dann gab es 12 Tage frei, es folgte ein Tag mit normalen Tagesdienst, dann begann wieder Schichtbetrieb.

Ich fand sowohl den 24-Stunden-Dienst wie auch das geschilderte Schichtmodell als für mich persönlich sehr angenehm.
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