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34a Schein für die Ausbildung

Alles über die Ausbildungsberufe

Re: 34a Schein für die Ausbildung

Beitragvon stinkefuchs » 12.09.2013 11:24

Nur dreht man sich da auch wieder im Kreis.

Vor Jahren war es mit den Fachkräften ähnlich.
Man hat Ausbildungsplätze geschaffen, ausgebildet und die ausgelernten Fachkräfte dann als Separatwachmann eingestellt. Es gab diese Stellen eigentlich gar nicht.

Manche Konzerne und größere Firmen haben sich dann einige Fachkräfte rangeholt - und schnell gemerkt, dass das irgendwie auch nicht das Gelbe vom Ei ist.

Dann wurde ausgebildet und intern weitergeschult. Guter Ansatz, häufig trotzdem mit miesem Ergebnis.

Der Großteil eiert auf unterbezahlten Stellen rum, richtig Kohle haben nur die ganzen Brutstätten gemacht, die vom Staat mit der Ausbildung/Umschulung beauftragt wurden.
Unterqualifiziertes Überangebot könnte man sowas nennen.

Die wirklich guten Posten werden durch Vitamin B oder durch richtig gute Leute besetzt.
Davon haben viele nur ein theoretisches Wissen, wie es an der Basis läuft, weiß nur ein kleiner Teil.

Durch die ganzen Studiengänge/Ausbildungen werden entweder nur Leute verheizt und günstig eingekauft oder man schafft sich "Fachidioten", die viel wissen (Theorie), aber nicht wirklich viel können (Praxis).

Der allerkleinste Teil weiß aber wirklich, wie der Hase läuft. Und genau diese Leute werden gesucht - doof nur, dass die eigentlich immer so fest im Sattel sitzen, dass da keine Chance besteht.
Da werden dann auch die interessanten Gehälter bezahlt. Freiwillig. Ohne Murren.
Da ist aber auch der tatsächliche Bedarf vorhanden - eigentlich sind es immer Konzerne. Oder diese Menschen stellen sich auf eigene Beine und bieten sich als externe Berater an.

Aus meiner Sicht ist das alles ein völlig unausgegorenes System und man sieht überall das gleiche Elend.
Die vollmundigen Versprechungen laufen ins Leere, die Azubis werden selten Führungskraft (zumindest nicht im eigenen Stall) und lassen sich, trotz eines gewissen Wissens, für billiges Geld anderweitig einstellen.

Ich denke, dass eine Neustrukturierung hier erforderlich ist. Es müssen, solange die Unternehmer nicht freiwillig mitspielen, festgesetzte Gelder erhoben werden, die die "Ausbeutung" von jungen Menschen (und auch von Quereinsteigern) uninteressant werden lässt.
Es kann nicht sein, dass man Kalkulationen aufmacht, die nur durch Azubis erfüllt werden können - und auch öffentliche Auftraggeber noch mitspielen. Is´ ja prima günstig.

Wenn man generell Blockunterricht einführen würde, könnten viele Unternehmen gar nicht mehr so agieren und müssten sich wieder am normalen Wettbewerb orientieren.
Wo wir dann wieder an dem Punkt landen, dass der Arbeitgeberverband großkotzig Musterkalkulationen veröffentlicht und die hohen Herren sich, trotz dieser Pamphlete, gegenseitig unterbieten. Mit allen Mitteln.

Bestimmte größere Aufträge sind Wanderpokale, da wird immer im selben Kreis neu vergeben. Mal überlegen, welche Firmen daran beteiligt sind...

Natürlich gibt es da auch andere finanzielle Spielräume, aber generell stinkt es an bestimmten Stellen immer gleich - und der Staat interessiert sich einen Dreck dafür, kommt aber mit so tollen Erfindungen wie einem unzureichenden Mindestlohn aus der Höhle.

Wie gesagt - wir drehen uns im Kreis.

Gewerkschaften beklagen Mitgliedermangel, Unternehmen halten sich aus unterschiedlichen Gründen vom Arbeitgeberverband fern und/oder verheizen Azubis. Politik interessiert sich einen Scheiß, Mitarbeiter müssen zusätzlich Transferleistungen beziehen oder gehen an den ganzen Stunden kaputt. Familien werden getrennt, dadurch werden wieder neue staatliche Gelder benötigt.

Ein System, das, wenn man es genau betrachtet, eigentlich irgendwann über Kopf gehen muss.
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Re: 34a Schein für die Ausbildung

Beitragvon Berliner » 12.09.2013 17:47

Sein wir doch froh da es Azubis geben. Ok enorme Fluktuation und Altersspezifische Macken aber billiger kann man keine Angebote machen.
Grüße aus Berlin
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Re: 34a Schein für die Ausbildung

Beitragvon Wolperdinger » 13.09.2013 15:11

Hallo Stinkefuchs,

wir sollten da wieder einmal trennen zwischen den hausmeisterähnlichen Tätigkeiten (Baustellenbewachung), für die ein 34a jederzeit ausreichend ist und den Leuten, die im Krisenmanagement tätig sind und die Auslandsreisen von Vorständen planen (Travel Risk Security). Die Beispiele sind nur stellvertretend für viele denkbare Tätigkeiten. Da sind fast durchgängig nur Akademiker mit entsprechend einschlägiger Erfahrung dabei. Diese Professionells werden genauso gesucht am Arbeitsmarkt. Was m. E. tatsächlich etwas untergeht, ist die Fachkraft für Schutz und Sicherheit, welche ich in die mittlere Bildungsebene einordnen würde. Ohne entsprechende Zusatzausbildung und/oder Auslandserfahrung wird es schwierig, hier eine angemessene Stellung zu bekommen. Da ist der Markt übersättigt bzw. wird die Ausbildung nicht gewürdigt. Das ist sehr bedauerlich, weil damit Wissen verloren geht.

"Jeder ist seines Glückes Schmied" lässt sich auf den kompletten Arbeitsmarkt übertragen. In der Sicherheitsbranche eben noch ein wenig deutlicher, da das Angebot an angelernten Billigkräften in Übermaß vorhanden ist und der 34a Unternehmer nicht in der Lage ist, dem Kunden den Mehrwert für sein Unternehmen kalkulatorisch darzustellen oder, sofern es sich um Auflagen der Versicherung o. ä. handelt, diese sich damit begnügen.

Meine Erfahrung: Auch Firmen, die für die Sicherung der Perimeterzone einen Sicherheitsdienst beauftragt haben, greifen bei ernsthaften Problemen nicht auf diesen zurück, sondern suchen externe Berater, die für die Leistungen ein Vielfaches dessen verlangen, was der bereits beauftragte Sicherheitsdienst für sich vereinnamt. Wir wurden hier bereits angefordert, obwohl sich die angeforderten Leistungen durchaus auch im Portfolio des bereits anwesenden Dienstes befanden. Ich sags mal so: Der Vorstand guckt aus seinem Büro im oberen Stockwerk auf die Pforte runter und weiß im gleichen Augenblick, das tut nicht gut.

Im Übrigen schiele ich nicht auf die großen Aufträge. Die sollen meinetwegen vergeben werden, wie sie wollen. Die Rendite ist bei den kleineren Aufträgen mit spezialisierten Wissensanforderungen um einiges höher. Die werden i. d. R. auch nicht ausgeschrieben. Allein schon deshalb nicht, weil a, ein hohes Maß an Geheimhaltung gefordert wird und b, häufig Sofortmaßnahmen eingeleitet werden müssen.
Grußi

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Re: 34a Schein für die Ausbildung

Beitragvon stinkefuchs » 13.09.2013 17:09

Klar, da kann ich nicht widersprechen. Ich wollte es nur nicht auf die Feinheit, sondern eher im groben Rahmen aufdröseln... Es wurde übertrieben, um zu verdeutlichen.

Mich würde auch wundern, wenn wir hier verschiedene Standpunkte und Ansichten hätten...
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Re: 34a Schein für die Ausbildung

Beitragvon Wolperdinger » 13.09.2013 18:33

stinkefuchs hat geschrieben:Klar, da kann ich nicht widersprechen. Ich wollte es nur nicht auf die Feinheit, sondern eher im groben Rahmen aufdröseln... Es wurde übertrieben, um zu verdeutlichen.
... im Kern habe auch ich nicht widersprochen :!:
stinkefuchs hat geschrieben:Mich würde auch wundern, wenn wir hier verschiedene Standpunkte und Ansichten hätten...
... würde mich auch wundern :wink:
Grußi

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Re: 34a Schein für die Ausbildung

Beitragvon vs-mac » 14.09.2013 21:01

Außer das ich Stinkefuchs uneingeschränkt recht gebe wollte ich den Beitrag von Zenturion mal aufgreifen.

Zitat:
- sich mit den Gegebenheiten abfinden (zu müssen), weil man sowieso nichts ändern kann ?
- für eine "bessere Welt" kämpfen ("nur gemeinsam sind wir stark"), aber als Geringqualifizierter trotzdem nur von den Krumen leben zu müssen ?
- weiterqualifizieren und sich aus eigener Kraft aus dem Sumpf ziehen ?


Bislang war mein Motto immer der dritte Punkt. Dafür kämpfe ich schon über fünfzehn Jahre. Oft denke ich aber, dass man es einfacher hat wenn man nach Punkt eins arbeitet.
Ich will damit sagen das meine Erfahrungen zeigen das es oft nicht nur an den Geringqualifizierten Angestellten oder an den Azubis liegt.
Wie hier schon geschrieben fängt der Fisch am Kopf an zu stinken.
Die Arbeitgeber kümmern sich nicht ausreichend um die Angestellten. Wichtig ist es das es läuft und die Einnahmen rein kommen. Dabei ist es auch egal ob Wachverträge nicht eingehalten werden, die Wachleute über ihrem Limit arbeiten müssen oder Vorschriften gebrochen werden müssen. Zeitweise wird hier mit den Existenzen aller Angestellten gespielt. Denn wenn es darauf ankommt muß doch der ganz unten in der Hierarchie dran glauben.
Wer Dienst nach besten Wissen und Gewissen macht ist ein gegen den Strom Schwimmer und kämpft gegen die Windmühlen. Ich finde, dass dieses Problem als aller erstes beseitigt werden muß. Dann bekommen die Ausbildung wieder eine bessere Qualität und vor allen Dingen einen sauberen Ruf.
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