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Das Problem mit der Ausbildung

Begleitschutz, Personenschutz (bewaffnet und unbewaffnet)

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Das Problem mit der Ausbildung

Beitragvon Klausi » 25.06.2018 10:24

Die meisten Personenschützer die ich kenne sind da einfach reingerutscht. Jahrelange Erfahrung in der Sicherheitsbranche bringt einen irgendwann an den Punkt an dem man es sich zutraut und man auch den nötigen Respekt in der Branche erlangt hat.

Von einem Ausbildungsberuf kann ja dann kaum die Rede sein. Es sei denn natürlich die Ausbildung erfolgt von staatlicher Seite: BKA, LKA, Bund..

Was haltet ihr von Privatwirtschaftlichen Ausbildern und Zertifikaten
Was versteht sich unter geschultem Personenschutz. - Wie erkennt man ihn als Laie?
Klausi
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Re: Das Problem mit der Ausbildung

Beitragvon Peter S. » 25.06.2018 20:03

Klausi hat geschrieben:Was haltet ihr von Privatwirtschaftlichen Ausbildern und Zertifikaten


Nicht viel. Das hat aus meiner Erfahrung weder in der Branche noch bei den Kunden einen großen Stellenwert.

Höchstens wenn der Ausbildungsbetrieb bzw. der oder einer der Ausbilder ein gutes Old Boy Network hat und aus seiner Sicht geeignete Leute weiterempfiehlt, besteht eine winzige Chance, relativ früh "einfach reinzurutschen". Das hat dann aber letzten Endes recht wenig mit dem Zertifikat ansich zu tun.
Jahrelange vorherige Erfahrung in der Sicherheitsbranche und ein eigenes gutes Netzwerk sind da sicherlich deutlich hilfreicher.

Klausi hat geschrieben:Was versteht sich unter geschultem Personenschutz.


IMHO das, was Du in Deinem zweiten Absatz ansprichst: Eine behördliche Personenschutzausbildung. Sei es von den Feldjägern, dem BKA, der Bundespolizei, einem LKA oder einer der operativen Einheiten einer der Landespolizeien.

Aber: Da sitzen teils langjährige Beamte. Die sind nicht zwangsläufig kompatibel mit der "zivilen" Welt.
Zum Einen hat es meist einen Grund, wenn ein Polizist seinen sicheren Beamtenstatus aufgibt und auf einmal in der Privatwirtschaft auftaucht. Einige dieser Gründe mögen gut sein, viele sind es eher nicht und früher oder später kann das Reibereien erzeugen. Zum anderen wird selbst in Spezialeinheiten und spezialisierten Einheiten oft auch nur mit Wasser gekocht. Drüber gehen können die Meisten dann doch nicht.

Zum Anderen agiert behördlicher Personenschutz mit (fast immer) vollständig anderen Ressourcen, Kräfteansätzen, Mitteln und Rechten als es ziviler Personenschutz kann und darf. Ich kenne nur ganz wenige Personenschutzteams/-gruppen, meist großer Konzerne, die alleine von der Stärke überhaupt ansatzweise an das kommen, was von behördlicher Seite aufgefahren wird. PS-Teams von Familien sind meist deutlich kleiner und agieren auch vollkommen anders, da sie viel enger an der Familie und deren einzelnen Familienmitgliedern dran sind, als das behördlicherseits heute üblich ist. Das braucht u.U. auch eine etwas andere Art von Mensch.

Klausi hat geschrieben:Wie erkennt man ihn als Laie?


Ich gehe davon aus, dass Du damit meinst, wie man "gute" und "schlechte" Personenschützer auseinanderhalten kann?

Meines Erachtens nach als Laie gar nicht. Da haben ja schon Profis so ihre Probleme damit und sitzen leider zu oft Blendern und Schwätzern auf.
Letzendendes erkennt man einen ausreichend qualifizierten Personenschutz erst dann, wenn er keine Fehler macht - sei es nun bei tatsächlichen Vorfällen oder auch nur im "Tagesgeschäft" im Umgang mit Schutzpersonen, deren persönlichem und geschäftlichem Umfeld oder mit Dritten. Das kann früher oder später zu erkennen sein und vorhersagbar ist es nicht.
Peter S.
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Re: Das Problem mit der Ausbildung

Beitragvon Haialma » 26.06.2018 10:41

Ich habe mal eine Reportage über Personenschützer gesehen, die waren allesamt mal (Elite)soldaten und Polizisten gewesen und irgendwann in den Privatsektor gewechselt, das ist denke ich recht üblich. Kommt ja auch immer darauf an, wofür man den Personenschutz braucht, ob es um eine hochgefährdete Person geht oder jemanden der vor den Paparazzis geschützt werden möchte.

Guck mal hier (Link entfernt), dieser Dienst bietet das auch an, da wird auch angeboten, dass man sich bei Anfragen melden kann, vielleicht einfach mal anrufen und nachfragen?

Ich würde auch Peter zustimmen, dass der große Unterschied sicherlich die Ressourcen sind, von Überwachungstechnik und -möglichkeiten, über rechtliche Befugnisse hin zur personelle Aufstellung, da sind Behören schlicht im Vorteil.
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Re: Das Problem mit der Ausbildung

Beitragvon Peter S. » 26.06.2018 11:46

Haialma hat geschrieben: Kommt ja auch immer darauf an, wofür man den Personenschutz braucht, ob es um eine hochgefährdete Person geht oder jemanden der vor den Paparazzis geschützt werden möchte.


Letzteres ist kein Personenschutz i.e.S. - auch wenn das die Herrschaften, die sowas anbieten, sicherlich anders sehen.

Haialma hat geschrieben:Ich habe mal eine Reportage über Personenschützer gesehen


Kleiner Tipp: Nicht alles glauben, was man in solchen "Reportagen" so alles sieht. Viel eher am besten fast nichts davon glauben. Und wer ernsthafter Personenschützer ist, wird sich in so einer Reportage sicherlich nicht zeigen.
Dafür gibt es in der Branche viele "ehemalige Dies-und-Das", die einer tatsächlichen Überprüfung ihres Backgrounds nicht so recht standhalten - oder sich Gründe finden lassen, warum sie "ehemalig" sind. Das sind interessanterweise auch überdurchschnittlich die, die sich dann beim Schutz von Z-Promis wiederfinden... :roll:
Peter S.
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Re: Das Problem mit der Ausbildung

Beitragvon D_R » 26.06.2018 13:44

Peter S. hat geschrieben:Das sind interessanterweise auch überdurchschnittlich die, die sich dann beim Schutz von Z-Promis wiederfinden... :roll:

Meinst du da unseren speziellen Freund T.E. der in der Sonderwache für Kohl gearbeitet hat? :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Peter S. hat geschrieben:Aber: Da sitzen teils langjährige Beamte. Die sind nicht zwangsläufig kompatibel mit der "zivilen" Welt.

Oder haben ein Problem mit dem Ego und gefährden so das ganze Team durch irgendeinen Schwachsinn. Und reiben ihr Ich bin Ex-Dies und Ex-Jenes jedem unter die Nase.

Klausi hat geschrieben:Die meisten Personenschützer die ich kenne sind da einfach reingerutscht. Jahrelange Erfahrung in der Sicherheitsbranche bringt einen irgendwann an den Punkt an dem man es sich zutraut und man auch den nötigen Respekt in der Branche erlangt hat.


Die Frage ist, was Personenschutz bedeutet. Viele Firmen, die tatsächlich Personenschutz anbieten, kann man so nicht wirklich bezeichnen. Was viele unter Personenschutz anbieten, ist in der Regel auf dem Niveau "Frau hat Angst vor Ex-Partner". Oder was wir auch ein paar Mal mitgemacht haben, dass ein Scheich nach Deutschland kommt und der PS ist einfach nur ein Accessoire. Mittlerweile machen wir diesen Zirkus auch nicht mehr mit.

Klausi hat geschrieben:Was haltet ihr von Privatwirtschaftlichen Ausbildern und Zertifikaten


Es kommt immer auf den Kurs an. Von den IHK-anerkannten Ausbildungen halte ich relativ wenig. Liegt in der Regel an der Mentalität der Leute, die sagen: Ich bin nun "Sicherheitsfachkraft (IHK) Personenschutz" - ich weiß nun alles und verdiene viel Geld damit. Anderen Ausbildern - vor allem aus dem Ausland - vertraue ich dagegen komplett. Das sind aber einzelne Firmen auf dem weltweiten großen Markt.
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