Lohnfortzahlung für Krankheitstage

  • Wegen Lohnzahlung im Krankheitsfall


    Ich habe jetzt schon zwei verschiedene Dinge erlebt.


    Der Arbeitnehmer ist für 14 Tage krankgeschrieben. In diesen zwei Wochen hatte er laut Dienstplan 4 Schichten.

    Die eine Firma zahlt genau 4 Tage, eine andere Firma zahlt genau diese 14 Tage.


    Ich frage mich, warum die eine Firma die 14 Tage zahlt wenn sie es eigentlich nicht müsste, oder müsste die andere Firma die 14 Tage zahlen?


    Nachdem ich nachgefragt habe hieß es, es wäre im Manteltarifvertrag geregelt das der AN jeden Tag den er krankgeschrieben ist gezahlt bekommt, egal ob er an diesen Tagen Schicht gehabt hätte oder nicht.


    Andere behaupten der Manteltarifvertrag ist egal es zählt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Im § 4, ein AN muss bei Krankheit so bezahlt werden, wie er ohne Krankheit bezahlt worden wäre. Das nennt sich Lohn- oder Entgeltausfallprinzip.

    Wenn man in zwei Wochen für vier Tage Arbeit eingeplant ist, muss der AG doch keine 14 Tage bezahlen. Es ist ja nur an diesen vier Tagen krankheitsbedingt nicht gearbeitet worden.


    Was stimmt jetzt für das Sicherheitsgewerbe?

  • Manteltarifvertrag Nr. 10 gewerbliche Arbeitnehmer Wach- u. Sicherheitsgewerbe B


    § 8 Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

    1. Ist ein Arbeitnehmer wegen Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, so hat er dies unverzüglich dem Arbeitgeber mitzuteilen. Der Arbeitnehmer hat dem Arbeitgeber umgehend, jedoch spätestens nach drei Tagen, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen, aus der die voraussichtliche Dauer der Krankheit ersichtlich ist. Dauert die Krankheit länger als in der Bescheinigung angegeben, so ist der Arbeitnehmer verpflichtet, dies unverzüglich dem Arbeitgeber zu melden und eine neue ärztliche Bescheinigung vorzulegen.

    2. Bis zur Dauer von sechs Wochen wird das Arbeitsentgelt bezahlt. Das Arbeitsentgelt errechnet sich nach dem Bruttoverdienst, den der Arbeitnehmer in den letzten 12 Abrechnungsmonaten vor Beginn der Krankheit erhalten hat. Einmalzahlungen, wie z. B. Jahressonderzahlung, Fahrkostenzuschüsse, Spesen und Jubiläumszuwendungen werden dem Bruttoarbeitsverdienst nicht hinzugerechnet. Das kalendertägliche Krankengeld errechnet sich aus 1/364, bei Arbeitnehmern in der Lohngruppe 7 c) und Lohngruppe 9 aus 1/338. Für Arbeitnehmer, die weniger als 12 Monate im Betrieb beschäftigt sind, werden zur Berechnung des Krankengeldes die Tage seit Einstellung (1. Tag der Arbeitsaufnahme) bis zum Tage der Arbeitsunfähigkeit zusammengezählt und der gesamte Bruttolohnbetrag dieses Zeitraumes durch die ermittelten Kalendertage geteilt. Dieser somit errechnete Bruttolohnbetrag wird als kalendertägliches Krankenentgelt bezahlt. War der Arbeitnehmer im Berechnungszeitraum vom Betrieb abwesend, ohne dass dafür ein Lohnanspruch bestand, z. B. unbezahlter Urlaub, Teilnahme an Lehrgängen usw., verkürzt sich der Divisor um die Zahl der Tage, an denen kein Lohnanspruch bestand.

    3. Beruht die Arbeitsunfähigkeit auf einem unverschuldeten Arbeitsunfall, so erhält der Arbeitnehmer ab der 7. bis einschließlich 13. Woche den Differenzbetrag als Krankengeldzuschuss zwischen den Nettoleistungen der Kranken- oder Unfallversicherung und dem errechneten Nettolohn gemäß Ziffer 2.

    4. Ein von einem Sozialversicherungsträger angeordneter Kuraufenthalt steht einer durch Erkrankung verursachten Arbeitsunfähigkeit gleich, wenn eine entsprechende Bescheinigung vorgelegt wird.

    5. Ist die Arbeitsunfähigkeit durch Verschulden Dritter, z. B. durch Verkehrsunfall eingetreten, so besteht gegenüber dem Betrieb Mitteilungspflicht wegen Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen in Höhe des fortgezahlten Lohnes oder des Krankengeldzuschusses.

    6. Im Übrigen gelten die gesetzlichen Bestimmungen.



    Also so wie es da steht ist es egal ob man an den Krankheitstagen eingeteilt wurde oder nicht, jeder Tag an dem man als krank gemeldet ist müsste eigentlich gezahlt werden. Oder sehe ich das falsch?

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