Waffensschkundeprüfung

    • Erster Beitrag

    Hallo, ich bin am Überlegen, ob ich in das Wachgewerbe einsteigen soll. Vorbereitungskurs zum 34a GewO ist schon mal gesichert.


    Meine Frage: Ich bin Jäger und Sportschütze. Habe also eine Waffensachkundeprüfung und WBK.


    Ich ging davon aus, das genügt. Nun erzählte mir jemand, dass sei für eine eventuelle Beantragung eines Waffenscheines nicht ausreichend.


    Die Waffensachkundeprüfung für Wachleute sei anders. Stimmt das? Müsste ich erneut eine Waffensachkundeprüfung machen?

  • Grundsätzlich zumindest mal zweckmäßige Waffen, wobei .45 ACP kein zeitgemäßes Dienstwaffenkaliber mehr ist.


    Aber wie gesagt, die Verantwortung und Entscheidung liegt beim Arbeitgeber und sowas ist alles andere als üblich und grade für einen Neuanfänger ist es noch unwahrscheinlicher, dass er da rechtlich ggf. grenzwertige Extrawürste gebraten bekommt.

    Für alle Kontaktaufnahmen an das Team gilt: Es genügt in der Regel EIN Teammitglied anzuschreiben, um Hilfe zu bekommen. So genanntes "Flooding", d.h. das Anschreiben gleich mehrerer oder aller Teammitglieder, führt zu KEINER schnelleren Beantwortung der Anfrage. Es erschwert im Gegenteil die Bearbeitung und somit die kompetente Hilfestellung.


    Team_Signatur

  • .45 ACP ist teurer als 9 mm Luger. Die Glock 21 kostet bei dem Waffenhändler meines Vertrauens 150 Euro mehr, als die Glock 17. Die Waffe ist schwerer und es passen weniger Schuss in das Magazin. Zudem ist die Munition knapp doppelt so teuer.


    Alles Gründe warum die .45 ACP immer seltener als Dienst-/Miltärwaffe geführt wird.


    ABER : Unter dem Aspekt des Eigenschutz ist die .45 ACP der 9mm Luger überlegen. Die Energie kommt durch das höhere Projektilgewicht und eben auch den größeren Durchmesser.


    Als Jäger weiß ich selbst, dass die Wirkung auf weiche Ziele bei der .45 ACP ungleich höher ist.


    Wenn wir schon bei Waffensiskussionen sind, welche Munition müsst ihr dienstlich verwenden?

  • ABER : Unter dem Aspekt des Eigenschutz ist die .45 ACP der 9mm Luger überlegen.

    Nein, ist sie aus diversen Gründen nicht.

    Alles Gründe warum die .45 ACP immer seltener als Dienst-/Miltärwaffe geführt wird.

    Der Kostenfaktor Waffe ist zumindest bei behördlichen Nutzern kein Argument.

    Der Kostenfaktor Munition wird bei entsprechendem Trainingsumfang aber recht schnell deutlich.

    Die paar dutzend Gramm Gewichtsunterschied sind auch nicht wirklich ausschlaggebend.

    Munitionskapazität, Rückstoßverhalten, Griffumfang und der mittlerweile praktisch nicht mehr existente ballistische Mehrwert "größerer Kaliber" wie .40 SW, .45 APC oder .357 SIG sind für die weitgehende Rückkehr zur 9x19 als Dienstwaffenpatrone die Hauptursachen.


    Als Jäger weiß ich selbst, dass die Wirkung auf weiche Ziele bei der .45 ACP ungleich höher ist.

    Die Energie kommt durch das höhere Projektilgewicht und eben auch den größeren Durchmesser.

    Und genau deswegen ist eine Jagdprüfung kein Ersatz für die Sachkunde für Berufswaffenträger...



    (...auch wenn man bei der Wahl des Lehrgangsträgers auch noch danebengreifen kann und zu dem Thema selbst mit entsprechender Schulung nix lernt. Ich sag' nur 5 Schuss...)

    Wenn wir schon bei Waffensiskussionen sind, welche Munition müsst ihr dienstlich verwenden?

    Die, die der Arbeitgeber stellt. Und keine andere.


    Ist der Arbeitgeber gut, verwendet er moderne Einsatzmunition wie Hornady Critical Duty, Speer Gold Dot oder Federal HST oder ähnliche, je nachdem, wie die CIP grade so prüft bzw. die Hersteller fertigen.

    So zumindest meine Erfahrungen über meine regelmäßigen informellen Abfragen in den einschlägigen VBG-Seminaren.

    Da sind dann meist auch die Dienstwaffen okay und die Schiessausbildung vernüftig in Durchführung und Umfang.


    Ist der Arbeitgeber nicht so gut, irgendwas zweitklassiges, billigeres Anderes.

    Das ist dann oft - aber nicht immer - kombiniert mit irgendwelchen eher suboptimalen Dienstwaffen.


    Und ist der Arbeitgeber so richtig schlecht, dann steckt in den vergammelten Dienstwaffen ebenso vergammelte Munition von drittklassigen Herstellern, sicher gelegentlich auch noch mit reinen Vollmantelgeschossen.


    Auch hier gilt also wieder: Den richtigen Arbeitgeber für bewaffnete Sicherheitsdienstleistungen aussuchen. Dann braucht man auch nicht mit seinen Privatwaffen zur Arbeit.


    Aber um es nochmal anzumerken:

    Die allerwenigsten Sicherheitsdienstungen werden mit einer Schusswaffe ausgeführt, die, die damit durchgeführt werden sind üblicher- und richtigerweise durch den Arbeitgeber entsprechend stringent mit Vorgaben versehen, um die gesetzlichen und (ordnungs)rechtlichen Vorgaben einzuhalten, die Anzahl der Waffenscheine sinkt kontinuierlich und Waffentrageberechtigungen werden immer weiter in Umfang und Berechtigung eingeschränkt. Insofern würde ich mich darauf nicht versteifen, insbesondere sollte man das nicht zum Hauptgrund für den Einstieg in das Wachgewerbe machen.

    Für alle Kontaktaufnahmen an das Team gilt: Es genügt in der Regel EIN Teammitglied anzuschreiben, um Hilfe zu bekommen. So genanntes "Flooding", d.h. das Anschreiben gleich mehrerer oder aller Teammitglieder, führt zu KEINER schnelleren Beantwortung der Anfrage. Es erschwert im Gegenteil die Bearbeitung und somit die kompetente Hilfestellung.


    Team_Signatur

  • Hast du einen Link zu der Anzahl der (großen) Waffenscheine in Deutschland im Verlauf der Jahre?


    Kannst du einen Anbieter im Bereich Berlin empfehlen?

  • Hast du einen Link zu der Anzahl der (großen) Waffenscheine in Deutschland im Verlauf der Jahre?

    Solche Informationen kannst Du Dir aus den Antworten der Bundesregierung auf die Kleinen Anfragen der verschiedenen Fraktionen zusammensuchen. Insbesondere Parteien wie die Linke, die Grünen und die AfD stellen praktisch jährlich entsprechende Anfragen, um ihre Klientelpolitik zu unterfüttern.

    Solche Anfragen und die dazugehörigen Antworten gibt es auf Länderebene und Bundesebene.


    Wobei man da durchaus auch mal die Antworten der verschiedenen Jahre auf Plausibilität überprüfen muss, gelegentlich schleichen sich da nämlich auch mal (meist auch später noch unkorrigierte) Fehler ein bzw. man muss genau auf das Bezugsdatum der Angaben achten.

    Beispiele:


    https://dserver.bundestag.de/btd/19/009/1900992.pdf


    Daraus ergibt sich:vsq6l2jp.jpg



    Stand 2016:

    https://dserver.bundestag.de/brd/2016/0357-16.pdf


    Waffenscheine: 13.933 (03/2015), 12.694 (03/2016)

    Waffentrageberechtigungen: 7.730 (03/2015), 8.408 (03/2016)



    Stand 31.12.2018:

    https://dserver.bundestag.de/btd/19/078/1907844.pdf


    Waffenscheine: 10.058

    Waffentrageberechtigungen: 11.573



    Für 2018, 2019 und 2020:

    https://www.coolis.de/wp-content/uploads/2020/03/1917961.pdf


    Waffenscheine: 10.428 (2018), 10.075 (31.01.2019), 9.643 (2020)

    Waffentrageberechtigungen: 9.382 (2018), 11.697 (2019), 13.431 (2020)



    Hier sieht man das gegenläufige Verhältnis ganz gut.

    Die Diskrepanz zwischen Abnahme der Waffenscheine und überproportionaler "Zunahme" der Waffentrageberechtigungen erklärt sich daraus, dass jetzt jeder Mitarbeiter eine solche Berechtigung bekommt, während früher z.B. mehrere Mitarbeiter auf einem Waffenschein standen oder Firmeninhaber "Trageberechtigungen" ausgestellt haben, ohne dass dies bei der Waffenbehörde statistisch erfasst wurde.


    Hier ein Beispiel einer Antwort auf eine Anfrage auf Landesebene:


    https://www.dokumentation.land…ecklenburg-vorpommern.pdf


    Die scheinbaren Veränderungen zwischen 2011 und 2012 erklären sich nach kurzer Recherche hierdurch: https://de.wikipedia.org/wiki/…cklenburg-Vorpommern_2011

    Kannst du einen Anbieter im Bereich Berlin empfehlen?

    Leider nicht meine Ecke, daher kann ich keine qualifizierte Empfehlung abgeben.


    Wenn mich nicht alles täuscht, sollte aber ggf. der Händler "Waffen Tony" Tipps aus der Gegend geben können, der hat seinen Sitz in Neuruppin und kennt die Gegend da vermutlich ganz gut und war früher selber mal Berufswaffenträger. Auch wenn ich den nur über zwei Ecken kenne, würde ich dem zutrauen, das qualifiziert beurteilen zu können, wer dort was taugt.

    Für alle Kontaktaufnahmen an das Team gilt: Es genügt in der Regel EIN Teammitglied anzuschreiben, um Hilfe zu bekommen. So genanntes "Flooding", d.h. das Anschreiben gleich mehrerer oder aller Teammitglieder, führt zu KEINER schnelleren Beantwortung der Anfrage. Es erschwert im Gegenteil die Bearbeitung und somit die kompetente Hilfestellung.


    Team_Signatur

  • Neu erstellte Beiträge unterliegen der Moderation und werden erst sichtbar, wenn sie durch einen Moderator geprüft und freigeschaltet wurden.