Dienstschießen

  • Hallo erstmal in die runde. Ich arbeite bei einer privaten Sicherheitsfirma für die Bundeswehr und war heute beim Quartalschiessen. Ich würde mich jetzt nicht als Meisterschütze bezeichnen, bin aber eigentlich ganz treffsicher. Dem war heute leider nicht so,hab 5 versuche gebraucht ...warum auch immer^^. Mein Vorgesetzer und schiessleiter - Übel gelaunt (ich war nicht pünktlich weil ich vorher noch beim Arzt war,einmal in 3 jahren....Sonst schufte ich fast rund um die Uhr,aber gut das n anderes thema) sagt mir dann man hätte max. 3 versuche a 5 Schuss ansonsten hätte man nicht bestanden und wäre somit nicht mehr diensttauglich. Das heute wäre reine Kulanz :huh:.das hab ich heute zum 1. Mal gehört. Ist das tatsächlich so und weiß jemand wo man das nachlesen kann. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen wenn es dafür in Deutschland keine Regelung oder Gesetz gibt 😉

  • Fantasie-Geschichte vom Cheff. Der wollte wohl mal wieder kurz den Hammer hängen lassen. Lass dir keinen Erzählen. Kulanz - herrlich!😂😂😂

  • Es müsste doch mit dem Teufel zugehen wenn es dafür in Deutschland keine Regelung oder Gesetz gibt 😉

    Die Durchführungsanweisungen der DGUV Vorschrift 23 (zu §18) geben vor, dass "mindestens viermal jährlich" geschossen und dabei "grundsätzlich ein Zeitabstand von drei Monaten eingehalten" wird. Ergebnis muss sein, dass der Mitarbeiter [für die ihm zugeteilte Funktion] "ausreichend ausgebildet" ist. "Sachgerecht" sind diese Schiessübungen, wenn sie mit der dienstlich zugewiesenen Waffe und Munition durchgeführt werden.

    Zusätzlich verweisen die Anweisungen auf die WaffVwV.


    Ein Mindesttrefferniveau gibt die DGUV Vorschrift 23 nicht vor und die VBG ist auch nicht willens (und auch fachlich gar nicht in der Lage), den Arbeitgebern hier offizielle Vorgaben zu machen.


    Die WaffVwV fordert für die Sachkunde für Berufswaffenträger "besondere Fertigkeiten im Schießen insbesondere mit Kurzwaffen" und spricht vom "Nachweis eines bestimmten Trefferniveaus", das Personen nachweisen müssen "die die Waffe führen wollen". Aber auch hier gibt es keine gesetzliche Vorgabe dieses Trefferniveaus. Üblicherweise wird bei der Beantragung der Anerkennung des Sachkundelehrgangs durch die lokale Waffenbehörde meist durch den Lehrgangsanbieter beschrieben, wie er sich die praktische Prüfung vorstellt und welche Trefferniveaus er erzielt haben möchte. Aufgrund der meist nicht vorhandenen Fachkenntnis der Waffenbehördenmitarbeiter (oft auch in den Bundesländern, in denen die Polizei die Waffenbehörde stellt), kann da quasi alles dabei sein - von "fünf Schuss grob in den Kugelfang" bis hin zu richtigen "Mini-Schiesskursen" mit mehreren hundert verschossenen Schuss. Das kostet dann halt auch ein bisschen was.


    Insofern hängt es unter Beachtung der oben beschriebenen eher vagen VBG- und WaffVwV-Anforderungen am Arbeitgeber, welche konkreten Vorgaben er seinen Mitarbeitern unter den oben beschriebenen Rahmenbedingungen macht. Delegiert er die Ausbildung an einen Mitarbeiter, ohne diesem entsprechende Vorgaben zu machen, dann ist halt der Ausbildungsverantwortliche die Instanz, die die Prüfungsanforderungen festlegt und entscheidet, ob ein Mitarbeiter im Sinne der DGUV Vorschrift 23 "ausreichend ausgebildet" ist und ob er die "besonderen Fertigkeiten im Schießen mit Kurzwaffen" im Sinne der WaffVwV beherrscht. Dazu muss er sich die Schiessfertigkeiten nachweisen lassen (DGUV V23 §18 Abs. 2), die auch dokumentiert werden müssen (Abs. 5). Verantwortlich ist hier der Arbeitgeber und dort wiederum dessen Beauftragter.


    Wenn jemand eine Übung (ich vermute mal auf 10, 15, 20 oder 25 Meter fünfmal eine Bundeswehr-Mannscheibe oder das nSAK-Äquivalent treffen - also schiesstechnisch simpelste Anforderungen) nur nach fünfmaligem Versuch eher zufällig besteht, wird man ziemlich sicher sagen können, dass diese "besonderen" Fertigkeiten nicht beherrscht werden und die Ausbildung nicht ausreichend ist. Das hat auch wenig mit "Tagesform" und "fühl' mich nicht so gut" zu tun.


    Das liegt dann üblicherweise nicht am Schützen sondern eher am Ausbilder (es sind ja schliesslich Schiessübungen und keine Schiesskönnungen) - denn der sollte auch ziemlich einfach sagen können, woran es liegt, dass nicht getroffen wird und dann erklären können, wie man das verbessert.


    Richtig ist aber die Aussage, dass nicht ausreichend ausgebildete Waffenträger gemäß der DGUV Vorschrift 23 §18 Abs. 1 Satz 2 nicht mehr bewaffnet eingesetzt werden dürfen. Dazu ist der Arbeitgeber nach Absatz 5 sogar verpflichtet.


    Bzw. dürften, denn wie die Realität aussieht, wissen wir ja alle...



    tl,dr: Ja, es ist tatsächlich so, dass wenn man keine ausreichenden Schiessfertigkeiten nachweisen kann, man nicht mehr bewaffnet eingesetzt werden darf.


    Was eine "ausreichende Fertigkeit" ist und wie man die nachweist, entscheidet der Arbeitgeber bzw. dessen Beauftragter. Wie oft man versuchen darf, sie nachzuweisen, entscheidet er auch.


    Aber er ist auch dafür verantwortlich, dass er sein Sicherheitspersonal so ausbildet (und nicht nur oft genug eine Kontrollübung schiessen lässt, bis der Zufall mal greift), dass es dazu ohne Probleme befähigt ist.


    Wohlgemerkt: Bezahlt und in der Arbeitszeit.

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  • Angus

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