Waffenrecht / Waffenschein / Waffensachkunde

  • Hallo,
    was benötigt man genau um einen Waffenschein und oder eine Waffenbesitzkarte im Bereich Sicherheitsdienst zu bekommen?


    Grüße


    Erpel

  • Grundlegend:


    Waffensachkunde
    Versicherung
    Auftrag, bei dem Schusswaffe gefordert wird


    Sonst fällt mir spontan nix ein...
    Aber ich werde mal in den Untiefen der Papierberge suchen.

  • Also ein Auftrag bei dem Schusswaffe gefordert wird, heißt das ich muss erst einen Auftrag vorweisen?
    Reicht es aus, wenn ich ein Bewachungsgewerbe habe und Personenschutz und Geldtronsport "anbiete"?
    Ich kann ja einem möglichen Kunden nicht vor dem Auftrag sagen: "Ich brauche erst den Auftrag von Ihnen, dann muss ich den Waffenschein beantragen und dann kann ich Ihren Auftrag erfüllen"?

  • Auszug aus dem Waffengesetz:
    § 28
    Erwerb, Besitz und
    Führen von Schusswaffen und
    Munition durch Bewachungsunternehmer
    und ihr Bewachungspersonal
    (1) Ein Bedürfnis zum Erwerb, Besitz und Führen von
    Schusswaffen wird bei einem Bewachungsunternehmer
    (§ 34a der Gewerbeordnung) anerkannt, wenn er glaubhaft
    macht, dass Bewachungsaufträge wahrgenommen werden
    oder werden sollen, die aus Gründen der Sicherung einer
    gefährdeten Person im Sinne des § 19 oder eines gefährdeten
    Objektes Schusswaffen erfordern.
    Satz 1 gilt entsprechend
    für Wachdienste als Teil wirtschaftlicher Unternehmungen.
    Ein nach den Sätzen 1 und 2 glaubhaft gemachtes
    Bedürfnis umfasst auch den Erwerb und Besitz der für die
    dort genannten Schusswaffen bestimmten Munition.
    (2) Die Schusswaffe darf nur bei der tatsächlichen Durchführung
    eines konkreten Auftrages nach Absatz 1 geführt
    werden. Der Unternehmer hat dies auch bei seinem Bewachungspersonal
    in geeigneter Weise sicherzustellen.
    (3) Wachpersonen, die auf Grund eines Arbeitsverhältnisses
    Schusswaffen des Erlaubnisinhabers nach dessen
    Weisung besitzen oder führen sollen, sind der zuständigen
    Behörde zur Prüfung zu benennen; der Unternehmer soll
    die betreffende Wachperson in geeigneter Weise vorher
    über die Benennung unter Hinweis auf die Erforderlichkeit
    der Speicherung und Verarbeitung personenbezogener
    Daten bei der Behörde unterrichten. Die Überlassung von
    Schusswaffen oder Munition darf erst erfolgen, wenn die
    zuständige Behörde zugestimmt hat. Die Zustimmung ist
    zu versagen, wenn die Wachperson nicht die Voraussetzungen
    des § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 erfüllt oder die Haftpflichtversicherung
    des Bewachungsunternehmers das
    Risiko des Umgangs mit Schusswaffen durch die Wachpersonen
    nicht umfasst.
    (4) In einen Waffenschein nach § 10 Abs. 4 kann auch
    der Zusatz aufgenommen werden, dass die in Absatz 3
    bezeichneten Personen die ihnen überlassenen Waffen
    nach Weisung des Erlaubnisinhabers führen dürfen.
    Geltungsbereich des Gesetzes verbracht werden, wird die
    Erlaubnis nach Absatz 1 als Zustimmung zu der Erlaubnis
    des anderen Mitgliedstaates für das betreffende Verbringen
    erteilt.



    Ich habe keine Ahnung, wie es die Ordnungsbehörde soeht, die für Dich zuständig ist. Ruf´ doch mal an...

  • Ich war ja nicht völlig bekloppt und habe "copy & paste" genutzt.
    Ich werde dem Admin mal heute Abend sein Email-Fach vollmüllen und ein paar downloadfähige Dateien bereitstellen.


    Geht nur jetzt nicht, da über Handy das www relativ langsam (aber dafür sehr teuer) ist und ich die Dateien nicht auf dem Schlepptop habe...

  • Hallo,


    Die Beantragung eines Waffenscheines für das Bewachungsgewerbe ist nach der Einführung des neuen Waffengesetzes massiv erschwert.


    Wurde bis zur Einführung des neuen WaffG das Ganze eher gutwillig befürwortet, ist es nach der Einführung des neuen WaffG eher das Gegenteil...


    Generell hängt es sehr stark von der jeweiligen zuständigen Behörde (e.G. dem jeweiligen Sachbearbeiter) ab, ob ein Antrag possitiv oder negativ beschieden wird.


    Sagt das WaffG auch aus, es müsse "glaubhaft" gemacht werden, das entsprechende Einsätze durchgeführt werden "sollen", so ist in den entsprechenden Verwaltungsvorschriften das Ganze etwas schwieriger gehalten... Durch den großen Spielraum den die jeweilige Behörde hier hat, ist hier von Ablehnung bis Genehmigung alles möglich.


    Generell wird aber heute eher vorab ein Nachweis gefordert, das entsprechende Kunden bereits vorhanden sind und erst dann überhaupt mal daran gedacht ob oder ob nicht ein Waffenschein ausgestellt wird.


    Und zusätzlich wird heute dann der Waffenschein nicht mehr einfach für alle Bereiche (Objektschutz, Personenschutz, Geld-Werttransporte) ausgestellt, sondern unter Umständen explizit auf bestimmten Bereich beschränkt....


    Das Ganze wurde in den Landkreisen KH, MZ, BIR und SIM (alles RLP) sogar so gehandhabt, das eine sehr große Anzahl an Waffenscheininhabern ihre Waffenscheine abgeben mussten. Es gibt nunmehr nur noch eine Handvoll von Bewachungsunternehmen mit Waffenerlaubnis in den gesamten genannten Landkreisen. RLP ist in der Umsetzung sehr restriktiv gewesen.


    Ohne bereits bestehende Aufträge die zwingend bewaffnet durchgeführt werden müssen, wird hier keinerlei Waffenschein mehr genehmigt. Und wenn, wie gesagt, dann nur in dem Bereich der nachweisbar durchgeführt wird. (z.B. Werttransporte, dann eben nur dafür Waffenschein. Und Werttransporte werden nur dann anerkannt, wenn es sich um regelmäßige und wiederkehrende Transporte handelt mit MINDESTENS 50.000 EUR JE TRANSPORT!, REGELmäßig heist hier DAUERND, FAST TÄGLICH....)


    Für den Bereich Personenschutz muß nachgewiesen werden, das bereits Personen beschützt werden, die vom BKA als besonders gefährdet klassifiziert sind. Und nur wenn solche beschützt werden, wird es anerkannt. (besonders gefährdet (Stufe 1 regelmäßig und Stufe 2 anlaßbezogen) gelten z.B. NICHT VIPs aus Showbiz oder "normale" Reiche....


    Als besonders gefährdet gelten z.B. Personen aus Wirtschaftsunternehmen, welche als besonders wichtig für das Land angesehen werden. Davon also Vorstandsvorsitzende, Aufsichtsräte.


    Somit ist also kein Waffenschein zu bekommen wenn man das beschützt was üblicherweise als VIPs bezeichnet wird... (Schauspieler, etc.)...


    Du siehst, die Erlangung eines Waffenscheines ist heute eher NICHT möglich als möglich.....


    Über den Sinn und Unsinn kann man sich streiten, aber es ist wie es ist.


    Generell aber sei hier meine Meinung auch genannt:


    Ich finde es absolut richtig, das hier die Waffenzulassungen auf ein absolutes Minimum reduziert wurden und auch so gehalten werden.... Und wirklich nur die Unternehmen die Waffenzulassung haben, die auch definitiv und nachweisbar in diesen Bereichen arbeiten und etabliert sind.


    Der Einsatz von Waffen ist alles andere als "locker" und "easy" anzusehen... Ich denke das hier sehr sehr viele "Unternehmer" sich nicht wirklich darüber klar sind was da alles dahinter steckt in Bezug auf Gefahren und Schußwaffeneinsatz/Nutzung etc. ....


    Denn schaut man sich mal diverse Foren im Web an, so ist es doch erschreckend zu sehen was für "Gestalten" hier "Security" betreiben und laut nach Waffenzulassung schreien....


    Unsere Branche hat eh schon mit der Anerkennung und Respektierung zu kämpfen. Lautere Unternehmen die wirklich qualitativ gute Leistungen erbringen, müssen unter diesen leiden. Leider...


    Somit soll dann doch bitte auch jeder bei seinem Bereich bleiben...


    "Schuster bleib bei Deinen Leisten" ...... <<<<< ein in dieser Hinsicht wirklich sehr guter Spruch und absolut zutreffend.....


    Auch wenn sich jetzt (unter Umständen) einige auf den Schlips getreten fühlen die auch gerne eine Waffenzulassung hätten, so dürfte ich mit meiner Meinung (zumindest bei den seriösen und qualitativ ausgerichteten Unternehmen) nicht alleine stehen.....


    Generell sollte jeder, der ernsthaft und richtig in das Bewachungsgewerbe einsteigen will, erstmal sich auf den Markt etablieren und mit kleinen Brötchen anfangen bevor er an Waffen und bewaffnete Dienste und Aufträge denkt....


    Denn ohne jegliche Erfahrung und Etablierung geht das Ganze sehr schnell in die Hose, oder noch schlimmer: kann tödlich enden.....


    Also nichts für ungut:


    Vorgehen bei Neugründung:


    1.) mögliche Kunden sammeln
    2.) Zulassungsvoraussetzungen erfüllen
    3.) Gewerbe anmelden
    4.) ARBEITEN, ARBEITEN, ARBEITEN in den UNbewaffneten Bereichen
    5.) Erfahrung sammeln / fortbilden / Kontakte knüpfen
    6.) am Markt etablieren und guten Namen machen, Anerkannt werden...
    7.) expandieren
    8.) dann kann man langsam auch mal an Waffenzulassung denken und in dieser Richtung aktiv werden....


    Alles andere hat nur den "Touch" des typischen Klischees wie man es im Fernseh sieht..... Irgendwelche Hohlroller von Wachdiensten in Krimis die alle IQ von 5 haben, aber dieses kompensieren mittels 45er am Gürtel.....


    Der Thread soll zum nachdenken anregen und (hoffentlich) heiße Diskussionen auslösen zu dem Thema....


    Tut es das, dann hat mein Thread seinen Zweck erfüllt


    :wink:


    WSD

    Lerne Deine Grenzen kennen... Nur wer weiß wo sie liegen, kann auch bis an sie heran gehen.

  • Nö, darüber braucht man nicht diskutieren, denn Du hast den Nagel mehr als auf den Kopf getroffen. Dem gibt es m.E. überhaupt nichts nachzulegen.

  • So mal als Beispiel sei folgendes ergänzt:


    Obwohl unser Unternehmen im Bereich Geld-/Werttransport in einem Bereich arbeitet wo es teilweise um neun bis zehn stellige Beträge geht, haben wir trotzdem nur eine Zulassung für Pistolen und Revolver. Obwohl bei diesen Werten der Schutz mittels Vorderschaftsrepetierer beim Be- und Entladen mehr als sinnvoll wäre.


    Trotz der extrem hohen Werte erhalten wir für Vorderschaftsrepetierer KEINE Zulassung. Diese werden im hiesigen Bereich RLP generell nicht genehmigt. Egal welche Werte bewegt werden.


    Und unser Unternehmen hat sich in bewaffneten Hochsicherheitsbereichen, bewaffneten Geld- und Werttransporten und im Personenschutz mehr als etabliert. Mittlerweile so sehr, das wir diverse weltweit agierende Unternehmen zu unseren Kunden zählen dürfen, welche vorher durch Brinks, Heros und Securicor weltweit "bedient" wurden. Für diese Unternehmen sind wir nunmehr alleinig exklusiv in Hochsicherheitsbereichen tätig. (dazu zählen o.g. Werttransporte, PS, etc.)



    Du siehst:
    selbst als bereits etabliertes Unternehmen mit wahrlich bestehenden Hochsicherheitsaufträgen ist es schwer weitergehende Zulassungen zu bekommen.... Analog ist es für "Neueinsteiger" NOCH schwieriger überhaupt eine Zulassung zu bekommen...
    greetz


    WSD

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  • Zitat von stinkefuchs

    Nö, darüber braucht man nicht diskutieren, denn Du hast den Nagel mehr als auf den Kopf getroffen. Dem gibt es m.E. überhaupt nichts nachzulegen.


    Wie gesagt:


    seriöse und etablierte Unternehmen werden der selben Meinung sein


    :)


    WSD

    Lerne Deine Grenzen kennen... Nur wer weiß wo sie liegen, kann auch bis an sie heran gehen.

  • Nicht nur Unternehmen!! :wink:
    Wenn ich bedenke wieviel Flachpfeifen sich in dem Unterricht zum §34a schon darauf freuen ne Waffe zu tragen, da sie nicht begreifen wollen, dass das nur ein geringer Prozentsatz sein wird!! :evil:
    Die haben halt ne völlig falsche Vorstellung von dem Beruf und werden, so hoffe ich, wohl niemals in den "Genuss" kommen eine Waffe im Dienst anzurühren!!

  • So sieht es leider aus. Ich bin immer froh gewesen, wenn ich das Teil in den Waffenschrank legen konnte.
    Aber daran sieht man wieder, wie hoch das Niveau bei einigen Mitstreitern ist. Leider... :roll:

  • Zitat von stinkefuchs

    Aber daran sieht man wieder, wie hoch das Niveau bei einigen Mitstreitern ist. Leider... :roll:


    Wie ich bereits ausgeführt hatte......


    Der vorhandene IQ von 5 (addiert sich aus den Worten "Ey" "Ar...." "Was willst Du") wird durch Einsatz eines 45er (zählt 45) auf 50 gesteigert...... ...


    Damit also voll uptodate für den job....


    Oder nicht?


    :lol:

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  • Stimmt. Es reicht in jeder Hinsicht aus, einen IQ wie fünf Meter Feldweg zu haben.
    :shock:


    Wir könnten das Thema jetzt vom Anfang an erneut aufrollen, lohnt sich m.E. nach aber absolut nicht.


    Wollen wir mal ehrlich sein - woher stammt denn der niedrige Tarif und der Ruf der Branche? Doch garantiert nicht durch die, die für ihren Beruf leben und den Anforderungen mehr als gerecht werden.


    Egal.


    Ich halte mich jetzt zurück, da ich ansonsten den Kühlschrank plündern müsste, um ausreichend :kotz: zu können.

  • Zitat von stinkefuchs

    Ich halte mich jetzt zurück, da ich ansonsten den Kühlschrank plündern müsste, um ausreichend :kotz: zu können.


    Das wollen wir natürlich auf keinen Fall.... Wäre zu schade ums Essen :lol:

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  • Da hast Du sicherlich und leider Recht, nur muss es ja eine Möglichkeit geben aus diesem "Tief" wieder rauszukommen.
    Würden wir alle nicht an eine solche Möglichkeit denken, würde wir was anderes machen.
    Ich denke, dass wir gemeinsam als seriöse Unternehmen für die Verbesserung des Rufes der Branche kämpfen können.
    Das ist sicherlich nicht einfach, denn ein schlechter Ruf ist schnell erteilt und das wieder hinzubekommen meist schwer.
    Vielleicht bietet dieses Forum die Möglichkeit eine Plattform zu schaffen und gemeinsam, als seriöse Unternehmen, für die gesamte Branche zu werben.

  • Ich denke, ich spreche für alle Unternehmer auf dieser Seite, dass wir darauf bedacht sind, im Rahmen der teilweise eng gesteckten Möglichkeiten mit unseren Mannschaften das allerbeste Ergebnis aus jeder Lage herauszuholen.


    Nicht zuletzt weil es unsere Existenz ist.


    Keiner wird den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben, weil hier Rekordumsätze zu erwarten sind.


    Diese Denkweise wird man allerdings in "Konzernen" nicht erleben, da es dort schon bei der Personalauswahl andere Kriterien gibt.


    Ahhh... Ich gehe mit meinen Gedanken schon wieder viel zu weit....

  • Zitat von freestage

    Da hast Du sicherlich und leider Recht, nur muss es ja eine Möglichkeit geben aus diesem "Tief" wieder rauszukommen.
    Würden wir alle nicht an eine solche Möglichkeit denken, würde wir was anderes machen.
    Ich denke, dass wir gemeinsam als seriöse Unternehmen für die Verbesserung des Rufes der Branche kämpfen können.
    Das ist sicherlich nicht einfach, denn ein schlechter Ruf ist schnell erteilt und das wieder hinzubekommen meist schwer.
    Vielleicht bietet dieses Forum die Möglichkeit eine Plattform zu schaffen und gemeinsam, als seriöse Unternehmen, für die gesamte Branche zu werben.


    solange in unserer Branche so ziemlich alles von ein paar wenigen Großkonzernen zusammen mit dem BDWS geklüngelt wird, werden die mittelständischen Unternehmen es sehr schwer haben für ein gerechtes Bild / Ansehen zu kämpfen.... Wird doch genau von den paar Großen und dem BDWS alles getan um die mittelständischen oder kleinen Unternehmen zu chassen wo es nur geht...



    Apropos BDWS... dazu mal einen neuen Thread eröffne....


    WSD

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