Deutsche Polizisten haben 2024 so viele Menschen erschossen wie seit 25 Jahren nicht

  • Das Jahr ist noch nicht zu Ende, doch mit 17 Todesfällen ist die Bilanz des Schusswaffengebrauchs der Polizei so düster wie seit 1999 nicht mehr. Vor allem psychisch kranke Menschen werden Opfer der Schüsse. Offenbar sinkt die Schwelle für den Einsatz der Waffe.


    Quelle: Polizei: Deutsche Polizisten haben 2024 so viele Menschen erschossen wie seit 25 Jahren nicht - WELT


    Die Statistik der Schusswaffeneinsätze findet sich hier: http://www.schusswaffeneinsatz.de


    Publikationen von Prof. Lorei zum Thema "polizeilicher Schusswaffengebrauch" finden sich hier: Publikationen nach Themen

  • ist die Bilanz des Schusswaffengebrauchs der Polizei so düster wie seit 1999 nicht mehr.

    Was ist daran "düster"?



    Vor allem psychisch kranke Menschen werden Opfer der Schüsse.

    Diese Personen sind keine "Opfer", sie sind meist Täter, die Polizisten so in Gefahr bringen, dass diese von der Schusswaffe Gebrauch machen müssen. Es gibt wenige Ausnahmen, in denen falsch reagiert wird, aber das macht die Täter nicht zu "Opfern", den Anlass geben sie immer noch selbst.


    Der Polizist kann mindestens genauso wenig dafür, dass der Täter psychisch krank ist wie dieser selber. Wobei einige dieser psychisch Kranken sich durch Medikamenten-, Drogen und/oder Alkoholmissbrauch in diese Situation bringen. Der Polizist hingegen ist in dieser Situation, weil er die Allgemeinheit vor diesen Personen schützt.


    Ja, freie Berufswahl, aber irgendwer muss es halt machen.


    Wenn man jeden dieser kranken Menschen vorsorglich wegsperrt und nicht auf die Allgemeinheit loslässt, damit er nicht zum Täter und der Polizist nicht zum Todesschützen wird, dann ist das natürlich auch wieder nicht recht, meist sogar den gleichen Gruppierungen, die über die Polizeischüsse lamentieren...


    Offenbar sinkt die Schwelle für den Einsatz der Waffe.

    Oder die Bereitschaft zum Ausüben von Gewalt, die einen Schusswaffeneinsatz notwendig macht steigt. Aber dann könnte man natürlich nicht so schön die Schuld auf die Polizei schieben...


    Die Anzahl der Schusswaffeneinsätze gegen Menschen ist in Deutschland homöopatisch und geht im statistischen Rauschen unter. Einfach mal in % der Bevölkerung umrechnen.


    In Frankreich z.B. liegt die Zahl durch die Polizei Getöteter so zwischen 40 und 50 p.a.


    Im Gegensatz dazu die USA:


    2024 (YTD: 828

    2023: 1.163


    Bei einer knapp 4-fach so großen Bevölkerung eine mehr als 48-fache Anzahl an durch die Polizei Erschossene (von Angeschossenen wollen wir gar nicht anfangen).


    https://www.statista.com/stati…ath-by-us-police-by-race/


    Und wenn man sich mal den Rest der Welt anschaut, liegen wir auf einem der untersten Plätze:


    https://worldpopulationreview.…olice-killings-by-country


    Kurzum: Dieses Gejammer ist unseriös und unnötig.

    Und nein, die Schwelle für den Einsatz der Waffe sinkt nicht, sondern die Gewalt, die den Einsatz der Waffe notwendig macht steigt.

  • Etwas dünn, was der TE genannt hat.


    Nehmen wir mal ein Fall wie diesen:


    Laut Beschreibung ist die Person bewusst auf die Polizisten zugelaufen. Was sollen die jetzt machen? Sollen die sich abstechen lassen? Offenbar war hier die Schusswaffe das letzte Mittel und wenn die Untersuchung hier ein Fehlverhalten ergibt, dann findet er / sie sich in Zukunft wegen einer Tötungsdeliktes vor einer Strafkammer wieder.


    Diese und ähnliche kann man mehrfach finden. Es hat sicherlich auch etwas mit der Gesellschaft zu tun.


    Und die haben wenigstens ein alternatives Mittel, wenn das Abwehrspray nicht hilft...

  • Ich finde die Gesetzgebung in Deutschland langsam lächerlich.

    Anstatt den Polizisten einen Orden zu verleihen werden sie noch angeklagt.

    Ich bin froh kein Polizist zu sein in der heutigen Gesellschaft.

  • meiner meinung nach macht die Polizei ihren Job sehr vernünftig und richtig.

    Die Polizei muss eigentlich noch viel härter gegen Straftäter vorgehen.

    Sicherheitsmitarbeiter sollten auch bei bedarf Sonderrechte bekommen damit die Polizisten unterstützen.

  • Sicherheitsmitarbeiter sollten auch bei bedarf Sonderrechte bekommen damit die Polizisten unterstützen.

    Wenn ich mir den Großteil Sicherheitsmitarbeiter anschaue: Lieber nicht.


    Bei ausreichender querschnittlicher Qualifikation wäre das vielleicht eine Option, über die man diskutieren könnte, aber sich so wirklich sattelfest damit auskennen, was man darf und was man nicht darf tun dann leider doch die Wenigsten.


    Und wo sachlich und bedürfnissseitig gut begründet, dürfen Sicherheitsmitarbeiter auch heute schon genug.

  • Sicherheitsmitarbeiter sollten auch bei bedarf Sonderrechte bekommen damit die Polizisten unterstützen.

    Und bei was sollen SMA ohne Ausrüstung und ohne entsprechende Ausbildung (vorallem auch Rechtliche Ausbildung) dann genau Unterstützen?


    Wenn es schon bei den Jedermannsrechten hapert möchte ich mir nicht vorstellen was passiert wenn die noch mehr Rechte hätten

    Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will (Frank Lloyd Wright)


    Der überlegene Mensch vergisst nicht die Gefahr, wenn er in Sicherheit ist (Confucius)

  • Das Jahr ist noch nicht zu Ende, doch mit 17 Todesfällen ist die Bilanz des Schusswaffengebrauchs der Polizei so düster wie seit 1999 nicht mehr.

    Man merkt direkt aus welchem Verlagshaus dieser Satz kommt.


    Typisch Reißerisch geschrieben. Wenn man sich die in sehr vielen Bereichen gestiegenen Zahlen der Kriminalitätsstatistik anschaut finde ich die Zahl von "nur" 17 Todesfällen eher sehr niedrig.


    Natürlich ist jeder Tote eigentlich einer zu viel. Aber die Polizisten in Deutschland halten sich schon sehr zurück im Normalfall da wird die Waffe meistens erst gezogen nach dem man schon x mal gesagt hat das man die Dienstwaffe nutzen muss. Gibt genug Berichte in den Medien wo man sieht das erst ewig auf den Täter eingeredet wird und erst wenn es eigentlich schon zu spät ist dann mal die Waffe zum Einsatz kommt. Täter die auf Polizisten zustürmen und die erstmal ein gutes Stück zurückweichen bevor der erste Schuss fällt z.B. In anderen Ländern zuckt ein bewaffneter Täter nur einmal in die Richtung des Polizisten und schon ist das Magazin leer (übertrieben gesagt).


    Dabei passt aber das Wort "erschossen" eigentlich auch nicht wirklich. Keiner der Polizisten schießt im Normalfall in Tötungsabsicht. Das ergibt sich dann eher aus der Eigendynamik die sich entwickelt das dann auch mal ein Schuss blöderweise tödlich ist.


    Aber wie geschrieben "nur" 17 Todesfälle ist schon echt wenig wenn man bedenkt das sich Polizisten fast schon täglich Angriffen auf Leib und Leben ausgesetzt sehen. Daher muss man eigentlich eher die gute Ausbildung und die Fähigkeit sich zurückzuhalten herausstellen sonst wäre die Zahl wahrscheinlich um ein vielfaches höher.

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  • Daher muss man eigentlich eher die gute Ausbildung und die Fähigkeit sich zurückzuhalten herausstellen

    Leider ist es weniger die gute Ausbildung (bei einigen der polizeilichen Schussabgaben dieses Jahr sind z.B. Kollegen oder Dritte durch Polizeischüsse verletzt worden, was bei guter Ausbildung vermeidbar gewesen wäre).


    Es ist auch weniger die Fähigkeit, sich zurückzuhalten sondern vielmehr Hemmung und Angst, die Schusswaffe einzusetzen. Am Ende hat das den gleichen Effekt, und das ist mir unter'm Strich lieber als die meist unqualifizierte und übermäßige Polizei-Ballerei (leider ist dieser Begriff da häufig angebracht) in den USA.


    Wir haben tatsächlich primär das Glück, dass es für die Polizei bisher noch relativ wenig Gründe gibt, die Schusswaffe einzusetzen. Meist reichen die anderen verfügbaren polizeilichen Einsatzmittel, um Situationen zu klären und zu entschärfen. Aber dass sich das eben grade ändert und die Anzahl der Gewalttaten und damit auch der Angriffe auf die Polizei, die einen Einsatz der Schusswaffe notwendig machen steigt, zeigen eben auch die hier diskutierten Zahlen.


    Nach wie vor ein niedriges Niveau, und es wäre schön, wenn es dabei bleiben würde.


    Allerdings sehe ich durchaus Potential, die (Schiess-)Ausbildung der Polizei zu verbessern, um in Zukunft die Fremd- und Eigengefährdung durch die eigenen Dienstwaffen zu reduzieren. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, wenn man die Polizei mit Schusswaffen ausstattet und auf die Straße schickt.


    In UK ist das Thema "unbewaffneter Bobby" mittlerweile auch Geschichte, allerdings sind dort immer noch nicht alle Polizeibeamten mit Schusswaffen ausgestattet sondern eine geringe, aber steigende Anzahl an bewaffneten und recht gut ausgebildeten (über dem Maß normaler Streifenpolizisten hierzulande, vergleichbar vielleicht mit eine deutschen MEK) Beamten sind in bewaffneten Einheiten bzw. als bewaffnete Streifen eingesetzt und werden bei Bedarf hinzugerufen.

  • Leider ist es weniger die gute Ausbildung (bei einigen der polizeilichen Schussabgaben dieses Jahr sind z.B. Kollegen oder Dritte durch Polizeischüsse verletzt worden, was bei guter Ausbildung vermeidbar gewesen wäre).

    ich hatte mich jetzt auch eher auf die allgemeine Ausbildung bezogen. Die Schießausbildung (sofern man die wirklich noch so nennen darf) bei der deutschen Polizei ist ja leider eher unterirdisch. Da sind sogar Sportschützen besser ausgebildet bzw. besser im Training.


    Es gibt ja leider Dienststellen die Privat das Geld sammeln schon um überhaupt mal wieder auf den Schießstand gehen zu können weil das Geld für Munition, Sprit etc. mehr als nur knapp ist.

    Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will (Frank Lloyd Wright)


    Der überlegene Mensch vergisst nicht die Gefahr, wenn er in Sicherheit ist (Confucius)

  • Da sind sogar Sportschützen besser ausgebildet bzw. besser im Training.

    Äh, nein.


    Die schießen nur mehr und öfter. "Besser ausgebildet" sind die nicht.

    Es gibt ja leider Dienststellen die Privat das Geld sammeln schon um überhaupt mal wieder auf den Schießstand gehen zu können weil das Geld für Munition, Sprit etc. mehr als nur knapp ist.

    Das halte ich für eine Stammtischparole.


    Ich habe in vielen Bundesländern mit der Polizei zu tun und bilde Polizisten und Schieß- und Einsatztrainer der Polizei aus, und bei keinem ist das der Fall noch wurde mir soetwas vom Hörensagen geschildert.


    Was richtig ist, ist dass nach dem Studium und der Erstausbildung (wo üblicherweise in Summe mehrere Wochen in die Schießausbildung investiert und meist so zwischen 2.500 und 3.000 Schuss im Training abgegeben werden) die Schießausbildung zur Erhaltung dieser Fähigkeiten eher stiefmütterlich behandelt wird. Je nach Bundesland und je nach Motivation der Schießtrainer und der Polizisten selber (viele drücken sich absichtlich um's Schießtraining, weil die Waffe als Belastung gesehen wird und gar kein Interesse besteht, sich weiterzubilden) wird meist ein- oder zweimal im Jahr das erfolgreiche Bestehen der Kontrollübung gefordert, je nach Bundesland abhängig davon, ob im Außendienst eingesetzt oder im Innendienst tätig. Je nach Fähigkeiten und Motivation der Polizisten werden dafür im Jahr zwischen 100 und 200 Patronen verschossen. Das ist nicht viel, kann aber eine gute Erstausbildung für einige Jahre aufrechterhalten.


    Zeit für das Schießen, Sprit und Munition sind üblicherweise kein Problem, wenn man es nicht zu einem machen möchte, um es als Ausrede zu nutzen, nicht gehen zu müssen.


    Motivierte Kollegen schaffen es auch 3-5 mal im Jahr oder z.T. auch öfter auf den Schießstand und verschießen dort dann ein paar hundert zusätzliche Patronen.


    Und wieder andere erkennen, dass auch das z.T. zu wenig sein kann und suchen sich dann noch externes Training und geben dafür sogar ihr privates Geld aus.

  • Anstatt den Polizisten einen Orden zu verleihen werden sie noch angeklagt.

    per se ist eine Untersuchung des ganzen nicht verkehrt, wenn es Zweifel gibt.

    Ich bin froh kein Polizist zu sein in der heutigen Gesellschaft.

    Ich hätte schon Interesse bei einigen (schwierigen) Einsätzen dabei zu sein. Sehe es als Fortbildung 'Situationsgerechtes Verhalten und Handeln'. Könnten viele in unserer Branche gebrauchen!


    Mir fehlt manchmal die Spannung im Job. Gerade Demonstrationen würden mich sehr reizen. Für mich wäre das neben der "Fortbildung" auch mal etwas Abwechslung zum sonst "langweiligen" Dienst.

  • meiner meinung nach macht die Polizei ihren Job sehr vernünftig und richtig.

    Die Polizei muss eigentlich noch viel härter gegen Straftäter vorgehen.

    Sicherheitsmitarbeiter sollten auch bei bedarf Sonderrechte bekommen damit die Polizisten unterstützen.

    Der Meinung bin ich auch!

    Neben der Sachkundeprüfung eine 2 monatige Praxisphase für spezielle Aufgaben

    von Bund und Land.

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