Bodyguard packt aus - so ist der Alltag als Personenschützer

Schwerreiche Unternehmer mit Frau, Kindern und Enkeln zu schützen, das ist der Job von Markus Weidenauer und seinen Mitarbeitern. Seine Firma heißt Seccon Group. Bodyguards bei ihm absolvieren regelmäßige Schieß- und Fahrtrainings. Daneben fordert der Boss vom Team Kompetenzen, die man von Personenschützern im ersten Moment nicht erwartet, wie er im Interview erzählt.


Wer eignet sich als Personenschützer?


Weidenauer Grundsätzlich ist der Typ Mensch entscheidend. Er braucht das richtige Gespür für Diskretion und Zurückhaltung, muss ruhig und besonnen sein. Natürlich erwarten wir auch ein hohes Maß an fachlichen Kompetenzen bei unseren Mitarbeitern. Personenschutz heißt nicht, einmal die Woche ins Fitnessstudio und ins Solarium zu gehen. Übrigens: Sozialkompetenz und zwischenmenschliche Feinfühligkeit sind oftmals wichtiger als Schießfertigkeit.


Ihr Unternehmen schützt vor allem mittelständische Unternehmer und deren Familien. Was ist dabei wichtig?


Weidenauer Personenschutz in der Privatwirtschaft ist zu großen Teilen Know-how in den Bereichen Risiko- und Krisenmanagement, Strategie und breites Wissen etwa über IT-Sicherheit und Social Media. Für den potenziellen Entführer und Erpresser sind Facebook, Instagram und Co. hervorragende Tools, um Straftaten vorzubereiten. Beispielsweise dann, wenn Kinder und Jugendliche unreflektiert mitteilen, dass sie gerade zum Reitunterricht oder Golfplatz gehen. Eine eigens für uns tätige Kinder- und Jugendpsychologin beispielsweise trainiert bei uns gemeinsam mit unseren IT-Experten mit dem Nachwuchs der Kunden den richtigen Umgang.


Personenschutz bedeutet also gar nicht, dass ständig ein Bodyguard in der Nähe eines schwerreichen Unternehmers ist?


Weidenauer Die allermeisten Kunden wollen nicht, dass deren privates oder geschäftliches Umfeld operative und somit personelle Schutzmaßnahmen wahrnimmt. Unser Schwerpunkt liegt auf Zurückhaltung und Diskretion. Wenn beispielsweise ein Kunde in einer fremden Stadt in die Oper oder zum Abendessen geht, ist ein Personenschützer zwar immer in der Nähe, läuft aber nicht klischeehaft nebenher. Diese Art und Weise beeinflusst das subjektive Lebensgefühl der Kunden in geringstmöglichem Maß. Personenschutz bedeutet nicht nur Manpower auf der Straße. Sondern zu 70 Prozent strategische Kompetenz im Bereich des familiären Sicherheitsmanagements.


Quelle: https://rp-online.de/panorama/…nenschuetzer_aid-38007801

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